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  • 06.05.2017
  • von Holger Catenhusen

Konferenz zu Wilhelm von Humblodt Forscher tauschen sich in Potsdam aus

von Holger Catenhusen

Der preußische Gelehrte und Staatsmann Wilhelm von Humboldt wurde 1767 in Potsdam geboren. Am 22. Juni jährt sich sein Geburtstag zum 250. Mal. Die Humboldt-Gesellschaft hat das zum Anlass genommen, ihre 105. wissenschaftliche Tagung an diesem Wochenende in Potsdam und Caputh zu veranstalten. Vom gestrigen Freitag an bis Sonntag wollen Experten in Vorträgen einzelne Aspekte aus dem Leben des großen Intellektuellen näher beleuchten. Wilhelm von Humboldt war der ältere der beiden berühmten Brüder. Während Alexander mit seinen naturwissenschaftlichen Forschungen und ausgedehnten Forschungsreisen hervortrat, hinterließ Wilhelm unter anderem nachhaltige Spuren als Bildungsreformer. So nahm er, in Staatsdiensten stehend, Einfluss auf die Entwicklung des preußischen Schul- und Universitätswesens.

Wilhelm von Humboldt beschäftigte sich zudem als Wissenschaftler umfassend mit der Struktur von Sprachen. So gehört er zu den Begründern der baskischen Sprachwissenschaft. Diesem Kapitel im Forscherleben Wilhelm von Humboldts widmet sich auf der Tagung ein Vortrag des Dortmunder Erziehungswissenschaftlers Ruprecht Mattig. Sein Beitrag steht unter dem Titel: „Wilhelm von Humboldt als Bildungsethnograph – seine wenig beachteten empirischen Studien in Spanien und im Baskenland“.

Im Auditorium Maximum der Potsdamer Universität auf dem Campus am Neuen Palais wird am heutigen Samstag der Germanist und Historiker Conrad Wiedemann über „Wilhelm von Humboldt und das Menschenrecht auf Individualität“ sprechen. Ganz im Zeichen des politischen Wirkens des Staatsmanns Humboldt steht dann der Vortrag von Dietrich Spitta. Er wird in seinem Beitrag das Staatsideal Wilhelm von Humboldts in den Blick nehmen. Die Tagungsteilnehmer wollen auch dem Schloss Charlottenhof einen Besuch abstatten. Im blau-weiß gehaltenen Zeltzimmer wohnte einst während seiner Potsdam-Besuche Wilhelms Bruder Alexander. Er war auf Einladung von Kronprinz Friedrich Wilhelm, dem späteren König Friedrich Wilhelm IV., nach Potsdam gekommen.

Morgen soll es eine Festmatinee im Museum Barberini geben. Sie steht im Zeichen der Verleihung der Goldenen Medaille der Humboldt-Gesellschaft an Professor Klaus-Dieter Lehmann, den Präsidenten des Goethe-Instituts. Lehmann wird für seine Verdienste um das im Bau befindliche Humboldt-Forum in Berlin geehrt. Als früherer Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz habe er maßgeblich die Entwicklung des Großprojekts gefördert, so die Begründung der Humboldt-Gesellschaft. Holger Catenhusen

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