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  • 17.01.2016
  • von Henri Kramer und Alexander Fröhlich

Demonstrationen in Potsdam: Erst Pogida, dann AfD - und Gegenproteste

von Henri Kramer und Alexander Fröhlich

Anhänger der AfD demonstrierten im September vor dem Landtag in Potsdam. Die Rechtspopulisten bekommen nun Zulauf. Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Potsdam steht erneut eine harte Demo-Woche bevor. Für Mittwoch sind der Potsdamer Pegida-Ableger und linke Gegenproteste angekündigt. Am Freitag will die AfD vor dem Landtag demonstrieren. Auch dagegen formiert sich Protest.

Potsdam - Die Polizei in Potsdam steht in der neuen Woche vor zwei Großeinsätzen: Neben dem zweiten Versuch eines Abendspaziergangs nach Vorbild der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung am Mittwochabend hat nun auch der Landesverband der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) eine Kundgebung für den Freitag angemeldet. AfD-Landeschef Alexander Gauland hatte Pegida vor geraumer Zeit als natürlichen Verbündeten der AfD bezeichnet.

Die Versammlung der AfD soll ab 17 Uhr vor dem Landtag am Alten Markt stattfinden - kurz nach dem offiziellen Neujahrsempfang der Stadt Potsdam im nahen Nikolaisaal. Motto des Aufzugs: „Antigewaltkundgebung für die Rechte der Frauen“ und „Protest gegen die Silvester-Vorfälle in Köln, Hamburg und Stuttgart“. Angemeldet sind 150 Teilnehmer. Mit Gegendemonstrationen kann gerechnet werden, bereits am Wochenende wurde im Internet zu entsprechenden Aktionen aufgerufen.

AfD muss mit Gegenprotesten rechnen

Die linksalternative Wählergruppe Die Andere erklärte auf Facebook, dass man sich den Termin der „AfD-Menschenfeinde“ merken müsse. Der Potsdamer Bundestagsabgeodneter Norbert Müller (Linke) nannte die AfD-Demonstration „widerlichen Zynismus pur“. Und Linke-Kreischef Sascha Krämer erklärte: "Setzen wir friedlich bunt und laut das Zeichen: ihr seid nicht willkommen".

Für den sogenannten Abendspaziergang des Potsdamer Pegida-Ablegers Pogida, der am Mittwoch ab 18.30 Uhr demonstrieren will, hat die Polizei bereits ein Großaufgebot angekündigt. Nach dem ersten Pogida-Aufzug vor einer Woche hatte es wie berichtet gewaltsame Ausschreitungen von Mitgliedern der linken Szene gegeben. Polizei und Innenministerium hatten danach bereits angekündigt, erneute Krawalle mit aller Härte zu unterbinden und konsequent gegen gewalttätige Gegendemonstranten vorzugehen.

Pogida und Antifa mobilisieren im Netz

Die Sicherheitsvorkehrungen werden verschärft. Grund sind Äußerungen von Antifa-Vertretern und Anhängern der mehrheitlich aus der rechten Berliner Hooligan-Szene stammenden Pegida-Anhänger. Diese hätten „Rache geschwört“, weil ihr Abendspaziergang in Potsdam durch Blockaden von Gegendemonstranten verhindert worden war. Die Antifa dagegen hatte angekündigt, erneut mit ihr zur "Verfügung stehenden Mittel" gegen Pogida vorzugehen.

Das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ rief für Mittwoch zu einer Gegendemonstration und friedlichen Protesten auf. Der Pogida-Marsch soll am Mittwoch bis 21.30 Uhr zum Hauptbahnhof führen. Auf dem Weg dorthin gibt es weitere Sicherheitsrisiken. Im Landtag laden zur gleichen Zeit Landesregierung und Landtag zu einem Neujahrsempfang. 

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