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  • 08.12.2015
  • von René Garzke

BFC-Fans in Babelsberg: Rechtsextreme Gesänge

von René Garzke

Beim Spiel BFC Dynamo gegen den SV Babelsberg 03 im Oktober zeigt mindestens ein BFC-Fan nach Spielabpfiff den Hitlergruß. Foto: Michael Eulenbrink

Ein BFC-Anhänger traf am Sonntag im Karl-Liebknecht-Stadion mit einer außer Kontrolle geratenen Feuerwerksbatterie beinahe den eigenen Torhüter. Andere Fans fielen wiederum durch Hitlergrüße und rechte Gesänge auf.

Rund um das Fußballspiel des SV Babelsberg 03 (SVB) gegen den BFC Dynamo – Endstand 0:0 – im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion sorgten am Sonntag Teile der Gästefans für unschöne Szenen, auch pöbelten Rechtsextreme. Bereits vor Spielbeginn sei den Sicherheitskräften eine Gruppe Gästefans aufgefallen, die unter anderem „Arbeit macht frei, Babelsberg 03“ gerufen hat, sagte Christian Lippold, Sicherheitsbeauftragter beim SV Babelsberg 03, den PNN. Andere BFC-Anhänger und Ordnungskräfte intervenierten. Zu Zwecken der Strafverfolgung werde nun mittels Bildmaterial versucht, die Rechtsextremen ausfindig zu machen, sagte Lippold.

In der fünften Spielminute zündete dann ein Mann im Gästeblock eine Silvesterbatterie – und traf mit der in alle Richtungen fliegenden Pyrotechnik fast den eigenen Torhüter. Medienberichte, nach denen es sich bei dem Mann um einen polizeibekannten Babelsberg-Fan handeln soll, wies Lippold gegenüber den PNN zurück. Der Mann besuche zwar gelegentlich Fußballspiele im „Karli“, sei aber BFC-Anhänger.

Pyrotechnik wurde vergraben

Die Pyrobatterie hatte der BFC-Fan Lippold zufolge bereits im Vorfeld des Spiels hinter dem Gästeblock vergraben. Allerdings so tief, dass die Sicherheitskräfte die Feuerwerksbatterie beim vorherigen Absuchen nicht entdeckten. „Das erklärt auch, warum die Batterie so außer Kontrolle geraten ist“, so Lippold. Vermutlich sei sie dort nass geworden. Nach dem Feuerwerk wurde der BFC-Fan von der Polizei in Gewahrsam genommen. Da der Berliner Fußballclub die Karten für den Gästeblock aus Sicherheitsgründen fast ausschließlich an offizielle Fanclubs verkaufte, muss der Mann so an ein Ticket gelangt sein, so Lippold.

Nach Abpfiff der Partie zeigten zudem – wie Fotos, die den PNN vorliegen, belegen – mindestens zwei Personen den Hitlergruß, wieder riefen Fans „Arbeit macht frei“, „Merkel muss weg“ sowie „Zecken, Zigeuner und Juden“. Ob die Polizei bereits Ermittlungen eingeleitet hat, war am gestrigen Montagnachmittag nicht mehr zu erfahren.

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