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Themenschwerpunkt:

Wohnen in Potsdam

  • 04.09.2017
  • von Marco Zschieck

Potsdam: Stadt will mehr sozialen Wohnungsbau

von Marco Zschieck

Damit in Potsdam mehr soziale Wohnungen gebaut werden, sollen die Fördergebiete massiv ausgeweitet werden.

In Potsdam sollen künftig fast flächendeckend Sozialwohnungen gebaut werden können. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, soll das Gebiet, auf dem Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau beantragt werden können, massiv ausgeweitet werden. Ein entsprechender Antrag soll in die Stadtverordnetenversammlung in der nächsten Woche eingebracht werden. Die 33 Fördergebiete seien das Ergebnis der Abstimmung mit dem brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung und dem Landesamt für Bauen und Verkehr. „Es konnte eine deutliche Ausweitung im Vergleich zu den bisher geltenden Gebieten erreicht werden“, hieß es. Gemessen an der Fläche wurden die Fördergebiete verdoppelt, von 1030 Hektar auf 2084 Hektar.

Die neuen Fördergebiete umfassen nahezu alle Flächen des Flächennutzungsplanes südlich des Sacrow-Paretzer Kanals, auf denen Wohnungsbau möglich ist. So wurden Bereiche in Golm, Eiche, Bornstedt, am Griebnitzsee, in der Medienstadt Babelsberg, in der Jägervorstadt, in der Nauener Vorstadt, am Kirchsteigfeld, in Potsdam-West und in der Templiner Vorstadt aufgenommen. Auch bestehende Gebiete, wie Babelsberg Nord und Süd, Drewitz, Schlaatz und Waldstadt wurden räumlich erweitert.

In den Fördergebieten können Bauherren Förderkredite beantragen

In diesen Gebieten können Bauherren Förderkredite des Landes Brandenburg beantragen. Im Gegenzug für niedrigere Zinsen verpflichten sie sich, einen Teil der Wohnungen zu günstigen Kaltmieten von 5,50 Euro beziehungsweise sieben Euro pro Quadratmeter an Besitzer eines entsprechenden Wohnberechtigungsscheins zu vermieten. 2645 solcher Scheine wurden im vergangenen Jahr ausgestellt – fast 1000 mehr als fünf Jahre zuvor. Ohne Förderung sind im Neubau meist mindestens zehn Euro je Quadratmeter fällig. Seit 2014 gibt es im Land Brandenburg nach mehrjähriger Pause wieder eine Wohnungsbauförderung. Doch bisher wird das Programm fast ausschließlich von kommunalen Wohnungsgesellschaften wahrgenommen.

Neue Sozialwohnungen sollen auch in Potsdams künftigem Stadtteil Krampnitz entstehen. Mit dem Beschluss soll in der nächsten Woche Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) beauftragt werden, beim Land eine weitere Ausweitung der Fördergebiete anzustreben – möglichst auf die gesamte Stadt. „Mindestens sollten aber zukünftige Bauflächen des Flächennutzungsplanes und das Entwicklungsgebiet Krampnitz in die Förderkulissen aufgenommen werden, um auch dort sozialen Wohnungsbau mit Landesförderung zu ermöglichen“, so die Stadtverwaltung. Für Krampnitz werden den Angaben zufolge Mietpreis- und Belegungsbindungen für 20 Prozent der zukünftigen Wohnfläche angestrebt. Ab dem kommenden Jahr soll auf dem früheren Kasernengelände ein Stadtteil für bis zu 7000 Einwohner entstehen. 

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