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  • 08.06.2017
  • von Henri Kramer

Diskussion um Bäder in Potsdam: Im Norden? Und im Westen auch?

von Henri Kramer

Neues Schmuckstück. Das Sportbecken im blu am Brauhausberg. Foto: Andreas Klaer

Das neue Sport- und Freizeitbad blu ist kaum eröffnet, da diskutiert die Stadtpolitik weitere Bäder. Die Stadtverwaltung zeigt sich allerdings skeptisch.

Potsdam - Nach der Öffnung des neuen Schwimmbads blu stellt sich für manche Kommunalpolitiker auch die Frage: „Baut Potsdam noch ein Bad im Norden?“ Darauf gibt es aktuell aber keine klare Antwort. Zwar hatten die Stadtverordneten im vergangenen November auf Initiative von SPD und CDU/ANW eine Untersuchung beschlossen, „wo städtebaulich sinnvoll im Norden Potsdams ein Stadtteilbad errichtet werden kann“.

Nach diesem Antrag teilte die Bauverwaltung zuletzt mit, der Bedarf eines zusätzlichen Schwimmbades im Norden werde „ausdrücklich nicht bestätigt“. Potsdam verfüge mit dem Kiezbad Am Stern und dem neuen blu auf absehbare Zeit über „ausreichende“ Hallenbad-Kapazitäten. Zwar wären südwestlich der Biosphäre mögliche Flächen für ein Bad vorhanden, so das Baudezernat. Allerdings müsste das Planungsrecht an dieser Stelle von den Stadtverordneten verändert werden – bisher gehört das Areal zum Volkspark. Das Bad müsste die Stadt zahlen, aus der Entwicklungsmaßnahme Bornstedter Feld könne ein solches Projekt wegen rechtlicher Beschränkungen nicht finanziert werden, so das Bauamt. Ob auch ein einfacheres Freibad im Norden möglich wäre, hat bisher keine Stadtfraktion gefragt oder vorgeschlagen.

Und es gibt noch mehr Begehrlichkeiten: In der vergangenen Woche forderte der CDU-Ortsverband Potsdam-West für den Stadtteil erneut ein Freibad an der Havel. Zudem hatten die Stadtverordneten zumindest eine Prüfung angestoßen, ob im Westen Potsdams eine Freizeitwiese mit öffentlichem Zugang zum Wasser realisierbar ist. Bisher sind die Potsdamer, die im Sommer draußen baden gehen wollen, auf die Strandbäder in Babelsberg oder am Templiner See angewiesen – oder sie nutzen wilde Badestellen wie am Heiligen See. Im Neuen Garten hatten die Badegäste in den letzten Jahren massive Umwelt- und Müllprobleme verursacht.

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