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Polizei

  • 21.03.2016
  • von Enrico Bellin und Marco Zschieck

Wohnungsbrand in Potsdam: „Hoverboard“ explodiert in Potsdamer Wohnung

von Enrico Bellin und Marco Zschieck

Gefährlich? Ein Hoverboard. Foto: Reuters

Die Großeltern wollten in Potsdam-Waldstadt die Elektro-Rollbretter ihrer Enkel an der Steckdose aufladen - doch die Akkus explodierten, die Wohnung geriet in Flammen. Offenbar kein Einzelfall.

Waldstadt - Böse Überraschung beim Laden eines Hoverboards: Nachdem Großeltern das Elektro-Rollbrett für ihre Enkel am Samstag kurz vor 15 Uhr zum Laden mit der Steckdose verbunden hatten, explodierte das Spielgerät plötzlich und setzte die Wohnung in Brand. Die 55 und 56 Jahre alten Großeltern flüchteten zusammen mit ihren 10- und 15-jährigen Enkeln aus der Erdgeschosswohnung in der Straße Am Springbruch über den Balkon ins Freie. Die Feuerwehr holte die anderen Mieter aus dem Haus. Zwei 16 und 84 Jahre alte Bewohner kamen mit Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus.

Wie ein Sprecher der Polizeidirektion West den PNN bestätigte, handelt es sich beim explodierten Spielzeug um ein als „Hoverboard“ bezeichnetes neues Fortbewegungsmittel: Ein Gerät mit zwei Rädern und Trittflächen, die über ein drehbares Lager miteinander verbunden sind. Gesteuert wird es über die Verlagerung des Körpergewichtes.

Mehrere Wohnungsbrände durch Rollbretter ausgelöst

Die Wochenzeitschrift „Die Zeit“ hatte im Januar bereits über mehrere Wohnungsbrände berichtet, die mit den Rollbrettern in Verbindung standen. In verschiedenen Internetforen sind auch Unfälle mit den Boards dokumentiert. Die Tester des Computermagazins c’t etwa bemängelten, dass die Akkus eines Modelles schnell überhitzen. Um das zu verhindern gebe es eine Not-Aus-Funktion: Bei voller Fahrt blockieren die Räder.

Ob es sich auch bei der Explosion in der Waldstadt um ein solches Modell handelte, war gestern nicht klar. Bis auf die Unglücksfamilie konnten die Bewohner des Häuserblockes, die von der Gewoba in Hotels untergebracht worden waren, gestern wieder in ihre Wohnungen zurück. Die Unglückswohnung ist jedoch zunächst nicht bewohnbar.

Spendenaufruf für Familie

Besonders stark beschädigt wurde laut Polizeiangaben das Zimmer des 15-jährigen Enkels. Wie Jürgen Knape vom Breitband e.V. den PNN am Sonntag bestätigte, laufe derzeit eine Spendensammlung. „Wir brauchen normale Bekleidung, Sportsachen und vor auch Schuhe für den 15-Jährigen.“ Über Facebook hatte Knape zu Spenden aufgerufen. Am heutigen Montag ab 14 Uhr können sie im Jugendclub in der Saarmunder Straße 66 abgegeben werden. Neben Kleidung fehlen auch Schulsachen. In den nächsten Tagen werde man Knape zufolge herausfinden, was genau ersetzt werden muss. 

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