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Themenschwerpunkt:

Stadtentwicklung

  • 30.05.2017
  • von Henri Kramer

Staudenhof und Fachhochschule Potsdam: Plattenbau ohne Eingang?

von Henri Kramer

Die Mieter des Staudenhofs sollen durch den Abriss der Fachhochschule Potsdam nicht belastet werden, fordert die Linke- Foto: A. Klaer

Die Fachhochschule Potsdam soll im Herbst abgerissen werden. Das könnte die Wohnqualität im Staudenhof einschränken.

Potsdam - Der umstrittene Wohnblock Staudenhof hat Bestandsschutz bis 2022, doch schon ab Herbst wird das Umfeld des DDR-Plattenbaus durch den geplanten Abriss der Fachhochschule zur Großbaustelle. Die Linke beantragt nun im Stadtparlament, dass die Wohnqualität für die Mieter „nicht eingeschränkt wird“. Am 7. Juni werden die Stadtverordneten darüber beraten, vermutlich wird der Antrag in die Fachausschüsse verwiesen.

Die Linken sorgt vor allem, dass sich der FH-Abriss negativ auf den Staudenhof auswirken könnte. Gerade der Zugang zum Wohnhaus, der in Richtung der FH liegt, könnte betroffen sein. Schon jetzt sei die Verunsicherung unter den Mietern groß, heißt es im Antrag. Die Linken verweisen auch auf den von ihnen mit ausgehandelten Kompromiss zur Potsdamer Mitte. Demnach soll die Stadt vor einer Entscheidung über den Abriss des Hauses mit einer Wirtschaftlichkeitsberechnung nachweisen, dass bei einem Neubau mindestens die gleiche Zahl an Wohnungen entstehen kann. Diese Rechnung müsse auch den Anwohnern transparent dargestellt werden, fordern die Linken. Die Bewohner sollten „unmittelbar in die anstehenden Prüfungs- und Entscheidungsvorgänge“ zum Umgang mit dem Gebäude einbezogen werden.

Planungen für FH-Abriss liegen im Juli vor

Zuständig ist der kommunale Sanierungsträger, eine Tochter der städtischen Bauholding Pro Potsdam. Eine Sprecherin sagte, die Planungen für den Rückbau der FH würden im Juli vorliegen, eines der wesentlichen Ziele sei die volle Zugänglichkeit des Staudenhofs. Zugleich werde der Sanierungsträger in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung die Anlieger über die mit dem FH-Abbruch „verbundenen Einschränkungen“ informieren. „Mit Gewerbetreibenden und sozialen Einrichtungen aus dem Staudenhof gab es bereits erste Gespräche“, so die Sprecherin. In den kommenden Wochen würde zu Informationsveranstaltungen eingeladen. Alle anderen Institutionen in der Nachbarschaft würden über den Abbruch informiert. Zusätzlich soll es der Sprecherin zufolge in der ersten Septemberhälfte eine öffentliche Bürgerversammlung geben: „Dort werden der Ablauf des Abbruchs und dessen konkrete Auswirkungen auf das Alltagsleben im Quartier vorgestellt.“ 

Die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsberechnung zu einem potentiellen Neubau auf dem Grundstück des Staudenhofs würden indes zunächst der Stadtverordnetenversammlung - in deren Auftrag die Untersuchung durchgeführt wird - vorgelegt. Selbstverständlich würden auch die Mieter im Staudenhof frühzeitig informiert. Mieter mit unbefristeten Verträgen würden zudem rechtzeitig mit Ersatzwohnungen versorgt

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