01.06.2016, 20°C
  • 17.02.2016
  • von Christine Fratzke, Alexander Fröhlich und René Garzke

Liveticker: Sechste Pogida-Demo in Potsdam: Pogida-Chef kündigt tägliche Demos im März an

von Christine Fratzke, Alexander Fröhlich und René Garzke

Die Sitzblockade hielt trotz mehrerer Aufforderungen der Polizei mehr als 45 Minuten. Foto: dpa/R. Hirschberger

Am 17. Februar fand der sechste Pogida-Aufmarsch in Potsdam statt, sieben Gegenproteste waren angemeldet. Die Pogida-Route wurde aber blockiert, Pogida musste umkehren. Lesen Sie hier nach, was in Potsdam los war.

Potsdam - Zum sechsten Mal will Pogida in Potsdam demonstrieren, dieses Mal geht es nach Babelsberg. Die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz in Babelsberg am Mittwoch vor. Sieben Gegenkundgebungen sind angemeldet.

23.40 Uhr: Die Bilanz des Abends

Die 70 Pogida-Teilnehmer um Christian Müller konnten ihre Demonstration nicht wie geplant durchführen. Aufgrund mehrerer Blockaden in der Großbeerenstraße mussten die Rechten nach nicht mal 500 Meter kehrt machen und zurück zum Bahnhof Medienstadt laufen, wo sie etwa eine Stunde zuvor gestartet waren. An den Gegenprotesten beteiligten sich mehr als 800 Personen.

Wie die Polizei am späten Mittwochabend mitteilte, hat Müller die Demonstrationsroute in Absprache mit dem Polizeiführer entsprechend geändert.

Zuvor wurden die Teilnehmer der Blockaden mehrfach von den Einsatzkräften aufgefordert, die Blockaden zu beenden, kamen dem aber nicht nach. Von der Polizei hieß es, dass sie Maßnahmen eingeleitet habe, um die Teilnehmer der Blockaden zu identifizieren – es sollen entsprechende Strafverfahren eingeleitet werden.

Noch vor Beginn des Pogida-Aufzugs warfen nach Polizeiangaben Gegendemonstranten Flaschen und Böller auf die Beamten. Mehrfach wurden die Fahrer von Polizei-Fahrzeugen sowie die Besatzung des Polizeihubschraubers mit Laserpointern geblendet. Eine Polizistin wurde dabei verletzt. Verschiedene Seitenstraßen der Großbeerenstraße wurden nach Angaben der Polizei mit Müllcontainern, Einkaufswagen und Gerümpel blockiert. Teilweise wurden Mülltonnen in Brand gesetzt. Auch hier leitete die Behörde Ermittlungen ein.

Für Aufregung sorgte nach dem Ende der Versammlungen, dass Polizisten die linke Kiezkneipe „Nowawes“ stürmten. Ursächlich war nach Polizeiangaben, dass ein junger Mann zuvor Einsatzkräfte bei einer Personalienfeststellung bespuckt hatte. Er und wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte eine weitere Person wurden im Zuge des Polizeieinsatzes beim „Nowawes“ in Gewahrsam genommen. Die Polizei begründete den Einsatz mit Nacheile.

Bei einem Pogida-Ordner stellten die Beamten auf Versammlungen verbotene Quarzhandschuhe fest – diese gelten als Passivbewaffnung. Bei einem Gegendemonstranten fanden Polizisten ein verbotenes Einhandmesser. Gegen beide Personen wurden Strafverfahren eingeleitet.

Insgesamt waren erneut mehr als 1000 Polizisten aus Berlin, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Hessen sowie von der Bundespolizei im Einsatz.

 

21.24 Uhr: Wir verabschieden uns an dieser Stelle vom Live-Ticker und melden uns später mit einer Bilanz noch einmal zurück. Vielen Dank für das Feedback, das uns auf viele Wege erreicht hat.

21.08 Uhr: Die Polizei stürmt die Kneipe Nowawes, es gibt einige Festnahmen. 

21 Uhr: Wie wir von der Polizei erfahren haben, gab es mehrere Blockaden auf der Großbeerenstraße. An der größten haben etwa 500 Personen teilgenommen. Die Polizei konnte die Sicherheit für die Pogida-Teilnehmer offenbar nicht mehr gewährleisten.

20.50 Uhr: Zum Abschluss bedankt sich Pogida-Chef Christian Müller bei der Polizei. Er kündigt an, dass es nächste Woche ins Bornstedter Feld geht. "Wir lassen uns nicht verscheuchen", sagt er.

 

20.47 Uhr: 30 Pogida-Teilnehmer sind noch vor Ort. Sie wehen Deutschland-Flaggen und singen alle drei Strophen des Deutschland-Lieds.

20.37 Uhr: Die Pogida-Kundgebung ist gleich vorbei. Auf der Gegendemo ertönt der Song: "Give Peace a Chance". 

20.31 Uhr: Graziani spricht immer noch. Derweil schlendern Hunderte Teilnehmer der Blockade zufrieden durch Babelsberg, wie der Journalist Björn Kietzmann auf Twitter beschreibt. Laut PNN-Reporter René Garzle gab es eine Gewahrsamnahme.

20.12 Uhr: Bei der Abschlusskundgebung spricht Sebastiano Graziani, ein Vetreter des Leipziger Pegida-Ablegers "Legida". Er sprach auch bei der vierten Pogida-Demo vor zwei Wochen. Etwa 70 Pogida-Teilnehmer sind noch vor Ort. Im Hintergrund hört man Trommeln und Musik der Gegendemonstranten. PNN-Reporter Alexander Fröhlich hat die Abschlusskundgebung im Video festgehalten:

20.03 Uhr: Pogida-Chef Christian Müller ist über den Verlauf des heutigen Abends sauer. Die Polizei habe nicht ausreichend das Versammlungsrecht für Pogida durchsetzen können. Er kündigt an, in der kommenden Woche nach Bornstedt zu gehen, dann wieder zum Bassinplatz. Und anschließend, im März, soll täglich eine Pogida-Kundgebung innerhalb einer Woche stattfinden.

20.00 Uhr: Die Sitzblockade der Gegendemonstranten ist vorbei.

19.55 Uhr: Pogida mit 70 Teilnehmern ist zurück am Bahnhof. Jetzt beginnt die Abschlusskundgebung.

19.50 Uhr: Anton Lommon hat einige Impressionen des heutigen Abends festgehalten.

19.44 Uhr: Die Blockade wird nicht geräumt. Pogida muss umdrehen, unter großem Applaus der Blockierer. Es geht für Pogida zurück zum Bahnhof Medienstadt Babelsberg. Noch ist die Route unklar. Insgesamt kam Pogida nicht sehr viel weiter als 300, 400 Meter.

19.41 Uhr: Unklare Situation in der Großbeerenstraße, wie PNN-Reporter Alexander Fröhlich beschreibt:

 

+++ Wer sich noch mal alle Videos von Alexander Fröhlich von den heutigen Protesten und die der vergangenen Woche anschauen möchte, hier geht es zu seinem Kanal >> 

19.38 Uhr: Die vierte Durchsage der Polizei, doch die Blockierer bleiben sitzen. Es wird getrommelt, gepfiffen, gerufen. Die Blockierer singen auch "Schrei nach Liebe" von Die Ärzte.

19.31 Uhr: Info vom Einsatzleiter: In der Blockade befinden sich Familien mit Kindern. Außerdem sind zahlreiche Jugendliche darunter. Noch wird nicht geräumt. Mehrere Böller werden geworfen. Die Stimmung ist äußerst angespannt.

19.27 Uhr: Die dritte Aufforderung der Polizei. Noch sitzen die Teilnehmer, die Polizei zieht die Kräfte zusammen.

19.25 Uhr: Die zweite Durchsage der Polizei. "Die Blockade ist rechtswidrig", heißt es. Die Demonstranten werden erneut aufgefordert, die Sitzblockade aufzulösen. 

19.23 Uhr: Die erste Durchsage der Polizei. Sie fordert die Gegendemonstranten auf, die Straße zu räumen. Die Blockierer, mehrere Hundert Teilnehmer, bleiben aber sitzen. Die Stimmung ist aufgeheizt.

19.14 Uhr: Ein Plakat von den Gegendemonstranten: "Kein Döner für Nazis."

Es passiert: nichts weiter. Keine Ansagen der Polizei. Der Wasserwerfer steht bereit. Die Blockierer rufen: "Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda!" Und Pogida bleibt weiter stehen, in Sichtweite, etwa 50 bis 100 Meter entfernt. Noch ist unklar, ob Pogida umgeleitet wird.

19.10 Uhr: Die Stimmung vor Ort: "Nazis raus!"-Rufe und Böllerwürfe.

19.04 Uhr: Es gibt eine Sitzblockade auf der Großbeerenstraße mit etwa 100 Personen. Der Pogida-Zug wird aufgehalten.

18.55 Uhr: Ein Anwohner hat ein Peace-Zeichen auf ein Laken gemalt und hängt es aus dem Fenster.

18.50 Uhr: Pogida startet. Die Teilnehmer werden ausgepfiffen und ausgebuht. Es fliegen Gegenstände, ein Böller wird gezündet. Laute "Haut ab"-Rufe von Pogida-Gegnern. Massives Polizeiaufgebot.

Audiovisuelle Eindrücke und Hintergründe von PNN-Reporter Alexander Fröhlich:

 

18.43 Uhr: In wenigen Minuten geht der Pogida-Marsch los.

18.40 Uhr: PNN-Reporter Alexander Fröhlich meldet sich am Bahnhof Medienstadt Babelsberg wieder mit einem Video. Zu sehen (und zu hören!): lautstarker Protest von "Potsdam bekennt Farbe" auf der einen Seite, bei Pogida auf der anderen Seite ist noch nicht so viel los. Etwa 60, maximal 80 Teilnehmer, sind bei Pogida versammelt. Bei der ersten Pogida-Demo im Januar waren es etwa 200 Teilnehmer.

 

 

18.38 Uhr: Laut Presseservice Rathenow wurden vor wenigen Minuten Blockaden in der Großbeerenstraße/Grünstraße geräumt.

18.37 Uhr: Die Polizei kontrolliert die Pogida-Teilnehmer. Und findet laut unserer Reporter vor Ort Quarzsandhandschuhe, also Schlaghandschuhe, die als passive Bewaffnung gelten. Es gibt bereits Festnahmen.

18.34 Uhr: Auf Twitter sind immer wieder Bilder von den Wasserwerfern zu sehen. 

18.26 Uhr: Unser Reporter René Garzke vermeldet, dass etwa 350 Menschen an der zentralen Gegenkundgebung von "Potsdam bekennt Farbe" teilnehmen.

18.23 Uhr: Tagsüber machte übrigens das Gerücht die Runde, dass die heutige Pogida-Demo ausfallen wird. An der Geschichte war aber nichts dran, wie die PNN aus Polizeikreisen erfuhren. 

18.21 Uhr: Etwa 30 Menschen nehmen an der kleinen Antifa-Demo Richtung Bahnhof Medienstadt Babelsberg teil.

18.17 Uhr: PNN-Reporter Alexander Fröhlich meldet sich bei Periscope mit einem ersten Video. Er beschreibt darin das massive Polizei-Aufgebot vor Ort. "Es dürfte ein bisschen schwieriger werden als sonst", so Fröhlich. Auch die Temperaturen sind ungemütlich:

18.13 Uhr: Auf Twitter heißt es, dass etwa 30 Pogida-Teilnehmer vor Ort sind. Um 18.30 Uhr soll die sechste Pogida-Demo am Bahnhof Medienstadt Babelsberg starten. In der vergangenen Woche kamen etwa 100 Pogida-Anhänger nach Rehbrücke

18.04 Uhr: Die Polizei beschreibt die Stimmung vor Ort als angespannt. Etwa 1000 Beamte sind im Einsatz, darunter Einsatzhundertschaften aus Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hessen und aus Bayern und dazu noch Bundespolizisten. Ebenfalls vor Ort: zwei Räumpanzer und zwei Wasserwerfer.

17.50 Uhr: Das ging schnell: Die Demo vom Karl-Liebknecht-Stadion kommt am Rathaus Babelsberg an.

17.49 Uhr: Die Wetzlarer Straße Ecke Fritz-Zubeil-Straße ist zunächst für die Antifa-Demo gesperrt.

17.40 Uhr: Die Demo läuft los. Unser Reporter schätzt, dass etwa 200 Teilnehmer gekommen sind.

17.30 Uhr: Die Demo vom SV Babelsberg will sich nun treffen. Es geht vom "Karli" zum Bahnhof Babelsberg.

17.17 Uhr: Mehrere Geschäfte in Babelsberg haben wegen der Demonstrationen heute schon früher zu.

17.15 Uhr: Rund um Babelsberg muss mit erheblichen Verkehrsbeschränkungen gerechnet werden. Betroffen ist auch der Nahverkehr, wie der ViP Potsdam mitteilt. Es kann zu Verspätungen und Ausfällen kommen. Betroffen sind unter anderem folgende Tram- und Buslinien:

 

- Tram 94: Verkehrt nur zwischen Schloss Charlottenhof und Platz der Einheit

- Tram 99: Verkehrt nur zwischen Hauptbahnhof und Platz der Einheit

- Bus 616: Enfällt komplett

- Bus 690: Wird umgeleitet: von J.-Kepler-Platz in Richtung S Hauptbahnhof über Nutheschnellstr., Horstweg, H.-Mann-Allee. Vom Hauptbahnhof über Schlaatzstraße, Nutheschnellstraße, Stern-Center

Bus 693: Fährt verkürzt zwischen Bhf Rehbrücke und Falkenhorst

Bus 694: Buslinie wird geteilt. Erster Abschnitt zwischen Küsselstr. und L.-Pulewka-Str./Wiesenstr. über den Hauptbahnhof und der zweite Abschnitt zwischen S Griebnitzsee und Stern-Center

Bus 696: Verkehrt in beiden Richtungen zwischen R.Baberske-Str. und J.-Kepler-Platz über Hans-Albers-Str., Gaußstr. und Max-Born-Str. und ab J.-Kepler-Platz wie die Buslinie 694 über Steinstr., Steinstücken bis S Griebnitzsee.

 

17.00 Uhr: Ein Überblick darüber, was heute wann wo stattfindet:

- Demo vom SV Babelsberg: 17.30 Uhr vom Karl-Liebknecht-Stadion. Die Demo geht über die Karl-Liebknecht-Straße zum Bahnhof Babelsberg.

- Zentrale Gegenkundgebung von "Potsdam bekennt Farbe": 18 Uhr, Ecke Wetzlarer Straße/ Großbeerenstraße 

Weitere Kundgebungen ab 18 Uhr entlang der Pogida-Route: Vom Kreisverband der Linken, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschisten, Kundgebung von "Babelsberg bleibt bunt"

- Antifaschistische Kurzdemo ab 18 Uhr: Wetzlarer Straße bis zum Bahnhof Medienstadt Babelsberg

 

- Pogida: 18.30 Uhr vom Bahnhof Medienstadt Babelsberg über die Großbeerenstraße zum Bahnhof Babelsberg

 

 Wir berichten live auch über unseren Twitter-Account >>

 

Es tickert Christine Fratzke. Reporter Alexander Fröhlich und René Garzke sind vor Ort.

Social Media

Umfrage

Soll das Rechenzentrum auch nach 2018 als Künstlerzentrum erhalten bleiben? Stimmen Sie ab!