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  • 21.10.2016
  • von Marco Zschieck

Schulen in Potsdam: Schulen statt Wald und Sportplatz

von Marco Zschieck

In der Waldstadt benötigt die neue Schule mehr Platz. Und in Babelsberg gibt es noch keinen Standort.

Waldstadt/Babelsberg - Potsdam reagiert auf den wachsenden Bedarf für Schulplätze: In der Waldstadt und in Babelsberg sollen nun die Kapazitäten erweitert werden. Doch bei beiden Vorhaben sind Konflikte programmiert. Es geht um zahlreiche Bäume, die gefällt werden müssten, und um Sportflächen, die möglicherweise verlegt werden.

Eine weiterführende Schule in der Waldstadt, die bereits im Schulentwicklungsplan aus dem Jahr 2014 vorgesehen war, soll nun doppelt so groß werden. Statt drei Zügen sind auf dem Standort am Bahnhof Rehbrücke ab dem Jahr 2021/22 sechs Züge vorgesehen. Nun sollen sich die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 2. November mit dem Aufstellungsbeschluss für einen entsprechenden Bebauungsplan beschäftigen.

Außerdem müssen noch ein paar Hürden aus dem Weg geräumt werden: Die Stadt verhandelt derzeit noch mit dem Land, dem die sieben Hektar große Fläche gehört, über einen Tausch. „Die Verhandlungen stehen vor dem Abschluss“, so Erik Wolfram, der im Rathaus den Bereich Stadtentwicklung leitet. Parallel muss der Flächennutzungsplan geändert werden – denn bei der Fläche handelt es sich um Wald. Die Bäume, überwiegend Kiefern, müssten gefällt werden. Die Fläche sei trotzdem geeignet, weil sie direkt an die einwohnerstarke Waldstadt grenze und sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sei, so Wolfram.

In Babelsberg ist wie berichtet der Bedarf besonders für die Grundschulen höher als erwartet. „Die Bevölkerung hat sich da nicht so entwickelt wie prognostiziert“, so Wolfram. Die Stadtverwaltung hat deshalb nach einem Standort für eine zusätzliche Grundschule gesucht. Von elf Varianten sind nun noch drei übrig, über die die AG Schulentwicklung in den nächsten Wochen diskutieren soll. In der AG sitzen Vertreter der Verwaltung, der Stadtpolitik und Elternvertreter. Zwei Varianten sehen den Schulbau auf dem jetzigen Sportplatz an der Sandscholle vor. Der Sportplatz müsste dann entweder auf ein Grundstück am Horstweg zwischen Schlaatzweg und Nuthe ausweichen oder neben die neue weiterführende Schule am Bahnhof Rehbrücke. Die dritte Variante sieht den Babelsberger Schulneubau auf einem Grundstück in der Rudolf-Breitscheid-Straße/Ecke Uhlandstraße vor – dort müssten dann einige größere Eichen gefällt werden.

„Alle vorgeschlagenen Standorte haben Vor- und Nachteile“, sagte Petra Rademacher, die im Rathaus den Bereich Bildung und Sport leitet. In der ersten Variante liegt der Sportplatz auf einer hochwassergefährdeten Fläche, die vermutlich aufgeschüttet werden müsste. In der zweiten Variante wäre der Ersatz für den Sportplatz an der Sandscholle, den derzeit drei Fußballvereine nutzen, sehr weit von Babelsberg entfernt. In Variante drei müsste ein geschütztes Biotop weichen. Außerdem ist die Fläche an der Uhlandstraße ungünstig geschnitten. Um keine Zeit zu verlieren, sollen die Stadtverordneten nun über einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan für die Fläche an der Uhlandstraße entscheiden. In diesem Zuge soll auch über die anderen Varianten beraten werden. Marco Zschieck

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