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  • 10.05.2016
  • von Katharina Wiechers

Inselhotel feiert 20-jähriges Bestehen: „Mittlerweile kann ich auch mal verreisen“

von Katharina Wiechers

Burkhard Scholz. Foto: Andreas Klaer

Vor 20 Jahren wurde das Inselhotel auf Hermannswerder eröffnet. Hotelchef Burkhard Scholz blickt im PNN-Interview zurück.

Herr Scholz, heute vor 20 Jahren wurde das Inselhotel offiziell eröffnet. Können Sie sich noch an die ersten Gäste erinnern?

Ja, das war ein junges Paar aus Magdeburg, das heimlich in Potsdam geheiratet hatte, sich bei uns ein paar schöne Tage machen wollte. Doch das mit der Geheimhaltung hat nicht geklappt, am Nachmittag hatten wir die weinende Mutter der Braut am Telefon, die irgendwie von dem Aufenthaltsort ihrer Tochter erfahren hatte. Die Sache ist gut ausgegangen: Die Mutter reiste spontan an und am Nachmittag saßen die Drei glücklich vereint bei einer Flasche Rotkäppchen auf der Terrasse.

Der Grundstein wurde am 3. März 1995 gelegt, am 10. Mai 1996 war schon Eröffnung. Das ging schnell ... 

Die Bauzeit war tatsächlich stramm. Ich selbst war der Bauleiter und habe immer versucht, die Bauarbeiter bei Laune zu halten – mit Goldbroilern und dem ein oder anderen Kasten Bier. Auch Glühwein gab es, denn der Winter 1995/1996 war besonders streng.  

Vor einigen Jahren sagten Sie, Ihre Familie müsse seit der Eröffnung des Hotels ohne Sie in den Urlaub fahren. Ist das noch so?

Mittlerweile kann ich schon eine Woche oder zehn Tage am Stück verreisen. Das habe ich der tollen Mannschaft hier im Hotel zu verdanken. Viele Mitarbeiter sind schon lange dabei, zum Beispiel hat das Inselhotel die dienstälteste Direktorin in Potsdam, sie ist seit 20 Jahren dabei.

Mit wie vielen Betten haben Sie eröffnet?

Damals wie heute haben wir 176 Betten in 88 Doppelzimmern und Suiten. Neu dazugekommen ist 2004 das Tagungs- und Bankettcenter und 2014 der Spa- und Wellnessbereich.

Wie ist denn das Verhältnis von privaten Gästen und Geschäftsreisenden?

Etwa zwei Drittel unseres Geschäfts machen wir mit Tagungen und Geschäftsreisenden. Durch den Spa- und Wellnessbereich steigt in letzter Zeit aber der Anteil privater Gäste. Darauf sind wir auch angewiesen, denn in der Wirtschaft wird gespart. Seminare dauern zum Beispiel öfter mal nur noch einen statt zwei Tage.

Wie ist eigentlich die Sache mit dem Holzstapel weitergegangen, für den die Stadt eine Baugenehmigung verlangt hat? 

Wir sind in Gesprächen mit der Verwaltung. Ich habe den Eindruck, dass man dort Vernunft walten lassen will. Auf jeden Fall hat der Medienrummel einen enormen Werbeeffekt. Vergangenes Wochenende hatten wir eine Auslastung von 100 Prozent – normal sind bei uns in den Sommermonaten knapp 80. Viele Gäste kommen auf mich zu und sagen, sie hätten mich im Fernsehen gesehen und jetzt möchten sie sich den Holzstapel anschauen.

Als auf Hermannswerder eine Flüchtlingsunterkunft eröffnet werden sollte, haben Sie dagegen unterschrieben. Andererseits haben Sie Flüchtlinge als Auszubildende und Mitarbeiter eingestellt. Wie passt das zusammen? 

Ich hatte bei „Pro Tornow“ unterschrieben, weil ich dagegen war, dass 500 000 Euro für den Umbau des aufwendig hergerichteten Museumsdepots ausgegeben werden. Außerdem gab es die Sorge, dass die soziale Struktur auf der Insel gestört werden könnte – das harmonische Zusammenleben von Gymnasium und sozialen Einrichtungen. Das hatte mit Ausländerfeindlichkeit aber nichts zu tun. Eingestellt habe ich Flüchtlinge, weil ich das als Chance gesehen habe. Interessierte gab es viele, aber auch Hürden, zum Beispiel hatten manche ein Problem damit, Alkohol zu servieren oder Schweinefleisch zu verarbeiten. Mittlerweile beschäftigen wir aber zwei Flüchtlinge als Auszubildende und drei als Mitarbeiter.

 

ZUR PERSON: Burkhard Scholz, 60, hat das Inselhotel vor 20 Jahren als eines der ersten Privathotels in Potsdam bauen lassen und ist bis heute Geschäftsführer. Er wohnt in Wilhelmshorst.

 

 

Mehr über die Geschichte des Inselhotels finden sie hier

 

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