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Verkehr

  • 20.01.2016
  • von Marco Zschieck

Bauarbeiten am Bahnhof Griebnitzsee: Früher – und doch vier Jahre zu spät

von Marco Zschieck

Am Bahnhof Griebnitzsee soll zwischen dem Regionalbahnsteig und dem S-Bahnsteig ein weiterer Bahnsteig für die Regionalzüge entstehen. Foto: A. Klaer

Mit vier Jahren Verspätung soll im Bahnhof Griebnitzsee ein zweiter Bahnsteig für Regionalzüge gebaut werden. Jetzt kommt er schneller als gedacht.

Potsdam - Auch die kleinen Freuden sollte man wertschätzen: Am Bahnhof Griebnitzsee soll nun doch schon in diesem Jahr ein zweiter Bahnsteig für Regionalzüge gebaut werden. Das teilte die Deutsche Bahn auf PNN-Anfrage mit. Noch im Oktober hieß es nämlich, dass der Bau – wenn überhaupt – erst 2017 fertig werde. Einen genauen Termin gab es nicht. Daran gab es seinerzeit heftige Kritik von der Stadtverwaltung, der Studierendenvertretung Asta und der Universität Potsdam.

Im Mai will die Deutsche Bahn nun mit dem Bau beginnen und nennt sogar einen konkreten Starttermin: den 24. Mai. Der künftige Bahnsteig 3 soll zwischen dem S-Bahnsteig und dem bestehenden Regionalbahnsteig errichtet werden. Er soll 140 Meter lang, überdacht und auch per Aufzug erreichbar sein. Die Kosten für den Umbau von etwa 500 000 Euro sollen komplett vom Bund übernommen werden.

Zeitersparnis von zehn Minuten: Erleichterung für Pendler und Studenten

Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember sollen die Züge der Regionalbahnlinien 21 und 22 dort auch in Richtung Potsdam halten – eine Erleichterung für viele Pendler und Studenten. Derzeit halten die Züge der Linien 21 und 22 in den Hauptverkehrszeiten nur in Richtung Berlin am Bahnhof Griebnitzsee, weil es in der Gegenrichtung keinen Bahnsteig gibt. Pendler aus Berlin dürften besonders am Morgen profitieren: Das zeitraubende Umsteigen im Bahnhof Berlin-Wannsee inklusive Wechsel des Bahnsteiges fällt dann weg. Eine Zeitersparnis von etwa zehn Minuten.

Allerdings wird es wohl auf absehbare Zeit bei acht Zügen pro Tag bleiben. Der stark frequentierte Regionalexpress 1 soll nicht im Bahnhof Griebnitzsee halten. Er soll weiterhin nur in größeren Knotenpunkten halten, um seinen Geschwindigkeitsvorteil nicht zu verlieren.

Gleise der S-Bahn zwischen Potsdamer Hauptbahnhof und Griebnitzsee erneuert

Bevor es mit dem Bahnsteigbau losgehen kann, soll an der S-Bahn gebaut werden. Wie berichtet werden im Frühjahr die Gleise der S-Bahn zwischen dem Potsdamer Hauptbahnhof und Griebnitzsee erneuert. Sie waren nach dem Mauerfall verlegt worden und müssen ersetzt werden. Etwa 3,3 Millionen Euro soll die Streckensanierung kosten. Während die Strecke gesperrt ist, nutzt die Bahn die Gelegenheit für eine Generalüberholung des S-Bahnhofs Babelsberg für 2,6 Millionen Euro. Ende März will die Bahn dort mit den Bauarbeiten beginnen. Täglich sind zwischen Griebnitzsee und Potsdam-Hauptbahnhof allein 35 000 Menschen mit der S-Bahn unterwegs. Anfang März will die Bahn nun über die Details des Schienenersatzverkehrs informieren, hieß es auf PNN-Anfrage.

Die Reihenfolge der Bauarbeiten in Griebnitzsee und bei der S-Bahn hatte im Vorfeld deutliche Kritik hervorgerufen. So sprach Potsdams CDU-Chef Steeven Bretz von mangelhafter Koordination. Würde der Bahnsteig in Griebnitzsee zuerst gebaut, hätten die Regionalzüge zumindest in der Hauptverkehrszeit als Ersatz für die gesperrte S-Bahn dienen können.

Eröffnung war eigentlich für 2013 angepeilt

Der Bau des zweiten Regionalbahnsteigs in Griebnitzsee hatte sich mehrere Jahre verzögert. Ursprünglich war die Eröffnung des Bahnsteigs bereits für Mitte 2013 angepeilt. Doch erst war die Finanzierung unklar, dann gab es Schwierigkeiten bei der Planung von Leitungs- und Gleisverlegungen. 

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