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Themenschwerpunkt:

Das neue Potsdam

  • 20.12.2016
  • von Jana Haase

PNN-Serie "Das neue Potsdam": Villen am Filmpark (12): Nicht nur Kulisse

von Jana Haase

Außen dicht, innen offen. Die elf Filmparkvillen bilden einen kleinen Kiez mit weitem Innenhof, ein uralter Baum ist dort Blickfang (Bild oben). Auch der Spielplatz ist bereits fertig (rechts). Bis Ende 2013 wurden auf dem Gelände noch Filme gedreht (links). Von den Balkons auf der Südseite geht der Blick hinüber zum Filmpark (unten). Die ersten Mieter sollen im Februar einziehen.

Wo früher Hollywood-Stars drehten, ist ein neues Quartier entstanden: Im Februar sind die ersten Villen am Filmpark bezugsfertig.

Potsdam wächst rasant, überall in der Stadt schießen neue Wohnviertel empor. Doch wie lebt es sich dort eigentlich? Die PNN besuchen die Quartiere und stellen sie in der Serie „Das neue Potsdam“ vor. Heute: Villen am Filmpark (Folge 12).

 

Babelsberg - Von den Balkons auf der Südseite werden die Bewohner später fast in das Außenset von „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“ gucken können – die Villen am Filmpark liegen mittendrin in der Babelsberger Medienstadt, zwischen Filmpark und Filmuni. Dort, wo die elf Stadtvillen zwischen Stahnsdorfer Straße und Marlene-Dietrich-Allee entstanden sind, haben bis vor kurzem noch Hollywoodstars gearbeitet: Es ist der frühere Standort der Außenkulisse „Berliner Straße“, gebaut 1998 für Leander Haußmanns DDR-Komödie „Sonnenallee“ und später zu internationalen Ehren gekommen mit Stars wie Roman Polanski („Der Pianist“), Quentin Tarantino („Inglourious Basterds“) oder Kevin Spacey („Beyond the Sea“) – dank austauschbarer Fassadenplatten war die Außenkulisse außerordentlich wandlungsfähig. Die Kulissenstraße wurde Ende 2013 abgerissen, einen moderneren und größeren Neubau konnte das Studio Babelsberg in diesem Jahr einweihen.

Im Februar sollen die ersten Bewohner einziehen

Und auch an der Marlene-Dietrich-Allee wurde wieder gebaut – diesmal aber nicht nur Kulissen. Im Sommer wurde für die elf Stadtvillen nach den Entwürfen der Architekten Gregor Fuchshuber und Jens Ruhe Richtfest gefeiert, mittlerweile geht es – zumindest im südlichen Teil – an den Feinschliff: Im Februar sollen die ersten Bewohner einziehen, sagte Vermieterin Sabrina Strietzel von der Berliner Buwog Group, die die sechs Gebäude mit den insgesamt 134 Wohnungen momentan an künftige Bewohner vermittelt, den PNN. Der nördliche Teil, 75 Wohnungen in fünf Gebäuden, ist voraussichtlich im April bezugsfertig, wie Hauke-Heinz Hillmer vom damit beauftragten Immobilienvermarkter Verimag sagte. Verkauft sind die Eigentumswohnungen bereits seit dem Sommer, momentan geht die Verimag im Auftrag einzelner Eigentümer in die Vermietung: Rund 60 Prozent der Wohnungen seien schon vergeben. Im südlichen Teil sind zwischen 40 und 50 Prozent der Wohnungen reserviert, einige Mietverträge auch schon unterschrieben, wie Sabrina Strietzel sagte. Sie geht davon aus, dass die Vermietung ab Ende Januar, wenn die fertigen Wohnungen besichtigt werden können, weiteren Schwung bekommt.

Mit Wohnungsgrößen von 45 Quadratmetern bis 113 Quadratmetern und zwei bis fünf Zimmern ist das Quartier sowohl für Alleinstehende als auch Paare oder Familien interessant. Man muss sie sich aber auch leisten können: Die Warmmiete liegt beispielsweise für eine 58 Quadratmeter große Zweizimmerwohnung bei 882 Euro, für eine 113 Quadratmeter große Fünfzimmerwohnung bei 1726 Euro.

Vor allem für Menschen interessant, die in der Medienstadt studieren oder arbeiten

Gefragt seien die Wohnungen bisher vor allem bei Menschen, die in der Medienstadt arbeiten – und bei Familien, sagt Sabrina Strietzel. Vom jungen Studenten-Paar bis zum 70-jährigen Professoren seien viele Gruppen vertreten, sagt Hauke-Heinz Hillmer. Die Filmhochschule „Konrad Wolf“, der Filmpark Babelsberg, Studio Babelsberg, die Produktionsfirma Ufa oder der RBB befinden sich in Laufnähe. Auch der S-Bahnhof Griebnitzsee mit dem Campus der Uni Potsdam und dem Hasso-Plattner-Institut sind noch zu Fuß erreichbar.

Von den Straßenseiten aus wirkt das neue Quartier sehr kompakt, die Häuser stehen dicht. Umso überraschender der Eindruck von Weite im Inneren, wo sich ein lichter, parkähnlich angelegter Hof auftut: Der Spielplatz mit großem Kletter-Schiff, „Kaufladen“ und einer Wippe in Märchenkutschenform steht schon, Wege und Hecken sind angelegt. Blickfang ist ein uralter Baum, der die neuen Häuser überragt.

Was noch geplant ist

Das neue Quartier, entwickelt von der KW Development, die nach eigenen Angaben insgesamt 80 Millionen Euro investiert, soll aber nicht nur die elf Stadtvillen mit Wohnungen umfassen: Geplant sind in fünf weiteren Neubauten an der Westseite auch Gewerberäume sowie eine Kita. Die Kindertagesstätte in der Stahnsdorfer Straße soll Platz für 129 Kinder haben und im September 2017 eröffnen, hieß es zuletzt. Geplant sind auch zwei Boarding-Häuser, also Langzeit-Hotels, ein Supermarkt, eine Drogerie, ein Restaurant, ein Gründerzentrum mit Büroflächen und 240 kleine Studentenwohnungen – alles Angebote, die am Filmstandort bislang vermisst worden.

Optisch interessant werden vor allem die zwei Boarding-Häuser werden: Die Außenfassaden der Langzeit-Hotels für Mitarbeiter der Medienstadt sollen mit schwarz-weißen Porträts klassischer Filmstars geschmückt sein – eine Referenz an die Tradition des Standorts.

 

Die nächste Folge lesen Sie am Freitag. 

 


 


 

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