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  • 12.08.2017
  • von Anne-Kathrin Fischer

Drei Generationen

von Anne-Kathrin Fischer

Familienbetrieb. Nick Eickhoff führt den Laden seiner Großmutter gemeinsam mit seiner Mutter weiter. Nach einer Ausbildung zum Werkzeugmacher stieg er ins Geschäft ein. Foto: Sebastian Gabsch

Im August feierte der Fahrradladen Eickhoff in der Zeppelinstraße sein 40-jähriges Bestehen

Schon als Kind krabbelte er zwischen Fahrrädern im Laden, der damals noch seiner Großmutter gehörte, mit fünf trat er selbst in die Pedale und mit 14 bastelte er sich in der Werkstatt seine ersten eigenen Drahtesel, mit denen es dann zur Ostsee und entlang der Küste ging. Heute, mit 29 Jahren, leitet Nick Eickhoff in dritter Generation, gemeinsam mit seiner Mutter Dagmar Eickhoff, den Fahrradladen in der Zeppelinstraße, der jüngst sein 40-jähriges Bestehen feierte: Am 1. August 1977 wurde das Geschäft von Ute Eickhoff eröffnet, damals noch als reiner Reparaturservice.

Während Nick Eickhoff in der Werkstatt Räder repariert und individuelle Kundenwünsche erfüllt, kümmert sich Mutter Dagmar Eickhoff um die Büroangelegenheiten. Am Nachmittag, wenn der große Kundenandrang kommt, stehen dann beide hinter der Kasse oder beraten Besucher. Zum Team der Eickhoffs zählen außerdem zwei weitere Mitarbeiter und der große blonde Golden-Retriever-Rüde Neo von Dagmar Eickhoff, der am liebsten schwanzwedelnd im Eingangsbereich liegt und darauf wartet, von Kunden gestreichelt zu werden.

Um die 50 Besucher, so schätzt Nick Eickhoff, kommen täglich in den Laden. „Jetzt im Sommer rüsten sich viele für Radtouren aus“, erzählt er. Denn der Trend im eigenen Land zu verreisen, statt wegzufliegen, ist ungebrochen – davon profitiert das Geschäft. Zubehör wie Radtaschen oder Gepäckträger sind dann besonders gefragt.

Nick Eickhoff stieg mit 21 Jahren ins Geschäft seiner Mutter ein. Zuvor hatte er eine Ausbildung zum Werkzeugmacher in Stahnsdorf beendet. Als er sich entscheiden musste, ob er weiterhin im Ausbildungsbetrieb tätig sein oder gemeinsam mit seiner Mutter den Radladen führen wollte, fiel seine Wahl auf den Betrieb der eigenen Familie.

Der Verkauf von Rädern und Zubehör im Eickhoff’schen Laden startete freilich erst nach der Wende, als die Regularien für die Beschaffung von Materialien wegfielen. Die einstige Gründerin und Großmutter von Nick Eickhoff, Ute Eickhoff, hatte vor der Gründung ihrer Werkstatt im Jahre 1977 Schreibmaschinen repariert. „In der Zeit ging es dann los mit Computern und sie wollte etwas anderes machen“, sagt Nick Eickhoff. Rund 60 Quadratmeter groß war die erste Werkstatt, damals noch in Zeppelinstraße Nummer 25.

Heute bieten die Eickhoffs ihren Kunden verschiedene Räder, E-Bikes und etliches Zubehör wie Schlösser, Helme, Klingeln oder Fahrradtaschen auf rund 150 Quadratmetern an. Neben der großen Verkaufsfläche gibt es einen Nebenraum mit Kinderfahrrädern, die Werkstatt im hinteren Bereich sowie ein kleines Büro. Für einige Jahre war der Laden noch im benachbarten Eckhaus untergebracht – heute das Linke-Parteibüro. Seit der Jahrtausendwende ist Fahrrad Eickhoff in der Zeppelinstraße 8 zu finden.

Die Inhaber bieten ihren Kunden auch die individuelle Zusammenstellung eines Fahrrads nach eigenen Vorstellungen an. „Das wird sehr gut angenommen“, berichtet Nick Eickhoff. „Viele Leute wollen ein eigenes Rad und keines von der Stange.“ Auch der Verkauf von Rädern der DDR-Traditionsmarke „Diamant“ wird von vielen Kunden geschätzt. In vier Jahrzehnten musste die Familie nicht ein Mal um ihr Geschäft bangen. Konkurrenzdruck durch Internetangebote gebe es kaum. „Die meisten wollen ihr Rad ja doch vorher ausprobieren und anfassen“, sagt Nick Eickhoff. „Und die mit den Rädern aus dem Internet kommen für Reparaturen zu uns.“ Und dann sind da eben noch Stammkunden, die schon immer zu Fahrrad Eickhoff kommen. „Wir haben einige Kunden, die kennen mich noch als Kind“, sagt der junge Ladeninhaber, „oder die folgende Generation kommt ebenfalls zu uns.“

An seinem Job schätzt er die Abwechslung, dass kein Tag dem anderen gleicht. „Jeder Kunde ist individuell.“ Gerade Kunden, die mit ganz speziellen Wünschen zu ihm kommen, seien eine schöne Herausforderung.

Er selbst kommt jeden Tag mit einem seiner fünf Räder zur Arbeit. Neben „zwei Kellerleichen“ besitze er ein sportliches Rad, ein Klapprad und ein Lastenrad. „Gerade in Potsdam ist so ein Lastenrad ungemein nützlich, da man nicht lange nach einem Parkplatz suchen muss. Und die Kinder kann man darin auch super transportieren“. Ob diese den Laden mal in vierter Genration führen, will er aber nicht versprechen. Seine Tochter, acht, hat das Radfahren bereits für sich entdeckt und sein Sohn, drei Jahre, übt sich auf dem Laufrad. Ob sie den Laden einmal übernehmen wollen, sollen sie selbst entscheiden. „Es muss ihnen Spaß machen.“

Fahrrad Eickhoff, Zeppelinstraße 8. Geöffnet Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 13 Uhr. Wer bis zum 25. August vorbeikommt, nimmt ab einem Einkaufswert von 25 Euro am Geburtstagsgewinnspiel teil. Hauptgewinn ist ein Fahrrad, daneben wird jede Menge Zubehör verlost. An dem Freitag veranstaltet die Firma am Abend ebenfalls eine kleine Geburtstagsparty

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