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  • 10.01.2017
  • von Katharina Wiechers

Potsdams neuer Baudezernent: Bernd Rubelt: „Ich habe dickes Fell und Rückgrat“

von Katharina Wiechers

Erleichtert. Im ersten Wahlgang wurde Rubelt zum Dezernenten gewählt – nach den Pannen der letzten Wochen keine Selbstverständlichkeit. Moralisch unterstützt wurde er von seiner Frau Susanne Müller-Rubelt. Foto: Manfred Thomas

Potsdams neuer Baudezernent Bernd Rubelt spricht im PNN-Interview über die Erwartungen an seinen Job. Wann er seine Stelle antreten wird, ist aber noch unklar.

Herr Rubelt, was sagen Sie zur Wahl? Lief es so, wie Sie es erhofft haben oder waren 14 Gegenstimmen doch mehr als gedacht?

Nein, das ist ein tolles Ergebnis, immerhin haben die Stimmen schon im ersten Wahlgang gereicht. Das ist ein Ergebnis, mit dem ich sehr gut arbeiten kann.

Sie sind ja nun nicht die erste Wahl, vor Ihnen sollten schon zwei andere Kandidaten Baudezernent werden. Erschwert das Ihren Start?

Nein. Ich fühle mich nicht so. Das Ergebnis spricht für sich und das ist das Einzige, was zählt.

Wann werden Sie Ihre Stelle antreten können?

Das kann ich noch nicht sagen. Ich habe noch einen bestehenden Arbeitsvertrag in Eutin und ich möchte nicht dem vorgreifen, was ich mit meinem dortigen Dienstherren noch besprechen will. Es gab schon Vorgespräche, aber ein Datum kann ich noch nicht nennen. Ich will baldmöglichst anfangen.

Wie oft waren Sie denn schon in Potsdam?

Schon viele Male in den vergangenen Jahren, beruflich, aber auch privat. Aber jetzt in den letzten Wochen und Monaten natürlich öfter.

Und wie war Ihr Eindruck?

Ein sehr guter. Aber natürlich gibt es auch viel zu tun und dem will ich mich jetzt nach der Wahl auch widmen.

Können Sie schon sagen, was das sein wird?

Nein, das will ich mir erst erarbeiten. Da bedarf es einer sorgfältigen Prüfung, bevor es einen Handlungsplan gibt.  

Gibt es denn etwas, das Sie persönlich mit Potsdam verbindet?

Ja ich habe hier ein persönliches Netzwerk. Und ich habe sogar herausgefunden, dass mein Großvater vor ewigen Zeiten in der Region gearbeitet hat, er war im Flugzeugbau tätig.

Sie werden ja bestimmt nach Potsdam ziehen...

Ja, mit Sicherheit. Ich will dort leben wo ich arbeite und dort auch meinen Alltag haben.

Haben Sie schon ein Lieblingsviertel, in dem Sie besonders gerne wohnen würden?

Nein, das kann ich nicht sagen. Vielleicht möglichst nah an den Parkanlagen, aber es gibt hier ja so viele Parks. Die Wahlmöglichkeiten sind also groß.

Sie waren einst Grünen-Mitglied. Warum sind Sie damals ausgetreten?

Aus persönlichen Gründen. 

 

Ihr Vorgänger Matthias Klipp hatte eine klare Vorliebe für das Radfahren. Räumen Sie auch dem Radverkehr Priorität ein?

Ich bin multimodal. Ich fahre Fahrrad, ich fahre Auto, ich fahre Straßenbahn und gehe am liebsten zu Fuß durch die Stadt.

Sie haben momentan 23 Mitarbeiter, in Potsdam werden es mehr als 400 sein. Warum denken Sie, dass Sie dieser Aufgabe dennoch gewachsen sind?

Gute Führungsarbeit hat nichts mit der Anzahl der Mitarbeiter zu tun.

Man kann sagen, dass Potsdam bislang ziemliches Pech mit seinen Baudezernenten hatte. Geht es mit Ihnen bergauf?

Ich habe eine bestimmte Einstellung zu meinem Beruf und die trägt mich auch in so eine Stelle. Das wichtigste ist aus meiner Sicht, die Führungsrolle wahrzunehmen. Und über Dinge, die über andere Menschen gesagt werden, möchte ich nicht sprechen.

In Potsdam muss man einstecken können, vielleicht gerade als Baudezernent. Deshalb die letzte Frage: Haben Sie ein dickes Fell?

Beides ist wichtig für den Job, dickes Fell und Rückgrat.

Und Sie haben beides?

Ja.

Die Fragen stellte Katharina Wiechers

 

ZUR PERSON: Bernd Rubelt ist derzeit noch Bauamtschef in der 17 000-Einwohner-Stadt Eutin in Schleswig-Holstein, wo er seit 2011 tätig ist. Zuvor war der 48-Jährige unter anderem in den Bauverwaltungen in Erlangen (Bayern), Münster und Bad Salzuflen (beide Nordrhein-Westfalen) tätig. Geboren wurde er am 29. März 1968 im nordrhein-westfälischen Gütersloh. Nach einer Ausbildung zum Stahlbauschlosser erwarb er sein Fachhochschuldiplom als Ingenieur für Architektur. Später absolvierte er an der TU Berlin ein berufsbegleitendes Studium. Bernd Rubelt ist verheiratet.

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