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  • 12.11.2015
  • von Alexander Fröhlich, Christine Fratzke und Thorsten Metzner

Die Fälle Elias und Mohamed: Elias soll missbraucht und stranguliert worden sein

von Alexander Fröhlich, Christine Fratzke und Thorsten Metzner

Sie teilen ein Schicksal: Elias und Mohamed wurden entführt, offenbar missbraucht und danach umgebracht. Foto: dpa

Elias soll nach seiner Entführung missbraucht und stranguliert worden sein. Noch ist unklar, wann der sechsjährige Junge umgebracht wurde. Die Ermittler gehen davon aus, dass er kurz nach seiner Entführung Anfang Juli getötet wurde.

Potsdam - Der mutmaßliche Kindermörder Silvio S. soll Elias auch sexuell missbraucht und dann stranguliert haben. Das hat die Obduktion des Leichnams ergeben. Ein entsprechender Bericht der Bild-Zeitung ist aus Ermittlerkreisen bestätigt worden. Die Staatsanwaltschaft Potsdam wollte sich wegen des Persönlichkeitsschutzes und aus ermittlungstaktischen Gründen offiziell aber nicht dazu äußern.

Noch ist unklar, wann genau Elias umgebracht wurde. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Sechsjährige bereits kurz nach seiner Entführung Anfang Juli im Potsdamer Stadtteil Schlaatz von Silvio S. getötet wurde. Am 30. Oktober fanden Ermittler seinen Leichnam in einer Kleingartensiedlung in Luckenwalde. Der 32-jährige Silvio S. aus Brandenburg hatte zuvor gestanden, Elias umgebracht und dort auf einem von ihm gepachteten Gartengrundstück vergraben zu haben.

Silvio S. hat den Missbrauch Mohameds gefilmt

Auch der vierjährige Flüchtlingsjunge Mohamed wurde von Silvio S. missbraucht und einen Tag nach seiner Entführung Anfang Oktober stranguliert, nach Angaben aus Ermittlerkreisen vermutlich mit einem Gürtel. Die Ermittler haben mittlerweile auf dem Handy von Silvio S. ein Video gefunden, das zeigt, wie der 32-Jährige den Jungen missbraucht hat. Laut eines internen Polizeiberichts wurde auf dem Handy auch ein Foto von einem Jungen gefunden, bei dem es sich vermutlich um Elias handeln könnte. Der mutmaßliche Mörder wurde am Montag in die JVA Brandenburg/Havel überführt.

Am Montag war Silvio S. von Berlin aus in die Haftanstalt Brandenburg/Havel überstellt worden. Zwar sehen die Experten bislang keine Anhaltspunkte für eine Suizidgefahr, dennoch wird sein eigens gesicherter Haftraum mit einer Kamera überwacht. Übergriffe auf Silvio S. von anderen Gefangenen, wie in der Moabiter Untersuchungshaft, sollen durch eine weitgehende Isolation ausgeschlossen werden.

Zwist zwischen den Ermittlern in Berlin und Brandenburg

Mittlerweile kommt es zu Verwerfungen zwischen den Ermittlern in Brandenburg, die beide Verfahren übernommen haben, und ihren Kollegen in Berlin. In Potsdam wird den Berliner Ermittlern vorgehalten, Informationen aus den Ermittlungsakten preiszugeben, die Staatsanwaltschaft Potsdams soll sich sogar per Brief beschwert haben. Andererseits wird auch den Brandenburger Ermittlern vorgehalten, Informationen, wie die jetzt bekannt gewordenen Erkenntnisse aus dem Obduktionsbericht, weiterzureichen. Der Brandenburger CDU-Landtagsabgeordnete Sven Petke sagte den PNN: „Es ist verstörend, dass die Polizei diese Verbrechen nicht verhindern und aufklären konnte, aber jetzt die Öffentlichkeit mit grausamen Details versorgt.“ 

In der kommenden Woche soll ein Erinnerungsgarten in der Kleingartensiedlung Luckenwalde für die beiden ermordeten Jungen entstehen. Ob es einen Zusammenhang zu dem Fall der vermissten Inga aus Sachsen-Anhalt gibt, ist weiterhin unklar.

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