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  • 23.11.2016
  • von Stefan Engelbrecht

Ufer des Groß Glienicker Sees: Sorge wegen neuer Uferwegsperre

von Stefan Engelbrecht

Hecke gebaut. Noch ist der Uferweg am Groß Glienicker See frei zugänglich.Foto: sen

Anrainer legt Hecke am Ufer des Groß Glienicker Sees an. Warum, ist bislang unklar.

Groß Glienicke – Auf den ersten Blick fällt die Veränderung am Ufer des Groß Glienicker Sees nicht groß auf. Eine Reihe Holzbalken sind in den Waldboden eingelassen, dazwischen Querbalken in Form einer Hecke. Sie führt von dem weiter oben gelegenen Uferweg und dem Grundstück in der Glienicker Dorfstraße bis fast hinunter zum Wasser. Die Baumaßnahme der Eigentümer sorgte dennoch in den vergangenen Tagen für mächtigen Wirbel beim Verein „Freies Ufer“, der sich für einen komplett freien Zugang zum Wasser einsetzt.

So warnte der stellvertretende Vorsitzende und Ex-Grünen-Stadtverordnete Andreas Menzel vor einem neuen Ufersperrer. Der Eigentümer habe begonnen, ein großes Ufergrundstück einzufrieden. So seien „massive Holzstämme wie eine Panzersperre in den Boden gerammt“ worden, um eine Hecke anzulegen. Grund sei, so Menzel, dass die Eigentümer offenbar die Nase voll hätten und mit der Kommunikation der Stadt unzufrieden seien. Seit mehr als fünf Jahren habe die Stadt nicht mit dem Eigentümer über eine Lösung im Streit um den Uferweg gesprochen, so Menzel. Der Eigentümer selbst wollte sich nicht dazu äußern.

Seit Jahren bemüht sich die Stadt um einen öffentlichen Uferweg auf dem ehemaligen Kolonnenweg der DDR-Grenzer. Einige Eigentümer sperren sich aber dagegen. In den laufenden Enteignungsverfahren hat es bislang lediglich sechs Einigungen zugunsten eines Uferwegs gegeben. 17 Enteignungsverfahren sind hingegen auch fast drei Jahre nach ihrem Beginn noch immer nicht abgeschlossen.

In dem neuen Fall ist der Eigentümer laut Menzel aber grundsätzlich bereit, den im Bebauungsplan festgesetzten Uferweg zu tolerieren. Allerdings wolle er darüber verhandeln. Menzel warf der Stadtverwaltung vor, untätig zu sein und den Eigentümer gewähren zu lassen.

Anders sieht das Ortsvorsteher Winfried Sträter (Groß Glienicker Forum). Auch er sei alarmiert über den Bau der Hecke, räumte er ein. Man müsse aber diplomatisch vorgehen, sagte er den PNN. Außerdem habe der Eigentümer seine Gesprächsbereitschaft zugesichert.

Auch die Stadtverwaltung wies die Vorwürfe zurück. Die Stadt führe mit jedem Eigentümer Gespräche, sofern eine einvernehmliche Lösung möglich erscheine, sagte Stadtsprecher Stefan Schulz. Im aktuellen Fall prüfe die Bauaufsicht, ob die Einfriedung den rechtlichen Bestimmungen vor Ort entspreche. Man sei seit Jahren mit dem Eigentümer in Kontakt. Allerdings reagiere dieser nicht auf Gesprächsangebote. Ein Enteignungsverfahren laufe. Stefan Engelbrecht (mit HK)

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