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  • 30.05.2017
  • von Henri Kramer

Brandenburg investiert Millionen in Potsdam: Mehr Geld für Wissenschaft und Regierungsgebäude

von Henri Kramer

Viel Geld für die Uni. Allein am Uni-Campus am Neuen Palais will die Stadt in den nächsten vier Jahren mehr als 22 Millionen Euro investieren. Das Abraham Geiger Kolleg soll dort einen neuen Sitz erhalten. Foto: Karla Fritze / Uni Potsdam

Erweitern, modernisieren, ausbauen: Das Land Brandenburg will in den nächsten Jahren 60 Millionen Euro in Potsdam ausgeben. Ein Überblick.

Potsdam - Ob in der Innenstadt, am Park Sanssouci oder in Golm: Das Land Brandenburg will in den kommenden fünf Jahren in Potsdam mehr als 60 Millionen Euro investieren. Die entsprechenden Vorhaben hat das Finanzministerium jetzt auf Anfrage des Landtagsabgeordneten und Potsdamer CDU-Kreischefs Steeven Bretz veröffentlicht. Demnach profitieren vor allem die Universität Potsdam, Justiz- und Regierungseinrichtungen sowie das Institut für Rechtsmedizin. Die PNN geben einen Überblick, wofür und wann die Millionen ausgegeben werden:

INNENSTADT

Bereits begonnen haben Arbeiten am Regierungsstand in der Henning-von-Tresckow-Straße hinter dem Polizeihauptquartier. Unter anderem wird die Gebäudetechnik auf dem Areal erneuert, das Haus 1 des Innenministeriums erhält einen besseren Sonnenschutz. Geplant sind in den kommenden Jahren auch der Neubau einer Kantine sowie die Sanierung der Behördenhäuser 9 und 10. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Ministerium auf mehr als 14,2 Millionen Euro.

TELTOWER VORSTADT

Am Regierungssitz in der Heinrich-Mann-Allee soll das Haus 12 für das Landesvermessungsamt bis spätestens Mitte 2018 saniert und barrierefrei erschlossen werden. Insgesamt plant das Land mit 17,9 Millionen Euro Baukosten an dem Standort. So sollen bis Ende des nächsten Jahres Gebäude für die noch in Kleinmachnow sitzende Landesbeauftragte für den Datenschutz und für den Landesbetrieb Forst saniert werden. Bis Mitte 2019 ist ein Erweiterungsbau plus Sanierung bestehender Häuser für den Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) vorgesehen. Und: Bis 2020 ist ein Neubau für das Potsdamer Sozialgericht geplant, bisher ist die Behörde in der Berliner Vorstadt angesiedelt.

AM NEUEN PALAIS

Massiv investiert wird in den Universitäts-Campus am Neuen Palais. 22,3 Millionen Euro sollen am Standort ausgegeben werden. Zwischen 2019 und 2021 wird für die philosophische Fakultät ein Neubau errichtet. Zudem sind am gesamten Standort energetische Sanierungsmaßnahmen in Vorbereitung. Bis zum Jahr 2020 soll zudem eine bestehende Orangerie für das Abraham Geiger Kolleg saniert werden. Das Kolleg ist ein An-Institut der Uni Potsdam und das erste Ausbildungsseminar für Rabbiner in Kontinentaleuropa nach dem Holocaust. In der Lindstedter Straße, wird bis Ende des Jahres das dortige Landesinstitut für Rechtsmedizin umgebaut, damit dort eine Anlage für Computertomographie eingebaut werden kann. Dieses Projekt kostet 480 000 Euro.

JÄGERVORSTADT

Noch in diesem Jahr sind an zwei Justizstandorten des Landes Veränderungen geplant. Der altehrwürdige Amtsgerichtssitz in der Hegelallee 8 erhält eine Sicherheitsschleuse und wird barrierefrei. Das soll 700 000 Euro kosten. Ein verbesserter Sonnenschutz für 300 000 Euro soll für das im Sommer oft sehr heiße Justizzentrum in der Jägerallee angeschafft werden, Mitte 2018 soll er funktionieren.

BABELSBERG

Mehr als 3,2 Millionen Euro sollen in den Standort der Universität Potsdam am Griebnitzsee fließen. Zwischen 2019 und 2021 soll dort das Hauptgebäude saniert und das Haus 3 barrierefrei und brandsicher umgebaut werden.

GOLM

Der Wissenschaftspark und der Uni-Standort Golm sollen auch von den Landesinvestitionen profitieren. Ab 2019 soll dort das Haus 5 umgebaut werden, in dem sich das Audiovisuelle Zentrum befindet. Insgesamt investiert das Land dort 5,3 Millionen Euro. Am Rande von Golm, am Windmühlenberg in Richtung Bornim, sind bis Mitte 2018 Umbauarbeiten am Archivstandort geplant. Dafür sind knapp 580 000 Euro eingeplant.

FRÜHERE INVESTITIONEN

Seit Jahren investiert die Landesregierung in ihre Liegenschaften in Potsdam. Laut Finanzministerium sind zwischen 2011 und 2016 mehr als 105 Millionen Euro für Sanierungs- und Neubauprojekte geflossen. Nicht enthalten sind die Neubauten für das Finanz- und das Umweltministerium in der Heinrich-Mann-Allee und der Henning-von-Tresckow-Straße, die das Land für insgesamt rund 50 Millionen Euro von privaten Investoren errichten ließ. Auch das 100 Millionen Euro teure Landtagsschloss, für dessen Fassade Mäzen Hasso Plattner 20 Millionen Euro gespendet hatte, ist ein „Extraposten“.

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