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  • 12.12.2017
  • von Erik Wenk

Kommentar über Schulwege in Potsdam: Wenn Eltern die falschen Schlüsse ziehen

von Erik Wenk

Foto: Paul Zinken/dpa

Eltern irren, wenn Sie glauben, dass ihre Kinder sich sicherer im Straßenverkehr verhalten, wenn sie auch im Alter von mehr als sieben Jahren noch aus nächster Nähe mit dem Auto in die Schule gebracht werden, meint PNN-Autor Erik Wenk in seinem Kommentar.

Es ist unstrittig, dass Verkehrssicherheit rund um Schulen besonders großgeschrieben werden muss. Doch trotz aller Ampeln, Zebrastreifen, Verkehrsinseln und Warnhinweisen kommt es immer wieder zu Unfällen, bei denen Kinder verletzt werden, wie die aktuellen Zahlen zeigen. Das sorgt für Verunsicherung bei vielen Eltern – und oft für die falschen Schlüsse.

Denn ein Großteil des Verkehrsaufkommens kurz vor Schulbeginn wird paradoxerweise durch die Eltern selbst verursacht, die genau wegen dieses Verkehrs Angst haben, ihre Kinder zu Fuß oder mit dem Bus oder der Tram in die Schule zu schicken, und sie deshalb mit dem Auto direkt am Schuleingang abliefern – möglichst ohne einen weit entfernten Parkplatz aufzusuchen.

Auch wenn man gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit ungern daran denkt, die eigenen Kinder über unsichere Straßen gehen zu lassen – sie in Watte zu packen hilft ihnen nicht. Nur wenn Kinder selbst über die Straße gehen, dabei aufmerksam sein müssen und sich durch vernünftige Verkehrserziehung der Gefahren bewusst werden, können sie lernen, sich selbstständig und sicher durch die Stadt und den Verkehr zu bewegen – schließlich haben Mama und Papa das früher in der Regel genauso gelernt.

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Bericht: Nach einer kurzen Verbesserung im vergangenen Jahr sind Potsdams Schulwege wieder unsicherer geworden: Polizei vermeldet einen Anstieg der Unfall- und Verletztenzahlen - und bildet Fünftklässler zu Schülerlotsen aus. 

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