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  • 22.10.2016
  • von Stefan Engelbrecht

Prozess um Abgas-Skandal in Potsdam : Käufer will Audi gegen Neuwagen tauschen

von Stefan Engelbrecht

Foto: dpa

Ein 42-Jähriger hat einen Audi im Autohaus Babelsberg gekauft. Nach dem VW-Abgasskandal will er ihn zurückgeben und dafür einen Neuwagen bekommen. Der Fall beschäftigt nun das Potsdamer Landgericht.

Potsdam - Der im vergangenen Jahr bekannt gewordene Abgas-Skandal bei VW beschäftigt am Montag auch das Potsdamer Landgericht. In dem Fall will der in Berlin wohnende Kläger seinen im April 2014 gekauften Jahreswagen zurückgeben und dafür einen Neuwagen erhalten. Er berufe sich dabei auf die Herstellergarantie und nicht wie in vorangegangenen Prozessen an anderen Gerichten auf Gewährleistungsrechte des Käufers, teilte das Gericht auf PNN-Anfrage mit.

Anklage: Hersteller müsse neues Ersatzfahrzeug bereitstellen

Wie der Anwalt des Klägers, Thomas Schmidt, sagte, wurde der Wagen in einem Autohaus in Babelsberg erworben. Wegen der Mängel, bei denen die Volkswagen AG eine illegale Abschalteinrichtung in der Motorsteuerung ihrer Diesel-Fahrzeuge verwendete, um die Abgasnormen zu umgehen, müsse der Hersteller nun ein neues Ersatzfahrzeug gleicher Konfiguration aus der derzeit aktuellen Modellserie bereitstellen, hieß es in der Klageschrift. Der neue Wagen habe derzeit einen Listenpreis von rund 52 000 Euro. Die illegale Motorensoftware bei VW sorgte wie berichtet dafür, dass der Motor nur auf dem Prüfstand, nicht aber im normalen Fahrbetrieb die Euro-5-Abgasnorm einhält.

Das Verfahren beginnt um 13 Uhr im Justizzentrum. Eine Entscheidung könnte noch am gleichen Tag fallen, so Schmidt. Es wäre demnach bundesweit das erste Urteil gegen VW, das sich auf die Garantie des Herstellers bezieht.

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