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  • 22.01.2016
  • von Alexander Fröhlich

AfD-Demo am Landtag in Potsdam: Polizei befürchtet am Freitag neue Ausschreitungen

von Alexander Fröhlich

Anhänger der AfD demonstrierten im September vor dem Landtag in Potsdam. Die Rechtspopulisten bekommen nun Zulauf. Foto: Ralf Hirschberger/dpa

UPDATE. Am Freitag demonstriert die AfD vor dem Landtag, danach hat sie im Parlament ihren Neujahrsempfang. Fast 1000 Gegendemonstranten werden erwartet. Die Polizei rückt erneut mit einem Großaufgebot an.

Potsdam – Nach den fremdenfeindlichen Pogida-Demonstrationen mit Ausschreitungen linker Gegendemonstranten ist die Lage in Potsdam vor der AfD-Demonstration am Freitag angespannt. Die Polizei ist laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung alarmiert und befürchtet erneut Gewaltausbrüche. Der Grund: Im Gegensatz zu Mittwoch, als die Pogida-Anhänger in Kleingruppen abzogen, haben Gegendemonstranten nun einen klaren Fixpunkt für ihre politischen Gegner – den Landtag. Die Polizei muss erneut mit einem Großaufgebot anrücken.

Die rechtspopulistischen AfD hat laut "Bild" ab 17.30 Uhr auf dem Alten Markt vor dem Landtag eine „Antigewalt-Kundgebung für die Rechte der Frauen“ mit 150 Teilnehmern angemeldet. Sie richtet sich gegen die Übergriffe auf Frauen in der Kölner Silvesternacht. Parallel sind vor dem Filmmuseum drei Gegendemonstration geplant. Für die Gegendemonstrationen wurden laut "Bild" 950 Teilnehmer angemeldet. 

Parteien protestieren gegen AfD

Auch Vertreter der Stadtpolitik haben sich zu den Gegenprotesten angekündigt. SPD-Kreischef Mike Schubert sagte: "Heute werden hoffentlich auch viele Gäste des Neujahrsempfangs der Stadt Potsdam zum Landtag kommen und sich mit Anmelderinnen der Gegen-Demo gemeinsam den AfD-Demagogen entgegenstellen. Vom Nikolaisaal zum Landtag ist es ja nur ein Katzensprung." 

Vertreter der Brandenburger Grünen wollen ebenfalls gegen die AfD protestieren, darunter die Potsdamer Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock. Grüne-Landeschefin Petra Budke sagte: "Es ist unerträglich, dass ausgerechnet die AfD mit ihrem antiquierten Frauenbild die Vorfälle von Köln für ihre fremdenfeindliche und rassistische Hetze instrumentalisiert. Diesen Missbrauch werden wir nicht zulassen. Wir kämpfen gegen sexualisierte Gewalt und gegen Rassismus - immer und überall. Deshalb werden wir uns morgen den AfD-Frauen und ihren Anhängern entschieden entgegenstellen."

Mehrere hundert Beamte kommen zum Einsatz

Die Polizei befürchtet laut „BILD“ Zusammenstöße wie bei den beiden „Pogida“-Demonstrationen am Mittwoch und in der Vorwoche am Montag. Die Polizei will mit 400 Einsatzkräften anrücken. Zudem sind weitere Beamte aus anderen Bundesländern angefordert worden. Auch die von der Hamburger Polizei für die Pogida-Demo am Mittwoch angeforderten Wasserwerfer sind nach PNN-Informationen noch eigens in Potsdam geblieben.

Große Sorge herrscht dem Bericht zufolge aber im Landtag: Denn dort hält die AfD-Fraktion nach der Kundgebung  ihren AfD-Neujahrsempfang mit 250 Gästen ab. Die Polizei muss also wohl auch das Landtagsgebäude selbst schützen und die unbeschadete Abreise der AfD-Gäste aus dem Landtag sicherstellen.

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