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Themenschwerpunkt:

Das neue Potsdam

  • 13.12.2016
  • von Jana Haase

Fakten zu dem Quartier: Ehemaliges Kraftwerk: Wohnen im Industriedenkmal

von Jana Haase

Über die Geschichte des Kraftwerks - und noch weitere Fakten.

Das Wohnquartier in dem Industriedenkmal ist eine Erfolgsgeschichte: 2007 verkaufte der städtische Energieversorger EWP das ehemalige Kraftwerk Nord in Potsdam, es wechselte dann noch einmal den Besitzer und 2009 stellten die Projektentwickler von der Prinz von Preussen AG ihre Pläne für die Sanierung vor. Schon 2010, im Jahr vor der Fertigstellung, waren alle Wohnungen verkauft. Zwischen 3100 und 4000 Euro pro Quadratmeter mussten die neuen Eigentümer bezahlen, seinerzeit mit die teuersten Preise in Potsdam. Nicht alle Eigentümer wohnen auch dort, die Immobilien sind beliebte Anlageobjekte.

Das Quartier mit der Wohnadresse Mertz-von-Quirnheim-Straße besteht aus fünf denkmalgeschützten Ziegelgebäuden mit 85 Wohnungen und einem Neubau mit 30 Wohnungen. Knapp 30 Millionen Euro hat die Prinz von Preussen AG nach eigenen Angaben in diesen Standort investiert.

Das Areal ist sehr gut angebunden: Eine Tram-Haltestelle, der Regionalbahnhof Charlottenhof mit Anschluss in Richtung Berlin und mehrere Einkaufsmöglichkeiten befinden sich in Laufnähe. Zum Ufer hin ist das Gelände abgezäunt, Bewohner können aber mit einem Schlüssel auf den Uferweg. Für Familien findet sich auf dem Areal ein großer Spielplatz. Stadteinwärts grenzt das Areal an den Persiusspeicher mit einem Hotel, stadtauswärts an eine Brache, auf der das Wohnquartier „Havelwelle“ geplant ist.

Das frühere Kraftwerk Nord wurde 1901/02 nach den Plänen des AEG-Vorstandsmitglieds Georg Klingenberg gebaut und später erweitert. Es war eines der ersten Drehstromkraftwerke Deutschlands und wurde zunächst durch Klärschlammverbrennung aus dem damals benachbarten Klärwerk betrieben, schreibt Silke Dähmlow im „Architekturführer Potsdam“. Klingenberg war seinerzeit für seine innovativen Kraftwerksbauten bekannt: Der gebürtige Hamburger konzipierte mehr als 70 Kraftwerke weltweit – unter anderem im aserbaidschanischen Baku, im spanischen Barcelona, in Buenos Aires in Argentinien und Santiago de Chile. 

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