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  • 26.03.2016
  • von Erik Wenk

Hauptbahnhof Potsdam: 80 Dauerparker in der Radstation

von Erik Wenk

Noch Platz. Die Auslastung des Parkhauses soll in der Saison ansteigen. Foto: Andreas Klaer

Stadt und Betreiber ziehen positive erste Bilanz: Anlage im Hauptbahnhof zu etwa 20 Prozent ausgelastet

Innenstadt - Stabile Parkbügel, großzügige Abstellflächen und nebenan eine eigene Werkstatt: Die Rad-Station am Potsdamer Hauptbahnhof, die Ende November 2015 eingeweiht wurde, erleichtert Radfahrern die zuvor mühselige Suche nach einem Parkplatz am Bahnhof. 557 Stellplätze stehen bereit, auch für Pedelecs und Lastenräder, außerdem Schließfächer für Helme und Ladestationen für Elektro–Räder. Nun zogen Stadt und Betreiber eine erste Bilanz.

„Wir haben eigentlich nur positives Feedback erhalten“, sagt Tom Sehrer, Chef der Bahnland GmbH, die die Radstation mit Werkstatt und drei Mitarbeitern betreibt. Die Station werde sehr gut angenommen: „Viele haben uns gesagt, dass sie schon seit Jahren auf so etwas gewartet haben“, sagt Sehrer. Während die Abstellbügel im Außenbereich rund um den Bahnhof noch immer stark genutzt werden und es kaum freie Plätze gibt, sind im Parkhaus noch viele Stellplätze für Fahrräder frei. Erst 80 Dauerkunden hat die Station bislang, also Personen, die eine Monats- oder Jahreskarte für zehn oder 99 Euro gekauft haben, Tageskunden bezahlen einen Euro. Damit ist die Rad-Station zu etwa 20 Prozent ausgelastet, so Sehrer.

Das klingt zunächst nicht viel, sei aber Sehrer zufolge ein gutes Ergebnis dafür, dass man im Winter gestartet sei: „Jetzt mit Beginn der Fahrrad-Saison rechnen wir damit, dass es sich stärker füllt.“ Auch die Stadtverwaltung sieht die Zahlen positiv: „Wir haben uns im Vorfeld mit anderen Städten ausgetauscht, wie lange es dauert, so eine Rad-Station zu hundert Prozent auszulasten“, sagt Torsten von Einem, Fahrrad-Beauftragter der Stadt Potsdam. Für gewöhnlich seien es drei Jahre. Finanziell sei diese dreijährige Anlaufphase bereits einkalkuliert worden, so von Einem. Die Gesamtkosten der Rad-Station lagen bei rund 800 000 Euro, 440 000 Euro davon waren vom Land Brandenburg gefördert worden.

Noch sind es in erster Linie normale Stadträder, die in der Rad-Station abgestellt werden, nur ab und zu befindet sich auch ein E-Bike oder ein Lastenrad darunter. Dabei sei die videoüberwachte Station ideal für das sichere Abstellen wertvoller Räder, Diebstähle gab es bislang keine.

Die Kinderkrankheiten sind mittlerweile ausgeräumt: So wussten einige Nutzer anfangs nicht, wie sie die Fahrrad-Schleuse benutzen sollten, durch die man in die Station hineingelangt. Ein Flyer mit einer kurzen Anleitung sorgte für Abhilfe.

Es sind vor allem Berufspendler, die die Rad-Station nutzen. Es seien die „Early Adopter“, also Menschen, die Lust haben, neue Dinge auszuprobieren, die bislang zur Kundschaft zählen, sagt Sehrer: „Jetzt geht es darum, auch die Skeptiker zu überzeugen.“ Erreichen will Sehrer dies unter anderem mit Aktionen, die die Rad-Station in Potsdam bekannter machen sollen: Am 30. April ist ein Tag der Offenen Tür geplant, bei der es unter anderem einen kostenlosen Schnell-Check für den eigenen Drahtesel geben soll sowie eine Fahrrad-Waschanlage und den An- und Verkauf gebrauchter Räder.

Sehrer ist überzeugt, dass sich die Rad-Station mit solchen Angeboten schneller als üblich voll auslasten lässt: „Man muss sich nicht auf diesen drei Jahren Anlaufzeit ausruhen.“ Erik Wenk

 

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