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  • 06.10.2017
  • von Enrico Bellin

Zwei Kilometer zu Fuß: Elfjährige aus dem Bus geworfen?

von Enrico Bellin

Wurden die beiden Elfjährigen aus dem Fahrzeug geworfen? Der Busfahrer bestreitet die Darstellung der Familie. Foto:E. Bellin

Ein Potsdamer Familienvater schilderte den PNN, wie ein Busfahrer seine beiden Töchter aus dem Bus warf, weil ihre Tickets nicht mehr gültig waren. Der Fahrer bestreitet Vorwürfe der Familie.

Potsdam - Hat ein Busfahrer Kinder an der Stadtgrenze von Potsdam aus dem Bus geworfen, weil sie nur bis dahin Fahrkarten haben? Wie ein Potsdamer Familienvater den PNN schilderte, seien seine elfjährigen Zwillingstöchter am Montagvormittag am Potsdamer Hauptbahnhof in den Bus nach Michendorf gestiegen, mit einem Potsdam-AB-Ticket. Das hätten sie auch dem Busfahrer gezeigt. „An der Haltestelle Deutscher Wetterdienst rief der Fahrer meine Kinder zu sich nach vorne und sagte, dass sie nun ein Zusatzticket nachlösen müssten“, so der Vater, der nicht namentlich genannt werden möchte. Da beide Kinder kein Geld dabeihatten, habe der Fahrer sie des Busses verwiesen. Die Mädchen seien dann mehr als zwei Kilometer weinend zurück zum Hauptbahnhof gelaufen, wo sie schließlich ihre Mutter getroffen hätten. Die Familie fordert nun, den Fahrer zur Rechenschaft zu ziehen. „Ein solches Verhalten halten wir nicht nur für skandalös, sondern für strafbar“, so der Vater. Zudem verlangt er eine Entschuldigung.

Laut Hans-Jürgen Hennig, dem Geschäftsführer von regiobus Potsdam-Mittelmark, schildert der zu einem Subunternehmen gehörende Fahrer den Vorfall jedoch deutlich anders. So habe er die Kinder am Wetterdienst zwar nach vorn gerufen und gefragt, ob sie die nötige Ergänzungskarte kaufen können. „Die Kinder haben dann in ihre Portemonnaie geschaut und anschließend selbst den Bus verlassen, ohne dass es eine Aufforderung gab.“ Dafür habe der Fahrer auch einen erwachsenen Zeugen. Es gebe derzeit keinen Grund, die Schilderung des Fahrers anzuzweifeln. Er hätte die Kinder natürlich auch ohne Fahrschein weiterbefördert, sei aber verpflichtet gewesen, wenigstens zu versuchen, das Fahrgeld einzutreiben. Hennig bot den Eltern ein klärendes Gespräch an.

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