21.11.2017, 4°C
Themenschwerpunkt:

Wohnen in Potsdam

  • 15.06.2017

Streit um Bauvorhaben in Babelsberg: Kirsch-Projekt: Kompromiss in Sicht

Im Gründerzeitstil. So sollen die Wohnungen einmal aussehen. Grafik: Kirsch & Drechsler

Babelsberg - Im Streit um das Bauprojekt des Babelsberger Unternehmers Wolfhard Kirsch auf einem Areal zwischen Steinstraße und Kohlhasenbrücker Straße bahnt sich ein Kompromiss an. Die Stadt hat mit Kirsch, der auch Stadtverordneter für das Bürgerbündnis ist, einen städtebaulichen Vertrag geschlossen, wonach der Unternehmer nun 25 Wohnungen weniger auf dem Karree bauen darf als ursprünglich vorgesehen. 156 sind es jetzt noch insgesamt. Zudem müsse der Investor rund 1,5 Millionen Euro für den Bau von Sozialwohnungen an die Stadt abführen und weitere 837 000 Euro zahlen, mit denen 23 Kita- und Grundschulplätze finanziert werden sollen, wie Stadtplanerin Viola Holtkamp am Dienstagabend im Bauausschuss bekanntgab. Das Gremium vertagte die Entscheidung über die Auslegung des entsprechenden Bebauungsplans zwar, doch scheint eine Zustimmung des Ausschusses diesmal nur noch Formsache zu sein.

Wie berichtet hatte insbesondere die SPD im vergangenen Jahr Kritik an dem Projekt geübt und Umplanungen verlangt. Im Fokus stand dabei der östliche Teil des Areals, auf dem sich einst ein Wald befand, der auch als solcher im Flächennutzungsplan gewidmet war. Eine Umwidmung in Bauland soll in einem parallelen Verfahren beschlossen werden. Die SPD hatte die Eingriffe als zu massiv angesehen und Nachbesserungen gefordert. Als Kompromiss bleibt im Osten nun ein 20 Meter breiter Waldgürtel aus alten Eichen erhalten. Zudem muss Kirsch anderswo im Stadtgebiet 3,6 Hektar Wald aufforsten und weitere Naturschutzmaßnahmen, etwa den Bau von Krötentunneln, bezahlen. Kirsch will mit dem Bau der Wohnungen im Frühjahr 2018 beginnen. pee

Social Media

Umfrage

Soll die Biosphäre abgerissen werden, wie es die Grünen-Fraktion im Stadtparlament nun fordert? Stimmen Sie ab!