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  • 09.08.2017
  • von Alexander Fröhlich

Gebetsraum für Muslime in Potsdam: AfD will Befragung zur Moschee

von Alexander Fröhlich

Vor dem neuen Moscheestandort in Potsdam: Vereinsvorsitzender Kamal Mohamad Abdallah (links), Sozialderzenent Mike Schubert (Mitte) und Vereinssprecher Habib Weide (rechts). Foto: Christoph Freytag

Der AfD-Bundestagskandidat René Springer wirft dem Rathaus „bürgerfeindliche Islam-Zuerst-Politik“ vor. Zuvor hatte die CDU-Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig Kritik am neuen Gebetsraum geäußert.

Potsdam - Die AfD lehnt die Erweiterung der Moschee in der Straße Am Kanal um ein leer stehendes Gebäude des städtischen Energieversorgers EWP im Hof ab. Zwar gilt nach dem Grundgesetz in der Bundesrepublik Religionsfreiheit, was die Orte zur Religionsausübung einschließt – doch der AfD-Bundestagskandidat René Springer fordert nun vom Rathaus eine Anwohnerbefragung. Ansonsten dürfe es auch keinen neuen Gebetsraum geben. Zudem müsse der Standort nach einer Anwohnerbefragung neu bewertet werden. Schließlich wirft Springer dem Rathaus eine „bürgerfeindliche Islam-Zuerst-Politik“ vor. Daraus könnte ein „gefährliches Klima des Misstrauens“ entstehen, das sich auch gegen Muslime und Schutzsuchende richte.

Zuvor hatte bereits die CDU-Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig, die ebenfalls in Potsdam zur Bundestagswahl antritt, Kritik geäußert. Die Stadt müsse Ludwig zufolge vor einer Vermietung zweifelsfrei klären, dass in der Moschee weder Hass noch gegen die Integration der Muslime in unsere Gesellschaft gepredigt wird. Auch hatte Ludwig mit Blick auf die im Islam übliche Trennung von Männern und Frauen die „Abschiebung der Musliminnen in einen Raum auf der anderen Straßenseite“ als diskriminierend bemängelt. Dabei befinden sich die Räume nicht auf verschiedenen Straßenseiten. Zudem hatte Ludwig gewarnt, dass der Platz trotz des neuen Gebetsraums nicht ausreichen könnte und gefragt: „Werden wir wieder erleben, wie Muslime demonstrativ auf der Straße beten?“

1000 Euro Miete für ehemaliges Heizhaus

Der Potsdamer Ordnungsbeigeordnete Mike Schubert (SPD) hatte am Freitag das ungenutzte Heizhaus im Hof der bisherigen Al Farouk Moschee als neuen Gebetsraum präsentiert, für den der Verein der Muslime tausend Euro Miete pro Monat plus Nebenkosten zahlen muss. Seit Ende 2016 durfte der Verein die Freitagsgebete in der Biosphäre abhalten. Denn durch die wachsende Zahl von muslimischen Flüchtlingen war es in den Räumen Am Kanal zu eng geworden, das Freitagsgebet wurde teilweise auf dem Fußgängerweg abgehalten. 

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