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  • 10.11.2017

Nach tödlichem Unfall in Potsdam: Externe Anwälte untersuchen blu-Todesfall

Das Sportschwimmbecken im neuen Potsdamer Bad blu. Dort ereignete sich der Unfall. Foto: Andreas Klaer

Eine Woche nach dem tödlichen Unfall im neuen Potsdamer Bad blu beginnt eine "umfassende Untersuchung" des Vorfalls. Die Stadtwerke-Tochter Bäderlandschaft Potsdam hat dafür externe Anwälte verpflichtet. Augenzeugen werfen den Bademeistern unprofessionelles Verhalten bei dem Notfall vor.

Potsdam - Nach der anhaltenden Kritik am mutmaßlich unprofessionellen Agieren von Bademeistern in der neuen Potsdamer Schwimmhalle blu bei einem letztlich tödlichen Unfall reagieren die Stadtwerke als Betreiber. Deren kommunale Tochter Bäderlandschaft Potsdam (BLP) teilte am Donnerstag - gegen 22.40 Uhr - mit, dass man nun eine „umfassende Untersuchung“ eingeleitet habe. Dafür seien externe Anwälte hinzugezogen worden. "Ziel ist es, so exakt wie möglich zu rekonstruieren, wie die Bergung der inzwischen verstorbenen Frau vonstattenging“, hieß es in der Mitteilung.  Dafür würden die eingesetzten Anwälte mit Zeugen sprechen und „eng mit den Behörden zusammenarbeiten“. Abhängig vom Ergebnis der Untersuchung werde die BLP über mögliche Konsequenzen entscheiden. „Das Unternehmen wird die Öffentlichkeit über das Ergebnis selbstverständlich informieren und hat allergrößtes Interesse an Transparenz über den Hergang“, so die BLP. Man sei „tief betroffen“ und nehme die Schilderungen „sehr ernst“.

Augenzeugen, darunter auch Ersthelfer, schilderten das angeblich unprofessionelle Verhalten

Wie berichtet, hatten sich vergangene Woche mehrere Augenzeugen zu Wort gemeldet, die ein unprofessionelles Agieren der anwesenden Bademeister beklagten. Denn zunächst hatten die BLP die erfolglose Rettungsaktion am Donnerstag vor einer Woche verteidigt, als eine 39 Jahre alte Schwimmerin aus bislang unbekannten Gründen untergegangen war und nach mehreren Wiederbelebungsversuchen, auch durch hinzugerufene Rettungskräfte, verstorben war.  Unabhängig voneinander hatten mehrere Augenzeugen und auch anwesende Ersthelfer unter den Badegästen erklärt, dass das Verhalten der Bademeister in der Situation geradezu dramatisch passiv gewesen sei: Viel zu langsam, unprofessionell, gefühllos und wenig hilfreich seien die Reaktionen gewesen. Zudem habe man den Unglücksort, die Sportschwimmhalle, nicht für Schaulustige gesperrt. Die Staatsanwaltschaft hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Ob nach Auswertung der Augenzeugenaussagen zum Beispiel wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt wird, soll noch entschieden werden. Die Stadtwerke hatten in einer ersten Reaktion unter anderem erklärt, das eigene Personal sei mit der Situation nicht überfordert gewesen, sondern hätte Badegästen - es waren zufällig Rettungsassistenten - die Reanimation aufgrund ihrer weiter reichenden praktischen Erfahrung überlassen. 

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