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  • 13.09.2016
  • von René Garzke

Bundestagswahl 2017: Saskia Ludwig wird CDU-Kandidatin

von René Garzke

Saskia Ludwig. Foto: Andreas Klaer

Mit einem deutlichen Ergebnis hat die CDU am Dienstagabend Saskia Ludwig als Bundestagskandidatin für die Wahlen im Jahr 2017 nominiert. Sie tritt damit im Potsdamer Wahlkreis 61 an.

Die CDU hat am Mittwochabend auf der Mitgliederversammlung des Potsdamer Wahlkreises 61 Saskia Ludwig zur Direktkandidatin für die Bundestagswahlen gewählt. Ludwig erhielt 193 von 272 gültigen Stimmen, mit 71 Prozent ein deutliches Ergebnis. Während ihrer Rede machte sie deutlich, dass die CDU „ihre Partei“ sei – und grenzte sich damit zur AfD ab, zu der ihr immer wieder eine Nähe unterstellt worden war.

Allerdings kritisierte sie vor den Parteimitgliedern aus Potsdam und Teilen von Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming auch die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. „Ich hatte große Hoffnung, dass nach dem AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern endlich eine interne Analyse stattfindet“, sagte sie. Mehrfach äußerte Ludwig während ihrer Rede im Kongresshotel Potsdam die Sorge, dass sich die CDU dem „politischen Mainstream“ anpasse. Viele Politiker versuchten, nicht anzuecken. „Es kann nicht sein, dass wir als CDU nur das postulieren, was die linken Parteien postulieren“, kritisierte die 48-jährige Landtagspolitikerin. Immer wieder gab es während ihrer Rede lang anhaltenden Applaus.

Nur 29 Prozent stimmten für Ryssel

Ihr Gegenkandidat Gregor Ryssel, Vize-Chef des Potsdamer CDU-Kreisverbandes, konnte 79 Stimmen auf sich vereinen. Der im Gegensatz zu Ludwig wenig bekannte Politiker sprach in seiner Rede vorrangig über die Verzahnung von Kommunal- und Bundespolitik. Er hatte versprochen, als Bundestagsabgeordneter stets ein offenes Ohr für kommunale Belange zu haben. Als langjähriger Mitarbeiter der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) verbrachte er viele Jahre im Ausland, wo er die Fluchtursachen nach eigenen Angaben miterlebte. Während seiner Rede bekannte er sich deutlich zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung: „Menschen, die in Not geraten sind, die aus Verzweiflung ihre Heimat verlassen, denen helfen wir“, stellte der 48-Jährige klar. Doch für ihn reichte es nicht. Noch vor vier Jahren hatte Ludwig einen Anlauf für eine Bundestagskandidatur gegen die damalige Potsdamer Bundestagsabgeordnete und Kreischefin Katherina Reiche verloren.

Die ersten Reaktionen nach der Wahl

Der Potsdamer CDU-Kreischef und Generalsekretär der Landespartei, Steeven Bretz, der sich im Vorfeld lobend zu Ryssel geäußert hatte, sagte: "Das ist ein absolut eindeutiges Ergebnis." Es gehöre dazu, solche Entscheidungen zu akzeptieren, sagte er gegenüber den PNN. "Jetzt verwenden wir alle Kraft darauf, dass die CDU den Bundestagswahlkampf gewinnt." Ludwig sagte den PNN zu ihrer Nominierung: "Ich denke, das ist ein überragendes Ergebnis - gerade in diesen Zeiten. Das gibt Rückenwind!"

Bereits vor knapp einer Woche hatte auch die Linke mit Norbert Müller ihren Bundestagskandidaten für den Potsdamer Wahlkreis nominiert. Am kommenden Freitag entscheidet dann die SPD, wer die Nachfolge von Andrea Wicklein als Direktkandidat antritt. Zur Wahl stehen vier Kandidaten.

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