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  • 10.08.2017

Internetportal zur Kolonialzeit FH kooperiert für Projekt mit Auswärtigem Amt

Die Archivwissenschaftler der Fachhochschule Potsdam (FH) entwickeln ein Internetportal zur Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte im Kaiserreich. Über das Portal sollen Akten zu den ehemaligen deutschen Kolonien verfügbar gemacht werden, teilte die Hochschule am Mittwoch mit. Die FH kooperiere dafür mit dem Auswärtigen Amt, das sich die Aufarbeitung der Epoche der Kolonialgeschichte zur Aufgabe gemacht habe.

Das Thema sei brandaktuell, sagte Projektleiterin Susanne Freund, Professorin für Archivwissenschaften an der FH. Nicht zuletzt die immer wieder geführten Debatten um die Benennung von Straßen nach kolonialistisch tätigen Männern wie Heinrich Lüderitz und Carl Peters belegten, „dass dieses unrühmliche Kapitel nach wie vor brisant und nicht hinreichend aufgearbeitet ist“, so Freund. Umso notwendiger sei es, eine fundierte Datenerhebung für das Thema vorzunehmen und diese dann für die Forschung zugänglich zu machen.

Langfristig soll ein Portal aufgebaut werden, das eine Übersicht der Aktenüberlieferung sowohl in den deutschen Archiven als auch in den Nationalarchiven der afrikanischen Länder Kamerun, Namibia, Tansania, Togo sowie den ehemaligen deutschen Kolonien im Pazifik wie Deutsch-Neuguinea oder Samoa biete. Die Informationen sollen dabei sowohl in deutscher als auch in englischer und französischer Sprache abrufbar sein, hieß es weiter. Auch eine Vernetzung mit bereits bestehenden Portalen und Institutionen sowie mit allen, die bislang oder künftig an historischen Informationen zu den ehemaligen deutschen Kolonien interessiert sind, sei geplant. Die Ergebnisse sollen vorrangig der geschichtswissenschaftlichen Forschung, aber auch der historisch interessierten Öffentlichkeit und damit allen gesellschaftlichen Gruppen sowie Lehrenden und Studierenden an Hochschulen und Universitäten als Datengrundlage für die Forschung dienen, hieß es weiter.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projektes ist Uwe Jung, der bislang für das Goethe-Institut in Kamerun tätig war. Er werde zunächst die vorhandenen Bestände im Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde sichten. Hauptaufgabe sei es dann aber, die Erfassung der Aktenlage in den Nachfolgestaaten der ehemals deutschen Kolonien vorzubereiten. Von dem Projekt, das für das Auswärtige Amt und die Fachhochschule Neuland sei, profitierten auch die Studierenden, betonte Freund: So habe es im zu Ende gegangenen Sommersemester bereits einen Workshop gemeinsam mit dem Bundesarchiv gegeben. jaha

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