30.06.2016, 24°C
  • 11.03.2016
  • von Emilie Brummel

Gedenken an Fukushima: Mahnwache am Brandenburger Tor

von Emilie Brummel

Der Gau: Explosion im Atomkraftwerk Fukushima vor fünf Jahren. Foto: dpa

Zum fünften Mal jährt sich die Atomkatastrophe in Japan. Potsdam erinnert und gedenkt ihrer Opfer mit einer Mahnwache, einer Ausstellung und einer Filmvorführung.

Potsdam - Es fühlt sich schon so fern an. Vielleicht möchte man es einfach verdrängen und vergessen. Doch das, was vor fünf Jahren in Fukushima in Japan und vor 30 Jahren im Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine passiert ist, scheint nach wie vor von großer Aktualität zu sein. Die Debatte um Atomkraft ist noch nicht beendet. Am heutigen Freitag erinnern verschiedene Veranstaltungen in Potsdam an die Atomkatastrophen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace etwa plant um 18.30 Uhr eine Mahnwache auf dem Vorplatz des Brandenburger Tores. Sie wollen daran erinnern, dass ein Super-GAU auch jetzt noch passieren kann und fordern den Atomausstieg. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, das Japan laut Greenpeace gegen den Widerstand der Bürger wieder einen Reaktor nach dem anderen hochfährt.

Zur Ausstellungseröffnung „Hörbilder - Fukushima - Tschernobyl“ lädt die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg um 17 Uhr ins Rechenzentrum Potsdam in der Dortustraße 46 ein. Die Ausstellung zeigt Interviews mit Betroffenen und wird noch am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr für Besucher zu sehen sein. Sie findet im Rahmen der Aktionswoche „Für eine Zukunft nach Tschernobyl“ vom 11. bis zum 15. März statt. Der Eintritt ist frei.

Leidensgeschichten der Opfer von Fukushima und Tschernobyl

Auch das Thalia-Kino in der Rudolf-Breitscheid-Straße 50 zeigt thematisch passende Filme und Performances. Montag um 17 Uhr wird die japanische Musikerin und Sängerin Manami N, begleitet von den Schauspielern Ulrich Meinecke und Wlada Vladislava, eine Mischung aus Lesung, Schauspiel und Hörstück präsentieren. Das Stück heißt „7,25- Strahlung“ und verbindet ihre persönliche Leidensgeschichte, das Erkranken an Brustkrebs, mit denen der Opfer aus Fukushima und Tschernobyl. Dafür reiste sie in beide Länder, sammelte Klänge und Eindrücke, die sie in ihre Musik und Kunst aufnahm.

Um 18.30 Uhr wird der Film „Little Voices from Fukushima“ gezeigt, in dem es um die Parallelen zwischen Fukushima und Tschernobyl geht und um die Betrachtung der Langzeitfolgen dieser Unfälle. Besonders Frauen und Kindern gibt der Film eine Stimme und lässt sie erzählen. Der Regisseur Hitomi Kamanaka wird anwesend sein. Der Eintritt für beide Veranstaltungen kostet drei Euro. Am Dienstag um 18.30 Uhr zeigt das Thalia den Film „Power to Change“ von Regisseur Carl A. Fechner. Er kritisiert die Nutzung von Atomkraft und fossilen Brennstoffen und will zeigen, dass erneuerbare Energien eine Zukunft haben. Der Eintritt ist frei. Emilie Brummel

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