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  • 29.03.2016
  • von Jana Haase

Fehlende Kita-Plätze in Potsdam: Kritik wegen drohender Kitaplatz-Krise

von Jana Haase

Bis Ende des Jahres und auch im kommenden Jahr entstehen neue Kita-Plätze in Potsdam. Doch das wird nach aktuellen Prognosen kaum reichen. Foto: dpa

In Potsdam werden die Kita-Plätze knapp, besonders Potsdams Norden und die Innenstadt sind unterversorgt. Nun werden dringend Lösungsvorschläge gesucht.

Potsdam - Angesichts der drohenden Engpässe in Potsdamer Kitas im kommenden Kitajahr sprechen sich Politiker aus CDU und SPD für ein zentral koordiniertes Anmelde- und Prognoseverfahren aus, bringen aber auch den Bau von Kitas durch die Stadt ins Spiel.

Derzeit werde geprüft, „ob eine neue Anmeldesoftware helfen kann, die Wartelisten für die Kitas tagesaktuell zu halten“, teilten SPD-Fraktionschef Mike Schubert und sein Parteikollege David Kolesnyk, der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, mit. Nötig sei zudem, die Kita-Planung besser mit Bauvorhaben in der Stadt zu koordinieren.

Keine Konkurrenz um Flächen zwischen Schulen und Kitas

Das fordert auch der Linke-Bildungsexperte Stefan Wollenberg: Ebenso schnell, wie Wohnraum geschaffen werde, müssten auch Flächen für Schulen und Kitas reserviert und diese dann gebaut werden. Wollenberg kritisierte die gängige Praxis, nach der Flächen, die für den Wohnungsbau vorgesehen sind, nicht für Kitas oder Schulen genutzt werden können. Auch zwischen Schulen und Kitas dürfe es keine Konkurrenz um Flächen geben.

CDU-Fraktionschef Matthias Finken spricht sich dafür aus, dass die Stadt wieder selbst Kitas baut: „Fremdvergabe ist keine Lösung.“ Dazu gehöre auch, dass entsprechende Flächen jetzt gesichert und die Planungen eingeleitet werden. Finken kündigte einen entsprechenden Antrag an das Stadtparlament an. Linke-Kreischef Sascha Krämer brachte außerdem die Schaffung von städtischen Kitas ins Spiel.

Schubert und Kolesnyk verweisen dagegen darauf, dass die Kommune nur dann einspringen soll, „wenn die betreffende Leistung nicht durch einen freien Träger erbracht werden kann“. Man müsse für diesen Ernstfall jedoch gemeinsam mit den städtischen Unternehmen und dem Kommunalen Immobilienservice weitere Maßnahmen prüfen. Denkbar sei etwa die Schaffung von neuen Betriebskitas.

Zu wenig Kita-Plätze in Potsdam

Wie berichtet hatte das Jugendamt Anfang des Monats festgestellt, dass die Zahl der Kinder im Kitaalter aktuell um knapp 600 über der Prognose liegt. Die Stadt hat die Kitaträger um Hilfe bei der Bereitstellung von zusätzlichen Kapazitäten gebeten. Besonders der schnell wachsende Potsdamer Norden sowie Potsdam-West und die Innenstadt sind demnach unterversorgt. Bis Jahresende sollen laut Jugendamt noch 423 Plätze, knapp 200 davon für Kinder im Krippenalter, entstehen, im kommenden Jahr sind weitere 286 Krippen- und 321 Kitaplätze geplant. Geprüft werden soll auch, ob Tagesmütter auch Kinder über das dritte Lebensjahr hinweg betreuen könnten. Im sozialen Netzwerk Facebook hatten viele Potsdamer verärgert auf die Nachricht reagiert und von teils langwieriger Kitaplatz-Suche berichtet. 

 

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