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Themenschwerpunkt:

Das neue Potsdam

  • 03.02.2017
  • von Marco Zschieck

PNN-Serie "Das neue Potsdam": Am Wiesenpark: Betongold am Wiesenpark

von Marco Zschieck

Mehr als 500 Wohnungen, eine Seniorenresidenz und mehrere Geschäfte sind in dem neuen Quartier entstanden. Foto: A. Klaer

Ein Entree mit 500 Wohnungen im Bornstedter Feld: Investoren haben einen urbanen Stadtteil am Fuße des Ruinenbergs entstehen lassen.

Potsdam wächst rasant, überall in der Stadt schießen neue Wohnviertel empor. Doch wie lebt es sich dort eigentlich? Die PNN besuchen die Quartiere und stellen sie in der Serie „Das neue Potsdam“ vor. 

Heute: „Am Wiesenpark“ im Bornstedter Feld (Folge 25).

 

Es sieht aus wie in einer richtigen Stadt: Steht man auf der Kreuzung von Erich-Mendelsohn-Allee und Alexander-Klein-Straße und dreht sich um die eigene Achse, sieht man an allen Ecken nur mehrstöckige Häuser, die die Straßenränder säumen. Eines davon an der Straßenbahnhaltestelle Johan-Bouman- Platz hat sogar sechs Stockwerke. Mit seinen abgerundeten Gebäudeecken hat es etwas Turmartiges. Fachleute nennen so etwas wohl eine städtebauliche Dominante. Und tatsächlich deutet das Gebäude auf das hin, was einmal so etwas wie das urbane Zentrum im westlichen Teil des Bornstedter Felds werden soll.

Arbeiten am Johan-Bouman-Platz sollen in diesem Jahr beginnen

Vom Johan-Bouman-Platz ist bisher noch nicht viel mehr zu sehen als eine Brache mit ein paar Sträuchern und allerlei Baustelleneinrichtungen. Das soll sich aber bald ändern. Rund 400 000 Euro will der Entwicklungsträger in den Platz investieren. Die Arbeiten sollen in diesem Jahr beginnen. Der Platz soll Raum für Veranstaltungen, Gastronomie sowie Marktstände bieten und zu einem urbanen Aufenthaltsort werden, hatte der Geschäftsführer des Entwicklungsträgers, Horst Müller-Zinsius, im vergangenen Jahr bei der Vorstellung der Pläne gesagt. Ein wichtiges Element soll eine rund 40 Meter lange Holzbank sein, die unter Bäumen steht und als Trennung zum dahinter gelegenen Parkplatz des Einkaufszentrums dienen soll. Die Lehne soll deshalb rund 1,60 Meter hoch sein. Auf der anderen Seite begrenzt die Tramhaltestelle den Platz. Auch dort sind lange Bänke vorgesehen. Geplant ist ein städtischer Platz, also kaum Bäume oder Rasen.

Grün gibt es rings um den Johan-Bouman-Platz sonst nämlich reichlich. Direkt südlich, auf der anderen Straßenseite der Pappelallee, liegt der 74 Meter hohe Ruinenberg. 1841 beauftragte König Friedrich Wilhelm IV. seinen Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné mit der gärtnerischen Gestaltung des Geländes. Östlich und nördlich des neuen Wohngebiets befindet sich der Wiesenpark, das südliche Ende des Volksparks.

Das viele Grün weiß auch Anwohnerin Astrid Kundt zu schätzen. Sie wohnt seit rund einem Jahr im Karree zwischen Peter-Behrens-Straße und Hannes- Meyer-Straße. Damit gehörte sie zu den Pionieren, die in die seinerzeit vom Bauträger NCC fertiggestellte Wohnanlage gezogen sind. Die beigen Viergeschosser im Blockinneren sind alle nach Südosten zum Wiesenpark ausgerichtet. Die Erdgeschosswohnungen haben jeweils einen eigenen kleinen Vorgarten. „Die Leute in der Nachbarschaft sind sehr freundlich“, sagt sie. Man sei sehr schnell miteinander warm geworden.

Nah an der Stadt und trotzdem im Grünen

Kundt ist zufrieden mit ihrer Wahl. Man sei nah an der Stadt und trotzdem im Grünen. Besonders angetan hat es ihr der Innenbereich des Wohnkarrees. Der ist nämlich autofrei. Die Stellplätze sind in einer Tiefgarage untergebracht, sodass zwischen den Wohnhäusern ein begrünter Innenhof entstanden ist. Dort gibt es jetzt schon hölzerne Sitzbänke und allerlei Spielgeräte für Kinder. Das gefalle auch Enkelin Amie, wenn die Fünfjährige zu Besuch bei ihrer Oma ist, so Kundt. Es soll die Wohnung für den Ruhestand werden. Deshalb sei es ein wichtiges Argument gewesen, dass die Wohnungen barrierearm sind.

Der Komfort ist natürlich nicht ganz billig. Bei 10,50 Euro je Quadratmeter Kaltmiete geht es los. Die 180 Zwei- bis Vier-Zimmerwohnungen sind fast alle bereits bezogen. Die Investitionsmittel dafür hatte die Industria Wohnen GmbH von institutionellen Anlegern wie Versicherungen und Pensionskassen eingesammelt. Diese fühlen sich offenbar im Bornstedter Feld wohl. Gleich nebenan im Karree zwischen Mies-van-der-Rohe-Straße und Peter-Behrens-Straße hat der Potsdamer Bauträger Mila seit Mai 2014 genau 132 Ein- bis Vierzimmerwohnungen in sechs viergeschossigen Mehrfamilienhäusern errichtet. Dazu kommt entlang der Erich-Mendelsohn-Allee ein langer Gebäuderiegel mit 60 Mietwohnungen in den Obergeschossen. Im Erdgeschoss sind bereits mehrere Arztpraxen eingezogen. Eine Filiale des Bäckers Fahland soll demnächst eröffnen. Die Bayrische Rechtsanwalts- und Steuerberaterversorgung investierte 25 Millionen Euro in das Bauprojekt.

Etwas kleinteiliger sieht es westlich der Straßenbahnhaltestelle Hannes-Meyer-Straße aus: Dort errichtet die Hanseatische Immobilientreuhand 54 dreigeschossige Reihenhäuser – Townhouse genannt. Zu jedem davon gehört auch ein eigenes Stück Garten. Einige sind bereits bezogen. Bei den letzten Gebäuden ist sichtbar der Innenausbau im Gange. Den Abschluss zur Erich-Mendelsohn-Straße bilden zwei Gebäuderiegel links und rechts der Konrad-Wachsmann-Straße mit 60 beziehungsweise 22 Wohneinheiten. Die Rohbauten stehen bereits. Sie werden für eine Kaltmiete von rund 11 Euro je Quadratmeter angeboten. Auch in diesem Quartier gibt es eine Tiefgarage.

Keine weiten Wege

Die Bewohner der insgesamt mehr als 500 Wohnungen am Wiesenpark müssen zum Einkaufen keine weiten Wege gehen. Direkt am Johan-Bouman-Platz ist bereits ein Nahversorgungszentrum entstanden: An der Pappelallee steht schon einige Jahre ein Rewe-Markt. Der Discounter Penny ist im vergangenen Jahr direkt gegenüber ins Erdgeschoss der Seniorenresidenz Luisengarten in der Alexander-Klein-Straße eingezogen, die vom Landesausschuss für Innere Mission (Lafim) betrieben wird. Das Gebäude des Projektentwicklers Egenter & Czischka war im Sommer vergangenen Jahres fertiggestellt worden. 79 Einzelzimmer und 18 sogenannte Servicewohnungen gibt es dort.

Auch wenn die Anwohner mal etwas anderes brauchen als Lebensmittel aus dem Supermarkt, werden sie fündig. In dem Gebäude hat sich auch eine Filiale einer Bekleidungskette niedergelassen. Es gibt einen Bäcker, einen Fleischer, ein Schuhgeschäft, eine Drogerie und einen Lotto- und Zeitschriftenladen. Direkt an der Tramhaltestelle Johan-Bouman-Platz läuft derzeit der Innenausbau für weitere Einzelhändler. Dort sollen eine Apotheke und ein Juwelier einziehen.

Die nächste Folge lesen Sie am Dienstag in Ihren PNN.

 


 

 

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