18.10.2017, 18°C
  • 29.07.2016
  • von Steffi Pyanoe

Potsdam: Was Besuchern bei der Erlebnisnacht geboten wird

von Steffi Pyanoe

Mittendrin. Bei der Erlebnisnacht werden die Bürgersteige in Potsdam mal später oder gar nicht hochgeklappt. Foto: Manfred Thomas

Bei der Erlebnisnacht kann man lecker essen, die Kalorien gleich abtanzen, shoppen und Kunst gucken. Am Samstag um 15 Uhr geht es los.

Sie ist Weihnachtsmarkt im Sommer, Fête de la Musique plus Shopping, Schlössernacht ohne Schloss: Die Potsdamer Erlebnisnacht will ein Angebot für alle sein, denen es im Sommerloch zu ruhig in der Stadt wird, die der beschaulichen Gartengrillpartys überdrüssig geworden sind und den Sommer auch in einer staubigen, abgeliebten Altstadt finden können. Seit 2005 werden deshalb am jeweils letzten Samstag im Juli die Bürgersteige ausnahmsweise später oder gar nicht hochgeklappt. Stattdessen wird zur Erlebnisnacht eingeladen. Im Karree zwischen Hegelallee und Charlottenstraße, Bassinplatz und Luisenplatz, im Holländischen Viertel und an diversen Nebenschauplätzen sind Restaurants und Kneipen geöffnet, die Ladenöffnungszeiten aufgehoben. Es wird Musik gemacht, drinnen und draußen, am Jägertor und auf dem Luisenplatz sind Bühnen aufgebaut. Außerdem finden statt: Straßentheater und Clownerie, Lesungen, Tanzevents und Modenschauen, Ausstellungen, Kinderspiele, Märkte und diverse Aktionen ansässiger Händler.

 Essen und Trinken

Im Mittelpunkt steht 2016 alles rund um das Thema Lebensmittel, Herkunft und Zubereitung. Der Kochbus für Kids macht auf dem Luisenplatz Halt. In dem gurkengrünen Doppeldecker ist Platz für viele Köche, die hier ab 15 Uhr schnippeln und rühren können. Auf dem Markt präsentiert der pro agro-Verein Erzeuger und Hersteller aus der Region, Crêperie und Wildfleischerei, Bio-Bäckerei, Kaninchenspezialitäten, Wildfrüchte, Most, Feinkost wie Senf, Büffelfleisch- und Käse, Geräuchertes und mehr. Ab 15 Uhr werden auf der Luisenplatz-Bühne showtauglich die Pfannen geschwenkt. Am Herd stehen Michael Häberer aus dem Hotel Mercure, Björn Franke aus dem Restaurant „Die Tenne“ und Marco Verleih, der sonst in der „Kanuscheune“ kocht. Am anderen Ende der Brandenburger Straße, auf dem Bassinplatz, findet Potsdams erster sogenannter Food Truck Markt statt. Hier muss man nur noch zugreifen und selber essen, Burger oder Mexikanisch, Schnitzel, Vegetarisches, Kaffee und Schneeeis.

 Für Kinder und Familien

Auf dem Bassinplatz ist das Potsdamer Mitmach-Event-Museum Extavium zu Gast, hier kann man ab 15 Uhr basteln, forschen und experimentieren. Am Stand des Ziegeleipark Mildenberg gibt es Modderpampe für alle und bei Pedalo werden Bewegungsspiele und Wettbewerbe inszeniert – nicht nur für Kinder. Abends wird Livemusik gemacht: um 19 Uhr Zweiunterhalter, ein Duo, angetreten, die Rockmusik ins nächste Jahrtausend zu retten, anschließend um 21 und 23 Uhr familientaugliche Rock-Klassiks von den Beatles bis ZZ Top, zünftig und respektvoll gecovert von der Potsdamer Band Gehrock. Dazwischen wird bei der Feuershow schön gezündelt. An der Ecke Jägerstraße/Brandenburger Straße können Kinder ab 15 Uhr Torwandschießen, Straßentheater gibt es zeitgleich in der Jägerstraße/Ecke Charlottenstraße, wo auch die Klinik-Clowns Quatsch machen und Clown Rudi aus Brasilien, der eigentlich Rodrigo Lemos Camargo heißt, zeigt, dass es ganz egal ist, welche Sprache man spricht, wenn man die Herzen berühren will.

 Kunst und Kultur

Der Bassinplatz vor der Kirche St. Peter und Paul wird ab 16 Uhr zur großen Open Air Gallery. „Bestaune Deine Stadt!“ heißt der Aufruf an die Besucher. Hier zeigen Potsdamer Kunstschaffende, was sie in ihren Ateliers machen und an welchen Werken sie gerade arbeiten. Im Stauraum, Potsdams Fachgeschäft für Taschenwaren aus recyceltem Material in der Charlottenstraße 94, ist die Ausstellung „Flowers – Die Verwandlungskünstler“ des Potsdamer Fotografen Michael Michaelis zu sehen.

 Tanz

Legendär ist die traditionelle Salsaparty am Nauener Tor – in diesem Jahr ab 18 Uhr mit Jochen Woller vom Club Latino. Hier tanzen Profis und Anfänger gemeinsam, Salsa, Zumba, alles, was richtig in die Beine geht. Im Mea Culpa an der Ecke Dortustraße/Hegelallee gibt es nicht nur spanisches Essen. Zum Iberischen Schwein vom Grill darf Flamenco getanzt werden, gern auf einem extra Tisch für die Tänzer. Wenige Häuser weiter dürfen sich die Hip-Hop-Fans niederlassen. In den Kneipen Bar Fritz’n und Schech’s, Dortustraße 6 beziehungsweise 68, machen ab 20 Uhr Smith & Smart Livemusik und 4xSample zeigen, was Beatboxer so drauf haben. Irisches Bier und die passende Livemusik findet man auf der Bühne am Jägertor. Ab 17 Uhr tritt David Stewart Ingleton auf, ab 18.30 Uhr die Band Stringtales, mit Fiddeln, Uilleann Pipes, Whistles und der passenden Backline aus Akkordeon, Gitarre und Percussion. Ab 20 Uhr gibt es dann MC Kaki and the Popjam mit Reggae und zum Abschluss um 22 Uhr The Early Tapes mit der kruden Mischung aus Beatpop, Surf und Ferienchansons.

 An- und Abreise

Die Erlebnisnacht beginnt um 15 Uhr, danach ist open end. Empfohlen wird die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, am günstigsten mit dem „Erlebnisticket“ der Verkehrsbetriebe Potsdam. Wie schon in den vergangenen Jahren wird am Samstag ein Einzelfahrausweis im Bereich Potsdam AB zur Tageskarte, die bis Sonntagfrüh um 3 Uhr gültig ist. Kinder bis einschließlich 15 Jahre fahren komplett kostenfrei. Damit auch die Heimfahrt nicht mit dem Taxi erfolgen muss, fahren Trams und Busse länger – zum Beispiel die Tram 91 Richtung Rehbrücke bis 1.31 Uhr, die Tram 92 Richtung Marie-Juchacz-Str. bis 1.51 Uhr und die Linie 91 Richtung Bahnhof Pirschheide bis 1.17 Uhr. Richtung Kirschallee und Viereckremise fahren Busse bis 1.18 Uhr.

Social Media

Umfrage

Soll die Biosphäre abgerissen werden, wie es die Grünen-Fraktion im Stadtparlament nun fordert? Stimmen Sie ab!