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Themenschwerpunkt:

Garnisonkirche

  • 11.10.2017
  • von Peer Straube

Potsdam: Neuer Streit um Garnisonkirche

von Peer Straube

H. Rugenstein

Nach der in 3sat ausgestrahlten Dokumentation über den Wiederaufbau der Garnisonkirche kritisieren Kunsthistorikerin Saskia Hüneke und Pastorin Rugenstein sich gegenseitig.

Potsdam - Die in der vorvergangenen Woche in 3sat ausgestrahlte Dokumentation über den umstrittenen Wiederaufbau der Garnisonkirche hat in Potsdam eine neue, innerkirchliche Kontroverse ausgelöst. Die Kunsthistorikerin und Grünen-Stadtverordnete Saskia Hüneke und die Pastorin der Französisch-Reformierten Gemeinde, Hildegard Rugenstein, üben öffentlich Kritik an der Haltung der jeweils anderen. Hüneke reibt sich an den Äußerungen Rugensteins zur Garnisonkirche im Film. Die Geistliche erhob darin schwere Vorwürfe gegen das Projekt. Mit Blick auf die Geschichte der Kirche in der Nazizeit sagte sie: „Das ist äußerlich eine Solidarisierung mit den Tätern, nicht mit den Opfern.“

Hüneke sah sich daraufhin zu einer Erwiderung in Form eines Offenen Briefs veranlasst, in dem sie die Äußerungen Rugensteins scharf zurückwies. Sie protestiere „gegen den implizierten Vorwurf, die Befürworter des Projektes würden einer Verharmlosung des Naziregimes das Wort reden“, schrieb Hüneke. Schon die Aufnahme der Garnisonkirche in die Internationale Nagelkreuzgemeinde sowie die bewusste Aufnahme der dunklen Vergangenheit der Kirche in das Konzept eines Versöhnungszentrums sprächen für das genaue Gegenteil. „Die Kirche, die hier entsteht, ist keine Nazikirche!“, sagte Hüneke.

„Goldene Badewannen“ unangemessen für Verkündigung des Evangeliums

Rugenstein ihrerseits antwortete mit einem Offenen Brief, in dem sie das Vorhaben als überdimensional und ungesichert an den Pranger stellte. „Goldene Badewannen“ seien unangemessen für die Verkündigung des Evangeliums. Dem Projekt fehle die Stimmigkeit, weil man sich aus mangelnder Spendenbereitschaft nun auf den Erhalt von staatlichen und Kirchengeldern konzentriere. Wie berichtet hat die Evangelische Kirche Darlehen von fünf Millionen Euro bewilligt, der Bund will zwölf Millionen Euro Fördermittel bereitstellen.

Hüneke sagte den PNN, sie wolle weitere öffentliche Konfrontationen vermeiden und mit Rugenstein persönlich sprechen. Rugenstein, die noch im Urlaub weilt, war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Unterdessen versucht die Stiftung Garnisonkirche eine Annäherung an die projektkritische, kirchennahe Martin-Niemöller-Stiftung. Am Donnerstag treffe man sich mit Vertretern zu einem Gespräch, sagte Eschenburg. Die Niemöller-Stiftung hatte der Garnisonkirchen-Stiftung zuletzt in einem Gutachten vorgeworfen, die dunklen Kapitel in der Kirchenhistorie totzuschweigen. Peer Straube

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