30.07.2016, 24°C
  • 09.01.2016
  • von Henri Kramer, Sören Kohlhuber und René Garzke

Pegida-Demo in Potsdam am 11. Januar: Alles Pogida?

von Henri Kramer, Sören Kohlhuber und René Garzke

Schon vor einem Jahr tauchten in der Stadt Schriftzüge gegen Pegida auf. Foto: René Garzke

UPDATE: Mittlerweile ist bekannt, wer die Aktion "gegen die Islamisierung des Abendlandes" in Potsdam organisiert hat. Bislang ist für die Demonstration mit nur wenigen Teilnehmern zu rechnen, für die Gegenproteste werden 400 Personen erwartet. Ein Überblick.

Potsdam - Bisher herrschte großes Rätselraten um eine Demonstration "gegen die Islamisierung des Abendlandes", die am kommenden Montag, dem 11. Januar, in der Potsdamer Innenstadt stattfinden soll. Bei einer von der NPD gesteuerten Anti-Asyl-Aktion in Oranienburg (Oberhavel) sind am Freitagabend neue Details bekannt geworden. Dort kündigte der Potsdamer Christian M. an, dass die Demonstration in Potsdam um 20 Uhr am Bassinplatz losgehen soll. (Hören Sie hier den Audiomitschnitt).

Der Mann, der nach eigenen Angaben Organisator des Potsdamer Protestes ist, sagte zudem, dass die Teilnehmer einer Aktion des Pegida-Ablegers Bärgida in Berlin nach Potsdam fahren wollen - los geht die Demonstration in Berlin um 18.30 Uhr. Im Hinblick auf die angekündigten Gegenproteste sagte M. der im sozialen Netzwerk Facebook offen mit der NPD sympathisiert: "Bei uns in Potsdam haben wir natürlich ein bisschen mehr von der roten SA zu erwarten." Die geplante Route sei aufgrund der zu Proteste bereits geändert worden. Auf Facebook ist zudem eine Gruppe mit dem Namen „Potsdam Wir für Deutschland Wir sind das Volk“ in Erscheinung getreten, die zu einem „Abendspaziergang“ aufruft. So nennt Pegida ihre Demonstrationen in Dresden. So viele Pegida-Sympathisanten wie in Dresden werden es in Potsdam aber wohl nicht werden: Eine Facebook-Veranstaltung für die heutige Demonstration zählte bei Redaktionsschluss am Sonntagabend gerade einmal ein Dutzend Teilnehmer.

400 Gegendemonstranten erwartet

Auch die Polizei hatte gegenüber den PNN am Freitag bestätigt, dass für den Tag zwei Versammlungsanmeldungen in Potsdam vorliegen. Bei einer davon handelt es sich um die vom Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ angemeldete Gegenkundgebung am Lustgarten, Beginn ist um 20 Uhr. Damit wurde die Veranstaltung zeitlich und räumlich verschoben, ursprünglich sollte diese um 18.30 Uhr am Alten Markt stattfinden.

Vorsitzender des Bündnisses, in dem unter anderem die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung vertreten sind, ist Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Der Potsdamer Linke-Kreischef Sascha Krämer sagte zu den Protesten: „Wir werden es nicht zulassen, dass Rassismus und Menschenfeindlichkeit salonfähig werden. Das ist jetzt unsere politische Herausforderung.“ Es werden etwa 400 Gegendemonstranten erwartet.

Zeitgleich Pegida-Demo in Strausberg

Während die Aktion in Potsdam stattfinden soll, will in Strausberg (Märkisch-Oderland) zeitgleich der Pegida-Ableger "Brandenburger für Mitbestimmung & Meinungsfreiheit" (BraMM) demonstrieren. Bereits im Dezember 2014 gab es Versuche, eine Anti-Asyl-Demonstration in Potsdam zu organisieren. Damals entschied sich der zu keiner Organisation zugehörige Anmelder kurzfristig, die Aktion abzusagen. Etwa im gleichen Zeitraum tauchte im sozialen Netzwerk Facebook zudem eine Seite mit dem Namen "Pegida Potsdam" auf, dort wurden nach dem Dresdner Vorbild auch regelmäßige Montagsspaziergänge ankündigt. Nach kurzer Zeit wurde die Seite mit über 200 Fans dann gelöscht, ohne dass es zu Aktionen kam.

 

Überblick über die Veranstaltungen am 11. Januar:

- 19 bis 21 Uhr Aktionsfläche Bassinplatz: "BASSI Block(t) Party mit HipHop und Tanz

20 Uhr Lustgarten/Schlossstraße: Kundgebung Bündnis "Potsdam bekennt Farbe".

20 Uhr Bassinplatz: Potsdamer Abendspaziergang gegen die "Islamisierung des Abendlandes"

 

Hinweis um 17.40 Uhr: Wir halten Sie auf hier auf dem Laufenden, was heute Abend in Potsdam passiert >>

Social Media

Umfrage

Lösung für die defizitäre Tropenhalle gesucht: Soll das Naturkundemuseum in die Biosphäre ziehen? Stimmen Sie ab!