25.07.2016, 29°C
  • 30.01.2016
  • von Aimée Meinecke, Elisa Bauermann, Lena Schmidt

Junge Ideen für den Lustgarten

von Aimée Meinecke, Elisa Bauermann, Lena Schmidt

Potsdamer Schüler denken über eine Neugestaltung nach – ohne das Mercure

Was tun mit Freiflächen und ungenutzten Brachen in der Stadt? Schüler haben ihre ganz eigenen Vorstellungen, wie freie Flächen besser genutzt werden könnten. Eine Skaterbahn, ein Fitnesspark oder vielleicht ein neues Café? Die Klasse 10 b des Leibniz-Gymnasiums im Potsdamer Stadtteil Am Stern setzte sich jetzt mit solchen Fragen auseinander – Anlass war die Heimatkunde-Aktion des Bundesbildungsministeriums im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2015.

„Wir wollen die Stadt verschönern“, sagte Lehrerin Petra Schäfer zu dem Projekt, das bundesweit an mehreren Schulen stattfindet. Ziel sei es, dass Schüler Nutzungspläne für brach liegende Flächen in ihrer Heimatstadt entwerfen. Unter dem Motto „Greenfit“ entwickelt die Klasse 10 b etwa die Idee für eine Neugestaltung des Potsdamer Lustgartens – dort wo jetzt noch das Hotel Mercure steht, das die Stadt gerne in den kommenden Jahren abreißen möchte. Ein Outdoor-Fitnesspark mit Liegewiese und Skaterbahnen sowie ein Jugendtreff mit Sportmöglichkeiten könnten dort entstehen, ein Computerkabinett und ein Café.

Die Idee ist eine von knapp 50 bundesweiten Einsendungen zur Heimatkunde- Aktion. Bereits 2012 gab es ein ähnliches Projekt, wo Schüler eine sogenannte Handy-Rohstoff-Expedition unternahmen. Dabei beschäftigten sie sich mit Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit bei der Herstellung von Smartphones.

Bei dem 2015 gestarteten Wettbewerb stehen nun die nachhaltige Stadtplanung und Beteiligungs- sowie Gestaltungsmöglichkeiten im Vordergrund. Dadurch soll erreicht werden, dass die teilnehmenden Schüler im Alter von zwölf bis 16 Jahren sich mitverantwortlich für die Stadtplanung fühlen, und dass sie ihre kreativen und mutigen Ideen für ihren Lebensraum der Öffentlichkeit präsentieren.

Dafür begeisterte Lehrerin Schäfer auch ihre Schützlinge, die bis zum morgigen Sonntag ihre Arbeiten einreichen können. Die Abgabefrist wurde wegen des großen bundesweiten Interesses noch einmal verlängert.

Im Februar wird eine Jury aus Vertretern von Kommunen und Wissenschaftlern den Gewinner aller eingereichten Arbeiten bekannt geben. Unter anderem sitzt der Potsdamer Thomas Honeck vom Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung in dem Gremium. Dem Gewinnerteam winkt eine Gruppenreise in eine deutsche Großstadt mit Besuch des Städteplanungsbüros. Viel Hoffnung auf den Gewinn der Städtereise macht sich die Klasse 10 b des Leibniz- Gymnasiums aber nicht. Man habe sich nur mit der Heimatstadt auseinandersetzen wollen, sagte Schäfer. Die Einsendungen werden ohnehin nicht umgesetzt, sollen aber öffentlich gemacht werden. Und vielleicht fließt die ein oder andere Schüleridee ja doch mit ein in die Stadtplanung am Lustgarten und die Schüler könnten in ihrem Park spielen.

Aimée Meinecke, Elisa Bauermann, Lena Schmidt

Social Media

Umfrage

Lösung für die defizitäre Tropenhalle gesucht: Soll das Naturkundemuseum in die Biosphäre ziehen? Stimmen Sie ab!