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Barberini

  • 14.01.2017
  • von Alexander Fröhlich

Polizei-Einsatz zur Barberini-Eröffnung: Einsatzleiter: "Auch Bill Gates wird erwartet"

von Alexander Fröhlich

Zur Eröffnung des neuen Museums Barberini wird auch Bill Gates erwartet. Ob er wirklich nach Potsdam kommt, ist derzeit aber noch nicht offiziell bestätigt. Foto: Britta Pedersen/dpa

Zur feierlichen Eröffnung des neuen Museums Barberini am 20. Januar werden auch einige Prominente erwartet. Polizei-Einsatzleiter Karsten Schiewe spricht im PNN-Interview über den Einsatz - und mit welchen Einschränkungen Potsdamer rechnen müssen.

Wie ist die Polizei auf den Einsatz vorbereitet? Ist es eine normale Lage oder ein außergewöhnlicher Einsatz?

Für uns als Polizei ist es keine „normale Lage“. Dass wir es mit einem herausragenden Ereignis an einem herausragenden Ort mit herausragenden Besuchern zu tun haben, dürfte wohl unstrittig sein. Wenn „The Guardian“ dieses Ereignis an die weltweite Spitze der Museumseröffnungen 2017 rankt, erübrigt sich eigentlich jedes weitere Sinnieren über die Bedeutung für unsere Region. Der Umgang mit Kunst und Kultur gilt als Maßstab für die Weltoffenheit einer Gesellschaft, darum sehen wir als Polizei unsere Aufgabe auch darin, die Eröffnung eines künstlerischen und kulturellen Mittel- und Höhepunktes in der historischen Potsdamer Mitte ohne jedwede Beeinträchtigung und damit einen Höchstwert in einer solchen Maßstabsskala sicherzustellen.

 

Welche sicherheitsrelevanten Personen werden erwartet?

Die Liste der geladenen Besucher liest sich wie ein „Who is Who“ herausragender Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Kunst und Kultur sowie anderen Bereichen. Es ist ja auch kein Geheimnis, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnung dabei ist, ebenso wie unser Ministerpräsident Dietmar Woidke. Die Liste sicherheitsrelevanter Personen ist aber wesentlich länger. Beispielsweise wird auch Bill Gates erwartet. Zwar ist der Blick auf solche sicherheitsrelevanten Personen wichtig, im polizeilichen Fokus steht aber die Sicherheit aller Besucher und der Veranstaltung an sich.

 

Welche Sicherheitsvorkehrungen muss die Polizei für die Eröffnung treffen? Wie groß ist der Personalaufwand?

Im Gesamtgefüge der für die Sicherheit Verantwortlichen sind wir am 20. Januar dabei nur ein, wenngleich doch nicht ganz unwichtiger, Partner. Schwerpunkt des polizeilichen Agierens ist vor allem die Gewährleistung eines sicheren Bereiches um den Veranstaltungsort herum. Natürlich ist der Personalaufwand dafür ein nicht geringer. Die laufenden Personalplanungen sind noch nicht abgeschlossen, sie werden ja auch kontinuierlich in Abhängigkeit der sich entwickelnden Sicherheitslage aktualisiert. Jetzt eine genaue Personalzahl zu benennen, erscheint mir deshalb unseriös. Wir als Polizei sind aber bestrebt, uns professionell im Hintergrund zu halten, im Bedarfsfall aber auch zügig agieren zu können. Kurzum: Wir wollen sichtbar sein, aber optisch nicht dominieren. Der Charakter eines herausragenden Festes der Kunst und Kultur soll im Mittelpunkt stehen, wir möchten nicht einen „Tag der offenen Tür der Polizei“ veranstalten.

 

Mit welchen Verkehrsbeeinträchtigungen müssen die Potsdamer rechnen?

Natürlich ist die zeitgleiche Anreise von mehreren hundert geladenen Besuchern eine Herausforderung für den innerstädtischen Verkehr. Wir sind aber gemeinsam mit dem Veranstalter und der Stadt sehr gut vorbereitet, um für die Verkehrsteilnehmer gerade im Feierabendverkehr hier keine spürbare Sonderbelastung zu erzeugen. Am Veranstaltungstag wird klar und eindeutig unter anderem durch die Beschilderung deutlich gemacht werden, dass eine Einfahrt in den Bereich des Alten Marktes nicht möglich sein wird. Mir macht mit Blick auf die gegenwärtige Wetterlage aber eher Sorge, dass es schnee- oder glatteisbedingt in der Potsdamer Innenstadt zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen könnte.

 

Wird der Alte Markt zugänglich sein oder abgesperrt werden?

Weite Teile des Alten Marktes werden gerade zu Beginn der Festveranstaltung nicht zugänglich sein. Wir möchten aber auch keine „Bastion Alter Markt“ errichten, und werden insofern auch mit Augenmaß agieren, müssen allerdings auch Aktionsflächen für möglicherweise notwendige polizeiliche Maßnahmen freihalten. Ändert sich die Sicherheitslage, kann dies natürlich dann am 20. Januar auch ganz anders aussehen. Und da wir nicht die Froschperspektive einnehmen, bewerten wir ständig sehr intensiv, ob Ereignisse und Entwicklungen in Brandenburg, in Deutschland, in Europa und in der Welt einen Einfluss auch auf uns haben können.

 

Die Fragen stellte Alexander Fröhlich.

 

ZUR PERSON: Karsten Schiewe (50) ist Leiter des Einsatzstabs der Polizeidirektion West und Polizeiführer des Einsatzes zur Barberini-Eröffnung.

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