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Polizei

  • 14.08.2017
  • von S. Dassler

Polizeibericht für Potsdam: Haftbefehl nach Baby-Entführung

von S. Dassler

Foto: Friso Gentsch/dpa

Erst als die 19-Jährige bei der Mutter anrief, konnte die Polizei die Spur des entführten Babys nach Hannover verfolgen. Jetzt sitzt die 19-Jährige in Untersuchungshaft.

Potsdam - Die 19-Jährige, die am Donnerstag einer Potsdamer Mutter das Baby wegnahm und bis nach Hannover floh, ist in Untersuchungshaft. Ein Potsdamer Richter erließ am Samstag Haftbefehl gegen die Frau, wie das Lagezentrum des Polizeipräsidiums in Potsdam bestätigte. Sie befinde sich jetzt in der Justizvollzugsanstalt Duben im Süden Brandenburgs.

Die Beschuldigte hatte nach Polizeiangaben am Donnerstagnachmittag das vier Monate alte Baby über Stunden in ihre Gewalt gebracht. Die fremde Frau hatte demnach der aus Kenia stammenden 35 Jahre alten Mutter beim Einkaufen angeboten, beim Tragen der Einkäufe zu helfen. Ob sie das Kind heimlich aus der Wohnung im Zentrum Ost brachte oder der dreifachen Mutter anbot, mit der Kleinen eine Runde spazieren zu gehen, ist nicht ganz klar.

Handyortung: 19-Jährige rief bei der Mutter an

Auf jeden Fall war sie mit dem Kind verschwunden. Die Suche der Mutter blieb erfolglos, sodass diese die Polizei verständigte. Eine Suchaktion führte zunächst zu keinem Ergebnis, gegen Abend rief allerdings die junge Frau laut Polizei bei der Mutter an. Dabei wurde ihr Handy geortet. Wenig später konnte die mutmaßliche Täterin in einem Einkaufsmarkt in Hannover festgenommen werden. Das Baby, das sie bei sich hatte, war unversehrt und wurde über Nacht in einem Krankenhaus versorgt. Am Freitag fuhr die Mutter nach Niedersachsen, um ihr Kind wieder in die Arme zu schließen.

Die 19-Jährige hat nach Polizeiangaben derzeit keinen festen Wohnsitz. Nach Medienberichten soll sie schon einmal eine Schwangerschaft vorgetäuscht haben. Über ihr Motiv ist nichts bekannt. Sie habe bei der Tat allein gehandelt und keine Forderungen gestellt. Daher könne bislang auch nicht von einer Kindesentführung gesprochen werden, hieß es zunächst von der Polizei, sondern von Kindesentzug. (mit dpa)

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