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  • 10.10.2016
  • von Hella Dittfeld

Kunstschule in Babelsberg: Von fünf bis 82

von Hella Dittfeld

Konzentrierte Künstlerin. In der Kunstschule Babelsberg können auch Kita-Kinder Kunst machen. Außerdem gibt es Angebote für Schulklassen und Jugendliche. Foto: Johanna Bergmann

Seit 25 Jahren gibt es die Kunstschule in Babelsberg. Besonders beliebt bei den mehr als 200 Schülern ist die experimentelle Malerei.

„Nach der politischen Wende sahen wir viele kreative Freiräume und fanden, es sei die richtige Zeit, eine Kunstschule zu gründen“, sagt Malerin Christa Panzner. Wir, das waren damals Monika Olias, Wilfried Statt und eben Christa Panzner. Die drei überlegten nicht lang, suchten sich Partner, fanden Unterstützung beim damaligen Kulturdezernenten Wieland Eschenburg und eine Heimstatt im Kulturhaus Babelsberg. „Wir sind sofort in die Vollen gegangen und haben überall Werbung gemacht, in Schulen, öffentlichen Einrichtungen und in Arztpraxen“, erinnert sich Panzner. Interessenten fanden sich schnell. Stadt und Land gewährten Fördermittel und auch an Künstlern als Dozenten war kein Mangel.

Los ging es damals am 14. September 1991 – und die Kunstschule gibt es heute noch. Am Samstag feierte sie ihr 25-jähriges Bestehen. Sie ist inzwischen zertifiziert und neben der regionalen Förderung stehen ihr auch staatliche Mittel zu. Ende der 90er-Jahre griff die Stadt noch einmal tief in die Tasche und finanzierte den Ausbau von zwei Kellerräumen zu Werkstätten für Keramik und Druck, erzählt Peter Panzner, ebenfalls Maler, Grafiker und Dozent an der Schule. Und auch ein dritter Panzner hat dort Wurzeln geschlagen: Sohn Conrad, erst Schüler und nun Dozent.

Heute hat die Schule zwölf Künstler als Honorarkräfte, sie wird geleitet von Nicole Messenlehner, ebenfalls Malerin, und es gibt mehr als 200 Schüler, die jüngsten sind fünf Jahre alt, die älteste, Gertrud Klug, ist 82 Jahre. Besonders beliebt ist die experimentelle Malerei. Der Trickfilm, neu im Programm, könnte noch Schüler gebrauchen. Viele Schüler sehen den Unterricht als interessante und die Persönlichkeit erweiternde Freizeitgestaltung, vor allem Jugendliche aber auch als Vorbereitung auf Studium und Beruf. Die Begabtesten besuchen Förderklassen und nicht wenige sind danach von Unis angenommen worden. Zu ihnen gehört zum Beispiel Christoph Knäbich, der sich bis zum Jahr 2000 mit Malerei, Grafik und Plastik an der Kunstschule beschäftigte, dann an der Universität der Künste in Berlin studierte, ein Auslandssemester in Illinois absolvierte und der nun den Plastikkurs an der Kunstschule in Babelsberg leitet. Er kümmert sich um den Künstlernachwuchs, fördert dessen Kreativität und lehrt ihn, in der Natur genau hinzusehen und das Gesehene dann umzusetzen und künstlerisch zu gestalten. Davon zeugen die ausgestellten Werke im dritten Stock, aber auch immer wieder Ausstellungen an zentralen Punkten in der Stadt, bei nationalen und internationalen Projekten. Es gibt Sommerferienprojekte und Panzners, die es inzwischen nach Oehna bei Jüterbog verschlagen hat, laden auch privat zu Projekttreffen ein. Da geht es dann nicht nur um künstlerisches Arbeiten, sondern auch um fröhlichen Gedankenaustausch.

Die Angebote der Kunstschule beginnen mit künstlerischer Früherziehung für Kita- und Grundschul-Kinder am Vormittag. Es gibt weitere Angebote für Schulen, speziell auch für Sonder- und Förderschulen. Kunstunterricht wird begleitet und erweitert, der Kreativität viel freier Raum gelassen und die Schüler können sich zwischen unterschiedlichen Techniken entscheiden.

In Projektwochen entstehen ganze Bühnenausstattungen oder für die Bundesgartenschau Windspiele und andere Raumbilder. Es gibt berufsbegleitenden Unterricht und die Studienvorbereitung. Senioren erhalten eine künstlerische Grundlagenvermittlung und spezielle Anleitung. Bei der Kunstschule Babelsberg anfangen kann man jederzeit. Zum Schuljahreswechsel werden aber meist mehrere Plätze frei. 

Die Kunstschule ist zu erreichen unter Tel.: (0331) 710224 oder per E-Mail an info@kunstschule-potsdam.de

 

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