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  • 18.07.2017
  • von Henri Kramer

Nach Besetzung der Fachhochschule Potsdam: Die FH bleibt geschlossen

von Henri Kramer

Die FH soll bis zum Abriss abgesperrt und geschlossen bleiben. Foto: A. Klaer

Bis zum geplanten Abriss im November soll die Fachhochschule nun komplett geschlossen bleibten. Eine Lösung wird nun für die Galerie und das Familienzentrum gesucht.

Potsdam/Innenstadt - Nach der Besetzung des heruntergekommenen Fachhochschul-Gebäudes am Alten Markt ist das Haus ab sofort für die Öffentlichkeit gesperrt und mit rot-weißem Flatterband der Polizei umspannt. Der Zutritt wird nur noch mit Dienstausweis am Haupteingang gewährt, heißt es auf Aushängen am Gebäude. Auch der Mensabetrieb ist eingestellt, ein Studio für Hochschulsport geschlossen. „Alle Angebote werden ausgelagert“, bestätigte eine FH-Sprecherin am Montag auf PNN-Anfrage. Zur Sicherung des Hauses würden weitere Maßnahmen in Absprache des Landes mit der Polizei getroffen, teilte auch die Stadtverwaltung am Montagabend mit.

Noch keine Lösung gibt es für die ebenfalls geschlossene Familienberatungsstelle an der FH, wie FH-Kanzlerin Gerlinde Reich bestätigte: „Wir suchen mit der Stadtverwaltung gemeinsam nach neuen Räumlichkeiten.“ Betroffen ist auch die Galerie Sperl an der Seite zur Friedrich-Ebert-Straße, dort musste am Wochenende bereits eine Veranstaltung abgesagt werden. Für die Galerie prüfe man gerade eine Alternative auf dem neuen FH-Campus an der Pappelallee im Bornstedter Feld. „Und das sieht gut aus“, sagte die FH-Kanzlerin.

Gesundheitsprobleme nur bei Umbau der FH

Wie berichtet hatten Besetzer, vornehmlich aus der linken Szene, am vergangenen Donnerstag den alten FH-Bau über Stunden besetzt. Danach räumte die Polizei. Zudem fand das Wochenende über ein Protestcamp gegen den ab Herbst geplanten Abriss der FH statt – der DDR-Bau soll laut geltender Beschlusslage der Stadtverordneten zugunsten von zwei Wohn- und Geschäftskarrees weichen. Die linken Gegner wollen die FH dagegen als öffentlichen Raum für etwa Sportgruppen, Künstler oder Kinder etablieren.

Die Sanierungskosten für die FH lägen laut Stadt bei mehr als 30 Millionen Euro. Zudem ist das Gebäude mit gesundheitsschädlichen Schadstoffen wie das krebserregende Asbest belastet – deswegen war ein Umbau des FH-Schaufensters im Erdgeschoss zu einer Flüchtlingsunterkunft in der Vergangenheit verworfen worden (PNN berichteten). Denn die Schadstoffe würden nur dann ein Gesundheitsproblem für die FH-Nutzer werden, wenn etwa umgebaut werde, hieß es. 

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