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  • 19.10.2016
  • von Marco Zschieck

Potsdam: Kostenloses Frühstück für alle bedürftigen Schulkinder

von Marco Zschieck

An sieben Schulen in Potsdam versorgt die Spirelli-Bande Kinder mit Frühstück. Doch der Bedarf ist offenbar deutlich höher. Foto: dpa (Symbolbild)

An einigen Potsdamer Schulen gibt es bereits kostenloses Frühstück für bedürftige Kinder. Nun soll die Stadt prüfen, wie die Frühstücksversorgung an weiteren Schulen ausgebaut werden kann.

Potsdam - Kinder von bedürftigen Potsdamer Familien könnten künftig in der Schule ein kostenloses Frühstück bekommen. Die SPD-Fraktion hat einen dementsprechenden Antrag für die nächste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 2. November eingebracht. Damit soll der Oberbürgermeister beauftragt werden, zu prüfen, wie gemeinsam mit den Potsdamer Schulen und den Elternvertretungen ein Modell zur Frühstücksversorgung aller bedürftigen Potsdamer Schülerinnen und Schüler entwickelt werden kann. Das Prüfergebnis soll im März 2017 vorgestellt werden.

SPD-Fraktionschef Heuer: "Wir wollen, dass sie nicht hungrig in den Tag starten“

Man gehe davon aus, dass es einen strukturellen Bedarf für ein kostenloses Frühstück gebe, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Pete Heuer den PNN. Derzeit werden an sieben Schulen in Potsdam Kinder durch das von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) initiierte Projekt Spirelli-Bande mit Frühstück versorgt – ehrenamtlich und mithilfe von Spendengeldern. Weitere fünf Schulen hätten Bedarf angemeldet. Wenn an zwölf von 30 staatlichen Schulen eine Frühstücksversorgung für bedürftige Kinder gefragt sei, lohne es, darüber nachzudenken, so Heuer. Jährlich gebe die Stadt etwa 200 000 Euro aus, um die Härtefallregelung für Schulspeisung am Mittag zu finanzieren. Auch das zeige den Bedarf. „Es geht also kein Kind hungrig nach Hause. Wir wollen aber, dass sie auch nicht hungrig in den Tag starten“, sagte Heuer.

Im vergangenen Jahr gab es in Potsdam laut Arbeitsagentur mehr als 2400 Familien die Hartz-IV-Leistungen beziehen und ein oder mehrere Kinder haben. Insgesamt waren demnach mehr als 3800 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre betroffen – etwa jeden siebte Kind. Aktuelle Zahlen waren am Dienstag bei der Arbeitsagentur nicht zu erfragen.

 

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