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Verkehr

  • 16.11.2016
  • von Peer Straube

Potsdam: Neuer Anlauf für Rauchverbot an Potsdams Haltestellen

von Peer Straube

Ein Rauchverbot sei eine Grundsatzentscheidung, die im Potsdamer Nahverkehrsunternehmen und im Rathaus getroffen werden müsse, heißt es von der Wall AG. Foto: dpa

Die Potsdamer SPD will sich erneut für ein Rauchverbot an Haltestellen einsetzen. Der Verkehrsbetrieb Potsdam ist allerdings skeptisch.

Potsdam - Die Diskussion um ein Rauchverbot an Potsdams Haltestellen flammt wieder auf. Die SPD-Fraktion will sich mit einer Kleinen Anfrage mit dem Thema erneut auseinandersetzen und falls nötig auch einen neuen Antrag stellen, damit das Rauchen in den Wartehäuschen des Verkehrsbetriebs ViP erschwert oder sogar ganz untersagt wird.

Gerade jetzt, in der kalten Jahreszeit, falle es besonders auf, wie rücksichtslos sich manche Raucher verhielten, sagte SPD-Fraktionschef Pete Heuer. Es habe etliche Beschwerden von Fahrgästen gegeben. Daher wolle man sich um das Thema noch einmal kümmern, so Heuer. Er verwies zugleich auf die Schwierigkeiten: Der ViP habe, anders als die Deutsche Bahn, kein Hausrecht in seinen Haltestellenhäuschen. Zudem müsse das Werbeunternehmen Wall AG zu einem Verbot befragt werden. Der Firma gehören die Häuschen, sie übernimmt die Wartung und darf im Gegenzug dort Werbung platzieren.

Rauchverbot sei Grundsatzentscheidung

Die Wall AG schiebt den Ball indes zurück zur Stadt und zum ViP. Ein Rauchverbot sei eine Grundsatzentscheidung, die im Potsdamer Nahverkehrsunternehmen und im Rathaus getroffen werden müsse, sagte Unternehmenssprecher Christian Knappe auf PNN-Anfrage.

Beim ViP hält man die Erfolgsaussichten für ein Rauchverbot allerdings weiterhin gering. Es gebe keine Rechtsgrundlage für derartige Restriktionen, sagte ViP-Sprecher Stefan Klotz. Demzufolge könne man auch bei Verstößen keine Bußgelder verhängen. Der ViP könne lediglich an die Raucher appellieren, an Haltestellen mehr Rücksicht zu nehmen.

Poster sollten Raucher abhalten

Bereits zweimal, 2013 und 2014, hatten die Stadtverordneten vergeblich versucht, ein Rauchverbot in Wartehäuschen per Beschluss durchzusetzen. Auch damals hatte der ViP mit der fehlenden Rechtsgrundlage argumentiert. Stattdessen wurden für 6000 Euro an 300 Haltestellen Riesenposter auf den Boden geklebt, die die Wartenden davon abhalten sollten, andere Fahrgäste mit Zigarettenqualm zu belästigen. „Unsere Helden mögen frische Luft und rauchen nicht in Wartehallen“, war darauf zu lesen. Die Aktion ging allerdings in Rauch auf: Bereits nach einem halben Jahr waren die Poster verschlissen. 

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