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Barberini

  • 18.06.2017
  • von Klaus Peters

Museum Barberini Potsdam: Entspannter Start für Amerikas Moderne im Barberini

von Klaus Peters

Blick in die Ausstellung "Von Hopper bis Rothko" im Museum Barberini. Foto: Manfred Thomas

Nach dem Ansturm auf die Impressionistenschau mit insgesamt mehr als 320.000 Besuchern waren die Erwartungen vor der zweiten Ausstellung des Potsdamer Museums Barberini hoch. Doch die Schau zur nordamerikanischen Moderne startet weniger spektakulär.

Potsdam - Ausgesprochen ruhig geht es zu auf dem Alten Markt in der historischen Mitte Potsdams, immer wieder passieren kleinere Besuchergruppen die Drehtür des Museums Barberini. Kein Vergleich zu der mehr als 100 Meter langen Schlange, die sich vor knapp fünf Monaten zur Eröffnungsschau des Hauses mit französischen Impressionisten und Klassikern der Moderne gebildet hatte. Das private Museum wurde von dem Softwaremilliardärs und Kunstmäzen Hasso Plattner gestiftet.

Keine Schlangen wie zur Eröffnung des Barberini

„Wir haben noch Karten für alle Zeitfenster“, sagt Mitarbeiterin Yvonne Benesch an der Kasse. Eine Stunde nach Öffnung der Ausstellung „Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne“ sind erst rund 1200 der möglichen 2700 Karten für den Eröffnungstag verkauft. Umso entspannter ist die Atmosphäre in den großen Sälen. Die Besucher können die 58 Werke nordamerikanischer Künstler vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre in Ruhe genießen. „Ich habe hier weder Rothko noch Pollock gefunden“, meint ein 69-jähriger Berliner enttäuscht. „Es sind nur wenige Werke und für mich nicht so interessant.“

Doch Besucherführerin Dorothee Entrup klärt das auf. Es gebe zwei kleinere Arbeiten von Mark Rothko und Jackson Pollock in der zweiten Etage des Museums. „Die Phillips Collection hat vier Werke von Rothko, aber die drei großformatigen Bilder dürfen aus konservatorischen Gründen nicht mehr reisen“, sagt sie. Die Phillips Collection in Washington ist die Leihgeberin der Ausstellung. Sie hat die Werke erstmals nach Deutschland geschickt, die Klassiker der amerikanischen Moderne sind nur selten in Europa zu sehen.

Die Meinungen der Besucher sind geteilt

Bernd Frank aus Lindau am Bodensee, zur Zeit auf Berlin-Besuch, ist entsprechend begeistert. „Die Schau ist toll gemacht, weil man hier sehr schön die Entwicklung sieht, die die nordamerikanische Kunst im 20. Jahrhundert genommen hat“, sagt er. „Mir geht es nicht so sehr um einzelne, spektakuläre Kunstwerke.“ Die Meinungen der kunstinteressierten Besucher sind durch die Bank geteilt. Für Entrup hat die chronologische Gliederung ihren besonderen Reiz. So könnten die Besucher in den acht Themenräumen die Entwicklung vom Impressionismus über die Neue Sachlichkeit bis zur Farbfeldmalerei anschaulich verfolgen. „Im zerstörten Europa gab es diesen Bruch durch den Zweiten Weltkrieg, da musste die Kunst anschließend noch mal neu beginnen und hat zunächst etwa auf den Kubismus zurückgegriffen“, erklärt sie. „In den Vereinigten Staaten ist die Entwicklung kontinuierlicher verlaufen.“

Für die Potsdamerin Eva Willmanowski ist die zweite Ausstellung ein besonderes Erlebnis. „Bei der Eröffnung mussten wir uns ganz hinten anstellen und sind nicht mehr reingekommen - da haben wir irgendwann die Lust verloren“, erzählt die ältere Dame im pastellblauen Kostüm. „Jetzt können wir endlich unsere Chance nutzen und diesen herrlichen Palast kennenlernen!“ (dpa)


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Lesen Sie weiter: Ortrud Westheider, die Direktorin des Potsdamer Museums Barberini, spricht im PNN-Interview über die neue Ausstellung, internationale Kooperationen und was die Besucher noch erwartet.

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„Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne“, vom 17. Juni bis 3. Oktober im Museum Barberini.

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