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  • 04.02.2016
  • von Yvonne Jennerjahn

Potsdamer Schlösserstiftung geht gegen Pogida vor: Keine Werbung mit Schloss Sanssouci

von Yvonne Jennerjahn

Das juristische Vorgehen der Stiftung gegen Pogida-Chef Christian Müller gestalte sich jedoch schwierig, heißt es von der Schlösserstiftung. Foto: dpa/R. Hirschberger

Der Potsdamer Pegida-Ableger Pogida warb auf Facebook mit Motiven von Schloss Sanssouci für seine "Abendspaziergänge". Nun geht die Schlösserstiftung dagegen vor.

Potsdam - Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten wehrt sich gegen die Verwendung eines Sanssouci-Fotos durch den Potsdamer „Pegida“-Nachahmer Pogida. Stiftungssprecher Frank Kallensee sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag in Potsdam, die Werbung für den vierten Pogida-Aufmarsch in diesem Jahr am Mittwochabend sei ein klarer Verstoß gegen die Foto-Richtlinien der Stiftung und gegen deren Verpflichtung zu politischer Neutralität. Werbung für Parteien mit Fotos von Schlössern und Gärten der Stiftung sei nicht zulässig.

Das juristische Vorgehen der Stiftung gegen Pogida-Anmelder Christian Müller gestalte sich jedoch schwierig, sagte Kallensee weiter. Eine Unterlassungsaufforderung der Stiftung habe bisher nicht zugestellt werden können, weil seine Adresse nicht bekannt sei.

Pogida macht einen Rückzieher vom Rückzieher

Inzwischen hat Pogida offenbar nach der Androhung rechtlicher Schritte durch die Stiftung einen Rückzieher gemacht. Die mehrfach dokumentierte Facebook-Seite von Pogida mit einem Foto von Schloss Sanssouci war am Donnerstag nicht mehr öffentlich zugänglich. Für den fünften "Abendspaziergang" gibt es bereits eine neue Facebook-Veranstaltung, bei der auf Sanssouci-Bilder verzichtet werden. Allerdings wurde das Titelbild am Donnerstagnachmittag der Pogida-Facebookseite erneut verändert - nun ist das Schloss Sanssouci wieder zu sehen.

Wie die Schlösserstiftung den PNN am Freitag mitteilte, will sich die Stiftung nun auch direkt an Facebook wenden, damit die Fotos gelöscht werden.

Nächste Pogida-Demo am 10. Februar

Die nächste Pogida-Demonstration soll am kommenden Mittwoch am Bahnhof Rehbrücke stattfinden. Das kündigte Anmelder Christian Müller an. Angemeldet hatte er dies vorsorglich schon Ende Januar. Auf Facebook mobilisiert er für einen fünften "Abendspaziergang" am Bahnhof Rehbrücke für den 10. Februar ab 18.30 Uhr.

Eine Gegendemonstration ist auch schon angemeldet. Wie der Potsdamer Bundestagsabgeordnete Norbert Müller (Die Linke) den PNN bestätigte, hat er für kommenden Mittwoch eine Demonstration bei der Polizei angemeldet, die vom Bahnhof Rehbrücke über die Heinrich-Mann-Allee zum Hauptbahnhof führt.

 

(epd/mit Alexander Fröhlich)

 

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