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  • 02.01.2018
  • von Jana Haase

Potsdam: Einsätze wegen Feuerwerk: Mehrere Verletzte in der Silvesternacht

von Jana Haase

Foto: Sophia Kembowski/dpa

Die Feuerwehr war in der Silvesternacht in Potsdam im Dauereinsatz: 69 Mal wurden die Rettungskräfte alarmiert, in Waldstadt II brannte ein Altkleidercontainer, acht Menschen kamen mit Feuerwerkskörper-Verletzungen an den Augen ins Bergmann-Klinikum.

Potsdam - 69 Rettungseinsätze mit drei Verletzten, 28 Feuerwehreinsätze wegen durch Pyrotechnik verursachter Brände und eine volle Rettungsstelle im städtischen Bergmann-Klinikum – das ist die Bilanz der Silvesternacht in Potsdam. Alles in allem sprechen die Verantwortlichen bei Feuerwehr, Polizei und im Klinikum aber von einem „ganz normalen“ Silvesternachtgeschehen. Das Feuerwerk sorgte zudem für eine drastische Erhöhung der Feinstaubwerte im Stadtgebiet.

Der Rettungsdienst der Feuerwehr Potsdam wurde in der Silvesternacht nach eigenen Angaben 69 Mal gerufen – im Stadtgebiet waren demnach drei Verletzte nach dem Umgang mit Pyrotechnik zu beklagen. Auch die Rettungsstelle des Bergmann-Klinikums war voller als an anderen Tagen – nicht ungewöhnlich für Silvester, wie Klinikumssprecherin Theresa Decker auf PNN-Anfrage sagte. Es stellten sich unter anderem drei Erwachsene und fünf Kinder und Jugendliche mit Augenverletzungen vor – zwei von ihnen mussten stationär aufgenommen werden.

Bergmann-Klinikum beteiligt sich an bundesweiter Studie zu Augenverletzungen durch Feuerwerk

Das Klinikum beteiligt sich wie im Vorjahr auch an einer bundesweiten Studie zu Augenverletzungen durch Feuerwerk. Bereits im letzten Jahr hatten die Zahlen von 41 Kliniken ergeben, dass vor allem bei Kindern und Jugendlichen, aber auch bei unbeteiligten Passanten ein hohes Risiko für Verletzungen durch Feuerwerkskörper besteht. Mit der neuen Erhebung wolle man „der Diskussion um ein Verkaufsverbot für Feuerwerks-Knallkörper an Privatpersonen eine statistische Basis geben“, hatte die Oberärztin an der Klinik für Augenheilkunde, Dr. med. Ameli Gabel-Pfisterer, im Vorfeld erklärt.

Eine arbeitsreiche Nacht hatte auch die Potsdamer Berufsfeuerwehr, die teils von den Freiwilligen Feuerwehren Drewitz, Zentrum, Fahrland, Marquardt und Uetz verstärkt wurde. Von den insgesamt 32 Einsätzen in der Silvesternacht waren vermutlich 28 auf Feuerwerkskörper zurückzuführen, teilte die Feuerwehr am Montag mit. Im Vergleich zu den Vorjahren handele es sich um einen „ganz normalen“ Jahreswechsel. Am Schlaatz kam es zu zwei Balkonbränden durch den Einschlag von Silvesterraketen. Die Brände konnten dank eines großen Personalaufgebotes und der Unterstützung von den freiwilligen Feuerwehrleuten schnell und ohne größere Schäden und Verletzte gelöscht werden. In Fahrland wurde ein Feuer in einem Nebengelass gelöscht.

Brennender Altkleidercontainer in Waldstadt II: Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung

Auf einem Parkplatz in Waldstadt II geriet ein Kleidercontainer in Brand. Drei weitere Mülltonnen im Stadtgebiet wurden jeweils durch Unbekannte angezündet. Die Feuerwehr konnte alle Brände löschen, die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung.

Die Polizei stellte gegen 1.17 Uhr in der Innenstadt sechs tatverdächtige Jugendliche im Alter von 14 bis 23 Jahren, die die Scheibe eines Linienbusses eingeschlagen haben sollen. Gegen sie wird wegen Sachbeschädigung ermittelt. Der Verkehrsbetrieb hatte die Polizei alarmiert.

Das Silvesterfeuerwerk sorgte auch für deutlich erhöhte Feinstaubwerte in Potsdam, wie aus den Daten des Landesumweltamtes hervorgeht. In der Großbeerenstraße wurden um 1 Uhr 145 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen – fast das Dreifache des Grenzwertes von 50 Mikrogramm, der maximal 35 Mal im Jahr überschritten werden darf. Am Bassinplatz wurden 62 Mikrogramm gemessen, in der Zeppelinstraße 57 Mikrogramm, in Groß Glienicke 29 Mikrogramm.

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Kommentar: Wieder einmal legen Polizei, Feuerwehr und das Klinikum eine verheerende Bilanz der Potsdamer Silvesternacht vor. Silvester muss dringend abgerüstet werden, meint PNN-Redakteurin Jana Haase in ihrem Kommentar.

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