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Garnisonkirche

  • 30.10.2017

Garnisonkirche in Potsdam: Stimmen zum Aufbau der Garnisonkirche

Steven Breetz (CDU). Foto: Promo

Noch immer wird in Potsdam kontrovers über den Wiederaufbau des Garnisonkirchturms diskutiert. PNN haben zum Baustart Stimmen gesammelt zum umstrittenen Projekt.

Jann Jakobs (SPD), Oberbürgermeister : „Ich finde den heutigen Tag, an dem mit den Bauarbeiten begonnen wird, sehr wichtig. Wir wissen, dass der Wiederaufbau nicht unumstritten ist. Die Proteste waren zu erwarten. Das ist sehr schade, denn es fehlt von unserer Seite nicht die Bereitschaft für einen Dialog. Sicherlich wird dies der Auftakt für weitere Gespräche sein.“

Lutz Boede, Geschäftsführer der Fraktion „Die Andere“ im Stadtparlament und ein Kritiker des Bauvorhabens:

„Es ist ja schon bemerkenswert, dass über zehn Jahre nach der Grundsteinlegung für den Wiederaufbau tatsächlich der Baubeginn startet. Das heute ist nur ein symbolischer Akt. Noch ist das Geld nicht zusammen. Das Projekt kann jederzeit abgebrochen werden. Ein Baustart, der noch nicht einmal fertig finanziert ist, ist kein richtiger Baustart.“

Georg Friedrich Prinz von Preußen, Chef des Hauses Hohenzollern und Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., will bald nach Potsdam umziehen: „Ich freue mich, hier zu sein und dass es mit dem Projekt endlich vorangeht. Und vor allem freue ich mich für die beteiligten Akteure, die so lange dafür gearbeitet haben. Ich finde, der Umgang mit der eigenen Geschichte ist immer positiv zu bewerten. Auch der kritische. Vergessen ist immer die schlechteste Lösung. Das ist, was in der Vergangenheit an diesem Ort passiert ist. Ein Vergessen durch Abriss kann keine Lösung sein.“

Saskia Hüneke, Kunsthistorikerin und Grünen-Stadtverordnete: „Ich freue mich, dass es endlich losgeht und ich erwarte von den Kritikern einen Einstieg in den Dialog. Die Tür dafür stand schon immer offen.“

Steeven Bretz, Potsdamer Landtagsabgeordneter und CDU-Kreisvorsitzender: „Die neue Garnisonkirche als Begegnungsstätte für Friedens- und Versöhnungsarbeit wird mit ihrem Konzept Potsdam bereichern. Die vielfältigen Aktionen, Spenden und die Unterstützung von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern aus Potsdam, aber auch deutschlandweit, zeigen die Bedeutung dieses Projektes.“

Wolfgang Huber, Altbischof und Kuratoriumschef der Wiederaufbaustiftung: „Das ist ein ungeheuer wichtiger Tag für mich. Wir haben sehr lange dafür gearbeitet, dass der Bau endlich beginnt. Viele Leute haben viel dafür getan, dass wir heute feierlich starten können. Ihnen allen gilt mein Dank.“

Christian Schmidt (CDU), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft: „In Potsdam zeigt sich die deutsche Geschichte unmittelbar. Unser Umgang mit ihr an Orten wie der Garnisonkirche entscheidet auch über unsere Zukunft. Ich halte die Entscheidung zum Wiederaufbau für richtig und will das auch durch meine Anwesenheit deutlich machen. Als evangelischer Christ ist es mir wichtig, dass es wieder ein Gotteshaus wird.“ sas/mar

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