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Barberini

  • 21.09.2017
  • von Lena Schneider

Schirmherr über Barberini-Ausstellung: Bundespräsident Steinmeier würdigt DDR-Künstler

von Lena Schneider

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist Schirmherr über die Ausstellung im „Hinter der Maske. Künstler in der DDR“ im Potsdamer Museum Barberini. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Frank-Walter Steinmeier übernimmt die Schirmherrschaft über die erste Schau, die das Barberini der DDR-Kunst widmet. Im Museum freut man sich über eine „herausragende Würdigung“.

Potsdam - Es darf durchaus als gewichtiges politisches Signal gewertet werden: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Schirmherrschaft über die Ausstellung „Hinter der Maske. Künstler in der DDR“ im Potsdamer Museum Barberini übernommen. Es ist die erste Schau, die das von Software-Unternehmer Hasso Plattner privat finanzierte Museum der DDR-Kunst als einem besonderen Schwerpunkt seiner Sammlung widmet. Mit der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten, der die Ausstellung am 28. Oktober auch eröffnen werde, erfahre diese Schau eine „herausragende Würdigung“, teilte das Museum mit. Bei der Kunst aus der DDR handele es sich um eine künstlerische Epoche, die „in der deutschen Kunstgeschichte immer noch eine marginalisierte Position einnimmt“. Das soll sich ändern, so offenbar die Botschaft des Bundespräsidenten.

Die Schau „Hinter der Maske“, die vom 29. Oktober bis zum 4. Februar 2018 in dem Haus am Alten Markt zu sehen ist, will sich in neun thematisch gegliederten Abschnitten der künstlerischen Selbstinszenierung von Künstlern in der DDR widmen. Unter Kapitelüberschriften wie „Künstler und seine Rolle“, „Gruppen und Kollektive“, „Verkleidung und Verhüllung“ will die Schau nicht die Staatskunst untersuchen, sondern die Individualität, auch die sich in den Bildern bahnbrechende Selbstbefragung der Künstler unter die Lupe nehmen. Von den insgesamt 117 gezeigten Werken der Schau – von so unterschiedlichen Künstlern wie Willi Sitte, Evelyn Richter, Karl-Heinz Adler, Lücke-TPT, Clara Mosch und Micha Brendel – entstammen zehn der Sammlung des Museums Barberini. Neben Leihgaben unter anderem aus Dresden, Halle, Chemnitz und Frankfurt/Oder wird auch ein Werk des benachbarten Potsdam Museum zu sehen sein.

Nur ein Stockwerk entfernt: „Dürfen Kommunisten träumen?“ mit Werken aus dem Palast der Republik

Die Ausstellung „Hinter der Maske“ soll sich über das Erdgeschoss und den ersten Stock des Museums erstrecken. Im zweiten Stock wird die Schau wie berichtet um 16 Bilder aus der Galerie im Palast der Republik ergänzt, die sonst im Depot des Deutschen Historischen Museums in Berlin aufbewahrt werden. Bei den 16 Gemälden handelt es sich um Auftragswerke unter anderem von Bernhard Heisig, Werne Tübke, Willi Sitte und Wolfgang Mattheuer, die für die Gestaltung des 1976 eröffneten Palasts der Republik entstanden. Als Arbeitsauftrag hatte der Bildhauer Fritz Cremer, damaliger Leiter des künstlerischen Planungsstabs für die Gestaltung des Palasts, eine Frage an die Künstler formuliert: „Dürfen Kommunisten träumen?“. Erstmals soll parallel zu Präsentation der „Palast-Galerie“ auch ein Katalog erscheinen, der die Werke im Detail beschreibt – jenseits jeglicher ideologischer Vereinnahmung. 

Dass DDR-Kunst in Potsdam auf großes Interesse stößt und sich darum teilweise eine leidenschaftliche, sehr emotionale Diskussion entspinnen, hat das Team um Direktorin Ortrud Westheider in den vergangenen Monaten in Reaktion auf die Schau „Künstler in der DDR“ erfahren, die seit der Eröffnung des Museums im Januar 2017 zu sehen ist. Um dem Gesprächsbedarf den nötigen Raum zu geben, ist begleitend zur Ausstellung „Hinter der Maske“ eine Gesprächsreihe zu Kunst in der DDR geplant. Dabei sollen auch die Künstler selbst zu Wort kommen (siehe Kasten). Ebenfalls begleitend zur Schau setzt das Museum Barberini seine Zusammenarbeit mit dem Potsdamer Filmmuseum fort, das sich mit einer Reihe den filmischen Arbeiten von Künstlern wie Jürgen Böttcher, Lutz Dammbeck, A. R. Penck und Cornelia Schleime widmen wird.

Auseinandersetzung mit der Kunst der DDR im Barberini: „Hinter der Maske“ soll nur der Anfang sein

Die Schau „Hinter der Maske“ sei nur der Beginn der Auseinandersetzung mit der Kunst aus der DDR sein, betont Museumsdirektorin Ortrud Westheider. Das Museum will das Thema ausgehend von seiner Sammlung weiter verfolgen. 

Und auch ein weiteres Barberini-Thema wird seine Fortsetzung finden: Im Herbst 2018 widmet das Museum dem französischen Neoimpressionisten Henri-Edmond Cross (1856 - 1910 ) eine Retrospektive. Es sei die erste ihrer Art in Deutschland, sie knüpfe an die überaus erfolgreiche Eröffnungschau der Impressionisten an. Cross gilt als bedeutender Vertreter des Pointillismus, bei dem Farbtupfer nebeneinander gesetzt werden. Werke von Cross sind in einigen Museen weltweit ausgestellt.

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