31.05.2016, 23°C
  • 10.02.2016
  • von Henri Kramer und Marco Zschieck

Vor dem 5. Pogida-Aufmarsch in Potsdam: Gegenwind für Pogida

von Henri Kramer und Marco Zschieck

Nachdem sich die Pogida-Anhänger drei Mal in der Potsdamer Innenstadt versammelt haben (s. Foto), ging es in der vergangenen Woche zum Schlaatz. Am 10. Februar treffen sich die Pogida-Teilnehmer am Bahnhof Rehbrücke. Foto: dpa/R. Hirschberger

Zum fünften Mal wollen Pogida-Anhänger in Potsdam demonstrieren. Am Mittwoch wird es außerdem mehrere Gegenproteste geben. Und die Polizei wird voraussichtlich wieder mit 1000 Beamten im Einsatz sein.

Potsdam - Zum fünften Mal soll es am Mittwoch (10. Februar) ab 18.30 Uhr einen Aufmarsch der rechten Pogida geben. Erneut muss die geplante Demonstration der Fremdenfeinde – diesmal vom Bahnhof Rehbrücke Richtung Drewitz – von einem massiven Polizeiaufgebot abgesichert werden. Die Polizei wird mit ähnlich starken Kräften vor Ort sein, wie in der vergangenen Woche, sagte ein Polizeisprecher – es geht also um etwa 1000 Beamte. Man werde konsequent gegen Straftaten vorgehen.

Mehrere Gegenproteste gegen Pogida-Aufmarsch 

Auch diesmal sind wieder Proteste gegen den Aufmarsch angekündigt. Am Montag hatten das parteiübergreifende Anti-Rechts-Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ und das Bündnis „Tolerantes Nuthetal“ zu einer Kundgebung aufgerufen, die ab 18 Uhr zum einen auf der Potsdamer Seite des Bahnhofs Rehbrücke beginnt. Das Nuthetaler Bündnis wiederum darf auf der Arthur-Scheunert-Allee nahe dem Bahnhof stehen. Damit kann Pogida-Anmelder Christian Müller seinen geplanten „Abendspaziergang“ voraussichtlich weder über die Potsdamer Heinrich-Mann-Allee noch quer durch Rehbrücke führen – sondern muss wohl in Richtung Drewitz ausweichen, über die Straße Am Buchhorst. Zudem soll eine Demo unter dem Titel „Pogida stoppen!“ um 17 Uhr am Magnus-Zeller-Platz beginnen, die zum Bahnhof Rehbrücke führen soll. Eine weitere Demonstration wurde durch die Drewitzer Straße in Richtung Am Buchhorst angemeldet. Der Spartacus-Verein im linken Jugendkulturzentrum „Freiland“ rief auf seiner Facebook-Seite dazu auf: „Good bye Pogida – den rechten Aufmarsch am 10.2. angreifen!“.

Beeinträchtigungen im Verkehr

Wegen der Demonstrationen wird es Behinderungen im Nahverkehr geben. Es sei mit längeren Fahrzeiten, Verspätungen und Beeinträchtigungen um den Bahnhof Rehbrücke zu rechnen, teilte die Beelitzer Verkehrsgesellschaft mit, die die dort verkehrende Linie 611 betreibt. Auch der Autoverkehr auf der Heinrich-Mann-Allee, der Drewitzer Straße und im Kirchsteigfeld wird betroffen sein, warnte die Polizei. 

Unterdessen hat die Schlösserstiftung an Pogida-Anmelder Christian Müller eine Unterlassungaufforderung geschickt, wonach dieser im sozialen Netzwerk Facebook für seine Pogida-Aufzüge nicht mehr mit Bildern von Schloss Sanssouci werben darf. Das bestätigte Stiftungssprecher Frank Kallensee den PNN auf Anfrage. Ebenso behalte man sich vor, eine bis zu dreistellige Summe Schadensersatz zu fordern, so Kallensee. 

 

Update 10. Februar, 15.00 Uhr: Um die Demo "Pogida stoppen" gibt es eine juristische Auseinandersetzung >>

 

Überblick, was wann wo stattfindet:

- 17 Uhr Demo "Pogida stoppen!", Start am Magnus-Zeller-Platz

- 18 Uhr Kundgebung "Potsdam bekennt Farbe" am Bahnhof Rehbrücke, auf der Potsdamer Seite

- 18 Uhr Kundgebung "Tolerantes Nuthetal", Rehbrücke, Arthur-Scheunert-Allee

- 18.30 Uhr Pogida, Bahnhof Rehbrücke

Hinweis in eigener Sache: Auch am 10. Februar werden zwei PNN-Reporter vor Ort sein, um live zu berichten. Eine aktuelle Berichterstattung gibt es dann hier auf pnn.de und über unseren Twitter-Account >>

 

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