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Themenschwerpunkt:

Stadtentwicklung

  • 09.08.2016
  • von Ariane Lemme

Kommentar über die Welle der Zuneigung zum Hotel: Mercure ist Kult

von Ariane Lemme

Das Hotel Mercure. Foto: A. Klaer

Viele Dinge nimmt man als selbstverständlich wahr, bis sie nicht mehr da sind. Diesen Effekt erlebt derzeit auch das Hotel Mercure. Ein Kommentar.

Weißt du noch, damals...? Dieses Gefühl, dass in der Vergangenheit manches besser war, kennt fast jeder. Berlin in den 90ern, der Kuchen bei Oma, der vermeintliche Stress im Studium, der sich im Nachhinein als Dolce Vita entpuppte. Klar ist das alles subjektiv und immer eine Frage der Relation, aber wahr ist: Vieles, was ist, nimmt man als bestenfalls selbstverständlich, schlimmstenfalls ärgerlich hin. Bis es verschwindet.

Diesen Effekt erlebt auch gerade eines der meistgehassten Häuser Potsdams – das Hotel Mercure. Gut, es hilft auch selbst nach, sich vor seinem von der Stadt lange geforderten Abriss nochmal ins Gedächtnis zu rufen. Die erste Blutspende-Aktion dort ist nur die jüngste Volte. Auch der Honig vom eigenen Dach ist nur ein süßes Extra. Dass aber die geplante Party in der 17. Etage schon im Vorverkauf ein Renner ist; dass die Leute nach dem Stadtwerkefest Schlange standen, um einmal – wie Bild-Herausgeber Kai Diekmann, der übrigens vom Feind des Hauses inzwischen auch schon zum Freund geworden ist – dort eine Nacht zu verbringen, das zeigt: Manche Dinge müssen nicht erst sterben, um sie wieder schätzen zu lernen. Manchmal reicht auch, dass es 5 vor 12 ist, um aus einem Schmuddelkind eine Trash-Ikone zu machen.

 

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