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Themenschwerpunkt:

Das neue Potsdam

  • 07.02.2017
  • von Erik Wenk

PNN-Serie "Das neue Potsdam": Wasserstraße: Zwischen Churchill-Villa und Schloss Babelsberg

von Erik Wenk

Wohnen am Welterbe - am Babelsberger Griebnitzsee ist das möglich. Foto: A. Klaer

In den neuen Wohnhäusern der Wasserstraße am Griebnitzsee lebt es sich mondän. Entsprechend sind auch die Mieten.

Potsdam wächst rasant, überall in der Stadt schießen neue Wohnviertel empor. Doch wie lebt es sich dort eigentlich? Die PNN besuchen die Quartiere und stellen sie in der Serie „Das neue Potsdam“ vor. 

Heute: Wasserstraße (Folge 26)

 

Babelsberg - Wohnen am Welterbe – das ist in Potsdam gar nicht so schwierig, immerhin machen Parks mit Unesco-Siegel einen nicht unerheblichen Anteil der Innenstadtfläche aus. Unbebaute Grundstücke in unmittelbarer Nachbarschaft von Sanssouci, Neuem Garten und Park Babelsberg sind allerdings absolute Mangelware, doch es gibt sie: Erst Mitte Januar sind drei Mehrfamilienhäuser an der Wasserstraße 5 - 6 fertiggestellt worden, nur 50 Meter vom nordöstlichen Eingang zum Park Babelsberg entfernt. Gleich über die Straße liegt das neugotische Pförtnerhaus, von ferne lassen sich die Turmspitzen des Schlosses Babelsberg ausmachen, nicht weit entfernt stehen die geschichtsträchtigen Villen, in denen während der Potsdamer Konferenz im Sommer 1945 die Staatschefs der Siegermächte, Truman, Churchill und Stalin, residierten.

Im Vergleich zu diesem historischen Umfeld nehmen sich die drei zweistöckigen Neubauten mit den schiefergrauen Satteldächern sehr sachlich aus: Gerade Formen, schnörkellose Flächen, hellgraue Wände. Ein paar hölzerne Rankengitter weisen jedoch darauf hin, dass die nüchternen Wände künftig noch durch ein paar Kletterpflanzen aufgelockert werden sollen.

Schlichtes Aussehen der Häuser ist kein Zufall

Das schlichte Aussehen der Häuser ist kein Zufall: Die strengen Denkmalschutzauflagen, die durch die Nähe zum Welterbepark bestanden, machten bestimmte gestalterische Entscheidungen notwendig. „Wir hätten die Wände natürlich gerne etwas heller gestrichen, aber das Aussehen der Häuser sollte möglichst unauffällig sein, um das historische Umfeld nicht zu stören“, sagt Stefan Breuer, Mitarbeiter des Berliner Immobilienunternehmers Klaus Strohbücker.

Strohbücker ist in Potsdam kein Unbekannter: Bereits mit dem Bau eines Wohnhauses direkt gegenüber dem östlichen Haupteingang zum Park Sanssouci war er 2014 für ein Bauprojekt im empfindlichen Welterbebereich verantwortlich. Der Neubau orientierte sich dabei äußerlich an der historischen Persius-Villa, die sich früher dort befunden hatte. Die Entwürfe kamen damals vom renommierten Potsdamer Architekturbüro Van Geisten & Marfels, das unter anderem auch an der Sanierung der Roten Kaserne und an Umbauten für das Aufseherhaus in der Alexandrowka zuständig war.

Häuser mussten in den Hang gebaut werden, um historischen Sichtachsen nicht im Weg zu stehen

Auch für die drei Neubauten an der Wasserstraße 5 - 6 lieferte Van Geisten & Marfels die Entwürfe. Erst nach drei Anläufen habe es mit der Baugenehmigung für das 5000 Quadratmeter große Grundstück in Hanglage geklappt, so Breuer: „Es hätte zu Anfang wohl niemand geglaubt, dass uns der Bau einer Tiefgarage genehmigt wird.“ Doch es klappte: Direkt vor der großzügigen Gartenanlage führt ein gewundener Betonschacht zu den unterirdischen Parkplätzen.

Überhaupt musste beim Baubeginn 2015 ziemlich viel Erde bewegt werden, denn zu den Denkmalschutzauflagen zählte auch, dass die Häuser möglichst weit in den Hang hineingebaut werden sollten, damit sie nicht etwa historischen Sichtachsen im Wege stehen: „Wir mussten den Hang so weit nach hinten setzen, dass die Häuser vom Park aus nicht sichtbar sind“, erklärt Breuer. Damit der Hang stabil bleibt, wurde das Ganze mit Betonelementen gestützt und zusätzlich bepflanzt.

2600 Euro Kaltmiete für die kleinen Wohnungen

Bei der Gestaltung des Gartens wurde ebenfalls nicht gespart: In einer geschützten Ecke wurde ein meterhoher Bonsai-Baum gepflanzt. Herzstück des Gartens ist ein kleiner Spielplatz mit Schaukel, Sandkasten, Wippe und zwei Bänken. „Er liegt so, dass man ihn von den Küchen aller drei Häuser gut sehen kann“, sagt Breuer. Die Häuser richten sich klar an Familien: Vier der sechs Doppelhaushälften verfügen über sechs Zimmer mit insgesamt 188 Quadratmetern Wohnfläche, beim größeren Haus sind es jeweils sieben Zimmer mit 267 Quadratmetern. Kaltmiete: 2600 Euro für die kleinen Wohnungen, 3400 Euro für die größeren.

Da die Häuser erst vor Kurzem fertiggestellt wurden, sind die meisten noch in der Vermarktung. Eine Familie mit zwei Kindern ist bereits im Dezember eingezogen. „Die hatten das schon als Rohbau gemietet und waren von dem späteren Ergebnis sehr begeistert“, sagt Breuer. Auch für die anderen Häuser gebe es viele Anfragen, unter anderem aus Hamburg. „Es sind oft Menschen, die in Berlin arbeiten, aber weg vom Stress der Großstadt wohnen wollen“, sagt Breuer. Dafür sei der Standort perfekt: „Man gehört direkt zu Potsdam, aber hat zu allen Seiten Waldblick.“

Jedes Haus hat eine eigene Alarmanlage

Auch wenn die Häuser von außen unspektakulär wirken: Die Innenausstattung ist erstklassig. Jede Wohnung verfügt über drei Badezimmer, Außen- und Dachterrasse, eine Einbauküche und Fußbodenheizung unter dem Eichenholzparkett. Im Wohnzimmer sorgt ein rustikaler Kaminofen für Gemütlichkeit. Entsprechend der edlen Ausstattung sind auch die Sicherheitsvorkehrungen: Die dreifach verglasten Fenster haben elektrische Rollläden mit Sicherheitsbeschlägen, jedes Haus verfügt über eine eigene Alarmanlage.

Für Investor Klaus Strohbücker ist es nicht das letzte Wohnprojekt in der Gegend: Die nächste Baustelle befindet sich gleich um die Ecke, in der Sauerbruchstraße. Im Sommer 2017 soll hier mit den Arbeiten an drei Stadtvillen mit fünf Wohneinheiten begonnen werden, wiederum mit vielen Denkmalschutzauflagen, aber hier hat der Bauherr ja schon Routine. Fertig sein werden die Häuser voraussichtlich Ende des Jahres. Die Bauarbeiter haben keinen weiten Weg: Sie können ihren Arbeitsplatz von der Wasserstraße quasi direkt in die Sauerbruchstraße verlegen. „Wir holen die Arbeiter von einem Ort gleich zum nächsten“, sagt Breuer.

Die nächste Folge lesen Sie am Freitag in Ihren PNN.

 

 


 

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