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  • 06.11.2017
  • von Jana Haase und Sabine Schicketanz

Bombenfund in Potsdam: Weltkriegsbombe am Potsdamer Hauptbahnhof

von Jana Haase und Sabine Schicketanz

Am Potsdamer Hauptbahnhof wurde ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Er soll am Mittwoch entschärft werden. Symbolfoto: dpa-Archiv

Am Potsdamer Hauptbahnhof ist ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Er soll am Mittwochmorgen entschärft werden. Tausende Potsdamer werden betroffen sein.

Potsdam - Im Nuthepark am Potsdamer Hauptbahnhof ist ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die 250-Kilogramm-Bombe US-amerikanischer Herkunft wird am Mittwochmorgen entschärft werden, wie die Stadtverwaltung Potsdam den PNN bestätigte. Dafür wird die südliche Potsdamer Innenstadt am Mittwoch ab 8 Uhr gesperrt. Von der Evakuierung, die bis 8 Uhr vollzogen sein soll, werden tausende Potsdamer betroffen sein, der Hauptbahnhof und die Lange Brücke werden gesperrt.

800 Meter Umkreis: Mercure, Staatskanzlei und Landtag Brandenburg werden evakuiert 

Im Radius des Sperrkreises von 800 Metern um den Fundort an der Babelsberger Straße liegen zudem die brandenburgische Staatskanzlei und der Landtag. Auch das Hotel Mercure wird evakuiert werden, ebenso ein Teil der Wohngebäude am Humboldtring. Vorsorglich bereits evakuiert worden ist die unmittelbar angrenzende Landesinvestitionsbank (ILB). Sie hat bis Donnerstag geschlossen.

Die gesamte südliche Innenstadt wird abgesperrt

Das gesperrte Gebiet liegt zwischen Am Kanal, Humboldtbrücke, Humboldtring, Lotte-Pulewka-Straße, Friedrich-Engels-Straße, Friedhofsgasse, Heinrich-Mann-Allee, Am Brauhausberg, Finkenweg, Leipziger Straße, quer über die Havel bis zum Lustgarten, Schlossstraße und über die Friedrich-Ebert-Straße wieder zur Straße Am Kanal. Im Sperrgebiet befinden sich drei Pflegeheime, die Grundschulen "Rosa Luxemburg" in der Burgstraße und "Am Humboldtring" sowie die "Lenné"-Gesamtschule, sechs Kindertagesstätten, der Hauptbahnhof, die Lange Brücke, das Bildungsforum, die Schwimmhalle Am Brauhausberg und der Landtag. Mehr als 9700 Menschen in dem Bereich werden gebeten, ihre Wohnungen am Mittwoch bis 8 Uhr selbstständig zu verlassen.

Nuthestraße und Humboldtbrücke sind befahrbar

Der Bahnverkehr wird während der Entschärfung zwischen S-Bahnhof Babelsberg und Bahnhof Charlottenhof unterbrochen. Auch der Straßenbahn- sowie der Busverkehr sind zwischen Am Friedhof und Platz der Einheit unterbrochen. Autofahrer werden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Die Nuthestraße und Humboldtbrücke sind befahrbar. Die Heinrich-Mann-Allee ist ab Am Brauhausberg gesperrt, das Abbiegen in die Straße Am Brauhausberg ist möglich. Die Leipziger Straße ist ab Höhe Wasserwerk gesperrt. In der Innenstadt sind die Breite Straße sowie die Friedrich-Ebert-Straße ab Yorckstraße bis zum Sperrkreis nur für Anlieger befahrbar.

Die Bombe sei am Montagmorgen im Nuthepark, dem Gelände zwischen dem Neubau der Investitionsbank und der Freundschaftsinsel, gefunden worden. Dort wird derzeit nach Munition gesucht. Der Zünder sei noch nicht freigelegt worden. Entschärft werden soll die Bombe von Sprengmeister Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes. 

Mehr als 600 Helfer sind am Sperrkreis im Einsatz

Als Aufenthaltsorte während der Evakuierung und Entschärfung stehen nach Angaben der Stadtverwaltung das "Freiland Potsdam" in der Friedrich-Engels-Straße 22, der Treffpunkt Freizeit in der Straße Am Neuen Garten 64 und das Bürgerhaus am Schlaatz, Schilfhof 28, zur Verfügung. Die Landeshauptstadt setzt Busse aus dem Evakuierungsgebiet ein, die zuden jeweiligen Aufenthaltsorten pendeln.

Vom Parkplatz ab Am Kanal Ecke Burgstraße fährt der Bus zum Treffpunkt Freizeit, ab Haltestelle Humboldtring fährt der Shuttlebus zum Bürgerhaus am Schlaatz und ab Friedrich-Engels-Straße Höhe Pflegequartier fährt der Bus zum Freiland.

Mehr als 600 Helferinnen und Helfer, unter anderem von der Landeshauptstadt Potsdam, der Berufsfeuerwehr, freiwilligen Feuerwehren, Bundespolizei und Polizei sind im Einsatz, um den Sperrkreis zu räumen und abzusichern. Informationen rund um die Entschärfung erteilt das Rathaus unter Tel.: (0331) 289 1677. Nicht gehfähige Personen und Personen, die nicht selbstständig den Sperrkreis verlassen können, melden sich bitte am Dienstag ab 8 Uhr bei der Feuerwehr unter Tel.: (0331) 370 1216, um einen Transport für Mittwoch zu bestellen.



Mehr Infos demnächst auf www.pnn.de

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